Nigeria: Wie eine Bitcoin Regulierung nicht aussehen sollte

von | Feb 27, 2021 | Bitcoin, News

Nigeria ist eines der Länder, in welchen die Adaption der Kryptowährung Bitcoin am weitesten vorangeschritten ist. Die Hauptgründe dafür sind die wirtschaftlichen Umstände des Landes, welche dafür sorgten, dass die heimische Währung Naira (NGN), extrem unter Inflation litt und auch immer noch leidet. Junge technikaffine Nigerianer haben dafür den Bitcoin als Lösung für sich entdeckt. Die Zentralbank von Nigeria (CBN) konterte am 05. Februar mit einem sofortigen Bitcoin Verbot. Ist eine solche Bitcoin Regulierung sinnvoll und umsetzbar? 

In Kürze

  • Deshalb ist Bitcoin in Nigeria beliebt
  • Eine unbegründete Entscheidung der Zentralbank von Nigeria
  • Fazit: Bitcoin Regulierung geglückt? 

Wie kam es zu dieser drastischen Bitcoin Regulierung und weshalb ist Bitcoin in Nigeria so beliebt?  

Bitcoin Regulierung

Um zu verstehen, weshalb die Zentralbank von Nigeria (CBN) zu dieser extremen Maßnahme gegriffen hat, sollte man sich bewusst machen, was genau dazu geführt hat, dass die Nigerianer vermehrt bevorzugt den Bitcoin als Zahlungsmethode und auch als Wertaufbewahrungsmittel verwenden.  

Der nigerianische Außenhandel basiert zu 90% auf dem Export von Rohöl. Fällt der Ölpreis, wirkt sich das sehr stark auf das Bruttoinlandsprodukt von Nigeria aus. Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, beziehungsweise während der Corona-Krise im Ansatz aufrecht zu erhalten, hat Nigeria sich im März 2020 dazu entschieden den Naira erneut abzuwerten. Für einen US-Dollar erhielt man nun nicht mehr 307 Naira, sondern 360 Naira. Durch die Abwertung der heimischen Währung unterliegen importierte Güter allerdings einer hohen Inflation. Die Inflationsrate des Naira liegt aktuell bei ca. 16,7%. 

Doch nicht nur aufgrund der hohen Inflation musste eine alternative Währung gefunden werden. Auch aufgrund der Knappheit an US-Dollar in Nigeria, welche von Importeuren gebraucht werden, um Waren in das Inland zu importieren, mussten Alternativen gefunden werden. Diese Alternative ist Bitcoin. Durch Bitcoin konnten Nigerianer ihre Kaufkraft aufrechterhalten und weiterhin im Ausland Waren einkaufen.  

Eine unbegründete Entscheidung der Zentralbank von Nigeria

Banken sind, durch das Schreiben der CBN vom 05. Februar, angewiesen keine Transaktionen durchzuführen, welche in einer Verbindung mit Kryptowährungen stehen. Wird dieser Bitcoin Regulierung nicht nachgegangen, droht der Entzug der Banklizenz. 

Als offiziellen Grund für die Bitcoin Regulierung, in Form eines Verbotes, gab die CBN an, dass Kryptowährungen sehr spekulativ und anonym wären, sowie häufig von Kriminellen für Geldwäsche und Betrügereien verwendet würden. Dass vor der Ära der Kryptowährungen auch Zentralbankgeld für Betrügereien und Geldwäsche verwendet wurden, wird hier außer Acht gelassen. Mittels KYC Verfahren (know your customer) wurde die Geldwäsche und die Verwendung von Kryptowährungen für kriminelle Zwecke bereits weitestgehend eingeschränkt. Wie sinnvoll dieses Verbot für Nigeria ist, bleibt daher äußerst fragwürdig. 

Der Bevölkerung eines Entwicklungslandes die Grundlage zu nehmen, um unbeschränkt Waren zu importieren und Ersparnisse vor Inflation zu schützen, sollte nicht in Kauf genommen werden, nur aufgrund der Tatsache, dass der Staat wenig bis keine Kontrolle über Bitcoin und andere Kryptowährungen hat. Sehr wahrscheinlich ist, dass ein weiterer immenser Geldfluss von Naira in Bitcoin erwartet wurde. Dieser sollte verhindert werden, um die Abwertung der eigenen Währung zu verlangsamen.  

Fazit: Bitcoin Regulierung geglückt? 

Bitcoin und andere Kryptowährungen basieren auf dezentralen Buchungssystemen, welche nicht direkt von einer dritten Partei kontrolliert und beeinflusst werden können.  

Nigerianer haben Wege gefunden, eine solche Bitcoin Regulierung zu umgehen. Ausgewichen wird auf Plattformen, bei welchen Käufer und Verkäufer direkt Bitcoin miteinander austauschen. Die Überweisung, sowie die Bitcoin Transaktion finden von Person zu Person statt und können daher nicht vom Staat als illegal erkannt werden.  

Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung von Bankkonten, welche ausländische Währungen halten. Der Handel mit Bitcoin wurde diesbezüglich nicht erfolgreich verboten, sondern nur erschwert. 

Aufgrund des erhöhten Risikos mit dem Handel von Kryptowährungen, wurde Bitcoin teilweise mit einem extrem hohen Aufpreis gehandelt. Zwischenzeitlich kostete der Bitcoin in Nigeria über 80.000$. Das versuchte Bitcoin Verbot hat nur bestätigt, woher Bitcoin seinen Wert gewinnt: Durch seine Dezentralität. 

Es wird sich zeigen, wie lange es dauert bis die Zentralbank von Nigeria merkt, dass die Bitcoin Regulierung nicht geglückt ist und dass es Zeit wird den Nutzen von Bitcoin anzuerkennen. 

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Vincent ist Gründer der Instagram Seite krypto_online.de. Als Autor für Krypto Guru möchte er sein angesammeltes Wissen an euch weitergeben, um auch Anfänger von seinen Erfahrungen profitieren zu lassen. Seine Spezialität ist es, komplizierte Vorgänge in einfacher Sprache wiederzugeben.
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