Die US-Großbank Citi kündigte am 18. August 2026 an, die Bitcoin Bank Verwahrung noch in diesem Jahr über ihre neue Plattform Custody+ zu starten. Damit bündelt Citi klassische Wertpapierverwahrung und digitale Vermögensverwahrung erstmals in einem Rahmenwerk.

Citi baut professionelle Bitcoin-Custody auf

Die US-Großbank Citi kündigte am Dienstag, 18. August 2026, an, die Bitcoin Bank Verwahrung noch in diesem Jahr über ihre neue Plattform Custody+ zu starten. Der Dienst bündelt klassische Wertpapierverwahrung und digitale Vermögensverwahrung erstmals in einem einzigen Rahmenwerk.

Zum Funktionsumfang zählen Echtzeit-Vermögensservicing, sofortige Abwicklungen, Liquiditätswerkzeuge und KI-gestützte Marktanalysen. Nach Angaben von Citi ist der Dienst zunächst auf Bitcoin beschränkt; weitere Vermögenswerte sollen folgen.

Bereits im November 2025 hatte Citi angekündigt, 2026 eine native Krypto-Verwahrung einzuführen. Mit Custody+ liegt nun der konkrete Rahmen für diesen Schritt vor. Citi zählt damit zu den ersten global systemrelevanten Banken, die eine eigene Bitcoin-Verwahrung anbieten.

Infrastruktur-Zentralisierung durch Großbank-Custody

Mit der neuen Bitcoin Bank Verwahrung positioniert sich Citi als Bindeglied zwischen traditionellem Bankwesen und Bitcoin-Infrastruktur. Institutionelle Verwahrung über eine systemrelevante Bank senkt für Fonds und Unternehmen die Eintrittshürde, weil regulatorische und operative Anforderungen bereits erfüllt sind.

Laut der Ankündigung soll die Plattform auch die durchgehende Bewegung tokenisierter Einlagen in ausgewählten Märkten ermöglichen. Damit wächst der Anteil an Bitcoin, der nicht mehr direkt von Privatpersonen, sondern über wenige zentrale Verwahrer gehalten wird.

Je mehr Bestände sich bei einzelnen Großbanken bündeln, desto stärker verschiebt sich die Kontrolle über die Coins von der Selbstverwahrung hin zu wenigen zentralen Adressen. Für andere Großbanken dürfte der Schritt den Druck erhöhen, vergleichbare Angebote aufzubauen.

Gegenparteirisiko wächst mit Verwahrungs-Spezialisierung

Wer Bitcoin einer Bank zur Verwahrung übergibt, tauscht die eigene Kontrolle über die privaten Schlüssel gegen den Zugriff auf institutionelle Infrastruktur. Im Fall einer Insolvenz, Kontosperrung oder regulatorischen Anordnung hängt der Zugriff auf die Coins dann vom Verwahrer ab, nicht mehr allein vom Eigentümer. Für institutionelle Anleger überwiegt aktuell der praktische Nutzen aus geprüfter Regulierung und Versicherung gegenüber diesem Risiko.

Custody+ ändert nichts an der festen Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin, verschiebt aber, wer in der Praxis über die verwahrten Einheiten verfügt. Privatanlegern bleibt weiterhin die Wahl zwischen Komfort über einen Verwahrer und voller Kontrolle über die eigenen Schlüssel.

Offen bleibt vorerst, welche Gebühren und Zugangsbedingungen Citi für die Bitcoin Bank Verwahrung konkret festlegt. Das dürfte mitentscheiden, wie schnell weitere Großbanken diesem Modell folgen.

Wir berichteten über die Bitcoin-Verwahrung institutioneller Anleger bei der Deutschen Bank.

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