Der Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus ist laut Strategy-Chairman Michael Saylor Geschichte. In einem Post auf X am 4. April 2026 erklärte er, dass nicht mehr Halvings, sondern institutionelle Kapitalströme den Bitcoin-Preis bestimmen.
Saylor erklärt den Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus für beendet
Saylor hat am 4. April auf X erklärt:
Bitcoin has won. Global consensus is that BTC is digital capital. The four-year cycle is dead. Price is now driven by capital flows. Bank and digital credit will determine Bitcoin’s growth trajectory. The biggest risk is bad ideas driving iatrogenic protocol changes.
Der Begriff „iatrogenisch“ stammt aus der Medizin und beschreibt Schäden durch gut gemeinte Eingriffe. Saylor bezieht sich damit implizit auf die BIP-110-Debatte, einen umstrittenen Soft-Fork-Vorschlag, der nicht-finanzielle Daten auf der Bitcoin-Blockchain einschränken soll.
Seine These ist klar: Die größte Gefahr für Bitcoin kommt nicht von außen, sondern von schlecht durchdachten Protokolländerungen.
Institutionelle Zuflüsse ersetzen den Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus
Die These steht nicht im luftleeren Raum. Seit der Zulassung der Spot-ETFs im Januar 2024 haben institutionelle Akteure eine neue Nachfragestruktur geschaffen. Bitcoin ETF Zuflüsse, Corporate Treasuries wie Strategy mit über 762.000 BTC und Staatsfonds wie Mubadala entziehen dem Markt systematisch Angebot.
Analysten von Bernstein, Pantera Capital und Grayscale stützen die Einschätzung, dass der klassische Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus an Relevanz verliert.
Der Halving-Effekt selbst schrumpft mit jedem Zyklus: Die Blockbelohnung sank 2024 von 6,25 auf 3,125 BTC – ein absolut kleinerer Angebotsschock als in früheren Zyklen. Gleichzeitig übersteigen Bitcoin ETF Zuflüsse in Spitzenphasen die neu geschürften Coins um ein Vielfaches. Der Markt reagiert zunehmend auf Fed-Politik, Liquiditätsbedingungen und institutionelle Allokationsentscheidungen statt auf das Halving.
Einordnung: Warum der Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus 2025 erstmals brach
2025 endete als erstes Post-Halving-Jahr in der Bitcoin-Geschichte im Minus. In allen drei vorherigen Zyklen folgte auf das Halving ein starkes Aufwärtsjahr. Dieser Bruch ist der stärkste empirische Beleg für Saylors These.
Allerdings ist Einordnung nötig. Saylor ist nicht neutral: Strategy ist der größte institutionelle Bitcoin-Halter weltweit und profitiert direkt von einem Narrativ, das institutionelle Kapitalströme als neuen Preistreiber positioniert. Zudem bleibt das Halving ein realer Angebotsschock – er wird relativ kleiner, verschwindet aber nicht. Ob der Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus tatsächlich tot ist oder sich nur transformiert, ist nicht abschließend geklärt.
Was sich strukturell verändert hat, ist die Zusammensetzung der Marktteilnehmer. Ein Asset mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten, das zunehmend von langfristig orientierten Institutionen gehalten wird, verhält sich anders als ein von Retail-Spekulation getriebener Markt.
Die Anreize verschieben sich: Weg von zyklischer Spekulation, hin zu struktureller Akkumulation. Nicht das Protokoll hat sich verändert, sondern wer es nutzt und warum.
Wir berichteten über den Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus als eigenständiges Muster in der Preismodell-Analyse.





