EU fordert strengere Regulierung von Kryptowährungen

von | Sep 13, 2020 | News

In einem neuen Gesetzesentwurf der Europäischen Union wird ersichtlich, dass einheitliche und strenge Regulierungen innerhalb der EU geschaffen werden müssen.

Die Vorgeschichte

Aus einem Bericht der Europäischen Kommission, der euractiv vorliegt, geht hervor, dass ein neues Gremium zur Überwachung von Kryptowährungen zusammengestellt wird. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei bei „bedeutenden“ digitalen Währungen liegen. Unter bedeutenden digitalen Währungen versteht man Stable Coins, die das Potential dazu haben, eine enorme Reichweite zu erlangen.

Die berechtigte Angst des EU Rats besteht darin, dass Stable Coins, die an Fiat-Währungen gebunden sind, die Weltwirtschaft destabilisieren können. Dadurch dass spezielle Stable Coins das Potential haben, von sehr vielen Usern genutzt zu werden, kann die finanzielle Stabilität gefährdet werden. Zu diesen Stable Coins zählt z.B. Libra.

Erfahre hier mehr über Libra.

Regulierung

Das von Facebook zwischenzeitlich auf Eis gelegte Projekt Libra startet nach einigen Überarbeitungen einen neuen Anlauf. Sollte die Einführung von Libra gelingen, so hat das Projekt direkt mehr als 2,7 Milliarden potenzielle Kunden. Dies könnte den Weltmarkt stark beeinflussen. Deshalb gab der französische Finanzminister Brune Le Maire bereits im Juli letztes Jahres bekannt:

Wir werden nicht akzeptieren, dass Libra in eine Staatswährung umgewandelt wird, die die finanzielle Stabilität gefährden kann.

Doch genau diesem Projekt ist es zu verdanken, dass der EU die Augen gegenüber Kryptowährungen, insbesondere gegenüber Stable Coins geöffnet wurden. Einige EU-Beamte räumten ein, dass

Libra ein Weckruf war, um digitale Token ernst zu nehmen.

Die Regulierungen

Der 167-seitige Textentwurf teilt die verschiedenen Kryptos in unterschiedliche Risikogruppen ein. So sollen „bedeutende“ Kryptowährungen strenger reguliert werden als nicht so bedeutende. Kryptos, die in einer hohen Risikogruppe eingestuft werden, haben strengere Regeln in den Bereichen Aufsicht, Verpflichtungen und Sanktionen.

Eine weitere Vorschrift wird es sein, ein Whitepaper mit allen relevanten Informationen für jede Kryptowährung zu erstellen. Dies wird in dem Entwurf folgendermaßen begründet:

[…] damit potenzielle Käufer eine fundierte Kaufentscheidung treffen und die mit dem Angebot verbundenen Risiken verstehen können.


Neues Gremium

Bisweilen lag die Verantwortung der Stable Coins in den Händen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Um eine strengere Regulierung durchsetzen zu können soll ein zusätzliches Gremium für Kryptowährungen hinzugefügt werden. Weitere nationale und europäische Aufsichtsbehörden sollen diese Instanzen bei der Einhaltung der Regulierungen unterstützen.

Strafen

Beim Verstoß gegen die neuen Regulierungen sieht der Textentwurf verschiedene Strafmaße vor. So kann die EBA Bußgelder in Höhe von 5% des Jahresumsatzes vergeben. Ein weiteres Strafmaß sieht vor, das Doppelte des Gewinnes oder Verlustes zu bezahlen, der durch den Betrug erzielt oder vermieden wurde.

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Jonas ist Gründer des Krypto-Guru Blogs und vollendet gerade seinen Bachelor of Science. Er gibt sein angeeignetes Wissen über Kryptowährungen und die dazugehörige Blockchain-Technologie leicht verständlich weiter.

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[Bildquelle: Adpic]


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