Der Goldman Sachs Bitcoin ETF ist da, zumindest auf dem Papier. Die Bank reichte am 14. April 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Registrierungsantrag für den Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF ein. Das Produkt soll nicht den Bitcoin-Kurs abbilden, sondern über Optionsprämien laufendes Einkommen generieren.
Goldman Sachs Bitcoin ETF soll Einkommen statt Kursgewinn liefern
Der Antrag läuft als Form 485APOS unter dem Goldman Sachs ETF Trust. Unter normalen Marktbedingungen wird der Fonds mindestens 80 Prozent seines Nettovermögens in Instrumente investieren, die eine Bitcoin-Exposure bereitstellen, also vor allem Spot-Bitcoin-ETPs und Optionen auf diese Produkte.
Der Goldman Sachs Bitcoin ETF hält damit selbst keinen Bitcoin direkt. Die Ertragskomponente kommt aus einer Covered-Call-Strategie: Der Fonds verkauft Call-Optionen auf die Bitcoin-Exposure und kassiert dafür Prämien, die als monatliche Ausschüttung an die Anteilseigner fließen sollen.
Der Überschreibungsgrad bewegt sich zwischen 40 und 100 Prozent der gehaltenen Exposure. Je höher der Anteil verkaufter Calls, desto mehr Prämien, aber desto stärker wird die Kurschance nach oben gekappt. Das Modell folgt Goldmans bestehenden Einkommens-ETFs GPIX auf den S&P 500 und GPIQ auf den Nasdaq-100.
Kein direktes Bitcoin: 80 Prozent in ETPs und Optionen
Um die Bitcoin-Exposure regulatorisch darstellen zu können, darf der Fonds bis zu 25 Prozent seiner Vermögenswerte in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft auf den Cayman Islands leiten. Sie trägt den Namen Goldman Sachs Bitcoin Premium Income Portfolio CFC.
Diese Struktur existiert, weil Goldman den Antrag unter dem Investment Company Act von 1940 eingereicht hat. Das geht aus dem bei der SEC hinterlegten Prospekt hervor. Fonds unter diesem Rahmenwerk dürfen Rohstoffe nicht direkt halten; BlackRock wählt für sein vergleichbares Produkt BITA den abweichenden Securities Act von 1933.
Zusätzlich stuft Goldman den Fonds als non-diversified ein, er darf also einen größeren Anteil seines Vermögens in wenige Positionen konzentrieren. Bloomberg-Analyst Eric Balchunas bezeichnete die Einreichung als Überraschung. Als früheste Erstnotiz nennt der Antrag Ende Juni 2026, rund 75 Tage nach dem Filing.
Was der Goldman Sachs Bitcoin ETF über institutionelle Bitcoin-Integration verrät
Goldman Sachs ist nach Morgan Stanley die zweite US-Großbank, die ein eigenes Bitcoin-Produkt auflegt, und verwaltet rund 3,6 Bio. US-Dollar. Bis zur Erstnotiz können Gebühren, Ticker und Struktur noch angepasst werden. Weder Zulassung noch Launch sind bisher erfolgt.
Strukturell zeigt der Antrag, wie etablierte Finanzinstitutionen Bitcoin in bestehende Produktlogiken übersetzen. Ein Asset mit festem Angebot von 21 Mio. Einheiten wird in ein Derivateprodukt verpackt, dessen Ertrag aus dem Verkauf zukünftiger Kursgewinne stammt. Der Anleger erhält Prämien, verzichtet aber auf genau die asymmetrische Aufwärtsbewegung, die Bitcoin strukturell auszeichnet.
In einem Geldsystem, dessen Anreizsystem auf beliebige Vermehrung ausgelegt ist, bleibt die Knappheitseigenschaft am wertvollsten, wenn sie direkt gehalten wird. Wer Yield sucht, kauft ein Bankprodukt. Wer die Eigenschaften des Assets will, hält den Schlüssel selbst.
Wir berichteten über den Rekordstart des Morgan Stanley Bitcoin Trust MSBT.





