Mit der Blockchain gegen Fälschungen: Nike steigt mit ein!

von | Mrz 15, 2020 | News

Die Uni Auburn (Alabama, USA) startet mit Nike und weiteren Kleidungsunternehmen ein Pilotprojekt, das die Lieferketten zwischen Produzenten, Lieferanten und Verkäufern durch völlige Transparenz der Pakete erleichtern soll. Um das zu erreichen, nutzen sie die Blockchain-Technologie.

Das Projekt wird neben Nike von weiteren namhaften Marken begleitet. Auch bekannte Labels wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein oder Kaufhausketten wie Kohl`s und Macy`s vertrauen auf die Blockchain und möchten deren Vorteile in diesem Experiment auf die Probe stellen, um sie anschließend in ihrem Lieferketten-System nutzen zu können.

Die Idee: Blockchain als Lösung

Die Idee für den Einsatz der Blockchain für die Lieferkette ist für alle Unternehmen ein Vorteil. Insgesamt werden laut einer Studie der Auburn Universität 181 Milliarden Dollar aufgrund von Fehlern in der Lieferkette verschwendet. Zudem soll durch den Einsatz der Blockchain und der besseren Kontrolle über Standort und Inhalt der verschickten Ware erschwert werden, Fälschungen in den Umlauf zu bringen.

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Doch bevor das Projekt seinen Lauf nehmen konnte, gab es vorerst ein großes Problem. Unterschiedliche Unternehmen nutzen verschiedene Bezeichnungen für ein und denselben Artikel.

Während ein Karton bei Firma 1 z.B. „Karton“ heißt, nennt Firma 2 diesen „Pappe“. Und das ist nicht das einzige Problem, welches es zu lösen gilt. Neben verschiedenen Bezeichnungen nutzen die Unternehmen auch unterschiedliche Metrik-Systeme, um die Kartons auszumessen.

Allan Gulley, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Studie erklärt:

Die Art und Weise, wie sie Daten an uns gesendet haben, waren von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich. Es gab keine gute gemeinsame Sprache und keine gemeinsame Plattform für den Austausch von Daten.

Das stellte die Forscher natürlich vor das Problem, die ganzen Daten auf eine Plattform zu integrieren. Der Sprachaspekt nahm auch den größten Zeitanteil mit ca. 70% bei der Erstellung des Systems ein.

Die Umsetzung

Das Ziel des „Chain Integration Projekt“ ist es, die Daten der einzelnen gelieferten Produkte für alle an dem Produkt teilnehmenden Akteure sichtbare gemacht wird. Um dies zu realisieren, werden RFID Chips in die Pakte gepackt. Anhand dieser können nun Produktdaten wie Standort, Zeitstempel und eindeutige Identifikationsnummern ausgelesen werden.

Dies ist soweit noch nichts neues. Den Einsatz von RFID Chips, QR-Codes und co gibt es bereits seit 15 Jahren. Allerdings gab es noch keine effektive Lösung dafür, die gesammelten Daten zwischen den Geschäftspartnern auszutauschen. Um das zu gewährleisten, werden sobald der RFID Chip eines Paketes erkannt wird, alle Produktdaten von dem Paket der Blockchain angeheftet. Auf der Blockchain können alle Stakeholder des Produktes alle für sie relevanten Informationen über das Paket einsehen.

Gulley nimmt auch zu diesem Thema Stellung:

In Bezug auf den Einzelhandel ist deses Projekt das erste seiner Art, das den serialisierten Datenaustausch zwischen Lieferkettenpartnern über Blockchain unterstützt.
Wir möchten Handelspartnern ermöglichen, detaillierte Daten auf Artikelebene miteinander zu teilen – eine Funktion, die Systeme heute nicht unterstützen. Mit der enormen Unterstützung unserer Unternehmenssponsoren konnten wir erfolgreich zeigen, dass Blockchain verwendet werden kann, um den Datenaustausch zu erleichtern und die Sichtbarkeit in der gesamten Lieferkette zu verbessern.

Wird diese Blockchain dann als eine Art gemeinsames Hauptbuch geführt, in dem mehrere Stakeholder Daten anzeigen und speichern können, so kann dies in mehreren Bereichen eingesetzt werden. Durch das Einsehen der Informationen der gesamten Lieferkette können Fälschungen bekämpft, Streitigkeiten mit Handelspartnern beigelegt und Bestandslager in Geschäften verringert werden.

Insgesamt wurden von allen Teilnehmern 222.974 Produkte im System erfasst und mit ihren Produktdaten erfolgreich auf der Blockchain gespeichert. Einen Großteil der Produkte deckte dabei Nike ab. Mit 72.575 Artikeln haben sie die meisten Daten auf der Blockchain gespeichert.

In diesem Probelauf lief die Blockchain gut, allerdings merkt Gulley noch an, dass das System noch verbessert werden muss:

Das derzeitige System kann verarbeiten, was wir brauchen, aber langfristig sprechen wir über Milliarden von Produkten, die mit diesen RFID-Tags durch die Lieferkette des Einzelhandels fließen. Dafür muss ein viel robusteres System vorhanden sein.

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Phase 2: finanzielle Auswirkungen

Der erste Teil der Studie ist somit abgeschlossen. Jetzt geht das Projekt in Phase 2. Hier soll herausgefunden werden, wie effizient das System ist und welche finanziellen Auswirkungen standardisierte Datenerfassungssysteme an verschiedenen Schwachstellen oder Problemstellen in der Lieferkette bewirken.

Justin Patton, der Direktor des RFID-Lab von der Uni Auburn äußerte sich zu Phase 2 folgendermaßen:

Wir werden versuchen, die geschäftlichen Auswirkungen der Verwendung von Blockchain- und serialisierten Daten zu ermitteln, um Ansprüche und Rückbuchungen zwischen Marken und Einzelhändlern zu beseitigen.

Allerdings stehen die Entwickler noch vor einem weiteren Problem – dem Datenschutz. Der Schutz von vertraulichen Informationen spielen ebenfalls eine große Rolle in Phase 2. Hiefür müssen Protokolle eingebaut werden, die die Vertraulichkeit gewährleisten, so Galley.

Vertraulichkeit ist das Hauptanliegen der meisten Unternehmen, wenn sie ihre Blockchain-Reise beginnen, das ist verständlich.

Protokolle und Berechtigungen müssen eingerichtet werden, um die Aufnahme wettbewerbsrelevanter Informationen zu verhindern, wie wir es im CHIP-Proof-of-Concept getan haben.

Alle angewandte Verfahren und weitere Informationen im Detail findest du im Proof-of-Concept Whitepaper.

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[Bildquelle: Adpic]

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