Bahamas startet Pilot Projekt Sand Dollar

Sand DollarGestern startete das Pilotprojekt der Zentralbank der Bahamas. Die Kryptowährung Sand Dollar, die eine digitale Version des bahamischen Dollars darstellt, startete am 27.12.2019 in Exuma und soll sich im Laufe der ersten Hälfte des Jahres 2020 auf Abaco, dem nördlichen Teil der Inselgruppen der Bahamas, ausbreiten.

Das Projekt soll das inländische Zahlungssystem, vor allem den Zugang auf Finanzdienstleistungen der Bevölkerung verbessern. Laut einem Bericht der CBOB soll dieser Zugang effizienter und diskriminierungsfreier werden.

Denkt man an die Bahamas, so hat man dabei eine wunderschöne Inselgruppe vor Augen, die auch gerne als Urlaubsziel genutzt wird. Doch trotz des hohen Tourismusanteils ist das Finanzsystem dort schlecht und bedarf einiger Verbesserungen. So ist es dort für einen Teil der Bevölkerung, aufgrund ihrer geographischen Lage, nicht möglich, das Bankdienstleistungssystem zu nutzen. Der Sand Dollar soll es diesen Gemeinden erleichtern, sich an das Finanznetz des Landes anzuschließen.


Auch der Iran hat den Plan, eine muslimische Kryptowährung zu erschaffen. Diese soll für alle muslimischen Länder zugänglich sein und gegen den Finanzkrieg der USA helfen.


Sand Dollar als Stabilisator des Finanzsystems

Aufgrund einiger Hindernisse wie die strengen Steuervorschriften des Landes sowie die strengen KYC-Systeme (Know Your Customer), die wegen den internationalen Handelsbeziehungen aufrechterhalten werden, wurden einige Kunden davon ausgeschlossen, sich dem physischen Bankdienstleistungen anzuschließen. Diese Hürden sollen jetzt jedoch durch die Regierung reformiert werden.

Die Regierung bietet öffentliche Aufklärungen über das Projekt Sand Dollar sowie dessen Nutzung an. Die Akzeptanz der Bevölkerung des Sand Dollar wird in der Pressemitteilung folgendermaßen beschrieben:

Rückmeldungen von Exuma zeigen eine hohe Durchdringung der Mobilfunknutzung und die Wahrscheinlichkeit, dass ein höherer Anteil der Bevölkerung bereit wäre, digitale Finanzdienstleistungen einschließlich elektronischer Zahlungen zu nutzen. Die Öffentlichkeit wird jedoch mehr Sicherheit in Bezug auf die Durchführung von Online-Transaktionen benötigen. Das Design digitaler Währungen und die Aufklärung der Öffentlichkeit werden diese Probleme angehen.

Sand Dollar zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten

Sand DollarOft hört man, dass Kryptowährungen genutzt werden, um illegale Aktivitäten, wie Geldwäsche, etc. durchzuführen. Die Zentralbank der Bahamas sieht den Sand Dollar allerdings als Option, die Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Co. einschränken zu können. In einem Dokument schreiben sie folgendes:

Die Verwendung von Bargeld birgt auch physische Sicherheitsrisiken für Unternehmen und führt zu einem höheren Risiko im Zusammenhang mit Verlusten durch Betrug im Vergleich zu elektronischen Transaktionen an Verkaufsstellen. In Bezug auf die physische Sicherheit würde eine digitale Zentralbankwährung auch das Risiko von Gewaltverbrechen gegen Bargeldnutzer und die Sicherheits- und Versicherungskosten, die mit der Aufbewahrung von Bargeld in Geschäftsräumen einhergehen, potentiell reduzieren.


Die EZB gab bekannt, dass sie eine Kryptowährung entwickeln werden, die den Namen „CBDC“ tragen soll.


Sand Dollar als Absicherung gegen Naturkatastrophen

Die Bahamas sind aufgrund ihrer Lage als Inselgruppe oft von Naturkatastrophen betroffen. Bereits dieses Jahr verwüstete der Hurrikan „Dorian“, der mit der Stärke 5 eingestuft wurde, die Inseln. Dabei richtete er enorme Schäden an und brachte mindestens 50 Todesopfer mit sich.

Gegen solche Naturkatastrophen hilft der Sand Dollar natürlich nicht. Allerdings sorgt er dafür, dass der Zahlungsverkehr nach einer solchen Katastrophe schneller wieder aufgenommen werden kann. Der Zentralbankchef der COBC, John Rolle, äußerte sich nach dem Unglück darüber, dass eine Digitale Währung die Wiederaufnahme des normalen Zahlungsverkehrs erleichtern würde:

Eine der Auswirkungen des jüngsten Hurrikans auf den Bankensektor des Landes waren die erheblichen Schäden an den physischen Strukturen auf Abaco und Grand Bahama, die auch den Betrieb auf diesen Inseln zum Erliegen brachten. Entscheidend für die Wiederherstellung des Handelsgefühls ist die rechtzeitige Wiederaufnahme des Banken- und Zahlungsverkehrs.

Doch nicht nur die Banken würden davon profitieren. Es sei auch für Familien leichter, mit der Situation umzugehen, da sie selbst entscheiden können, was für sie nach der Katastrophe an erster Stelle steht. John Rolle erklärte:

Das würde eine drahtlose Verbindung zur Wiederherstellung von Zahlungen ermöglichen, was wiederum einen Bargeldversand und den Ärger im Zusammenhang mit dem Umgang mit Bargeld überflüssig machen würde. Das würde die elektronische Verteilung der Hilfen ermöglichen und Familien die Möglichkeit geben, die persönliche Würde wiederzuerlangen, indem die Flexibilität geboten wird, persönliche Bedürfnisse zu priorisieren, dies sich nach Katastrophen als erstes stillen wollen.