100 neue Unternehmen im Schweizer Crypto-Valley

Crypto-Valley

Crypto Valley, eine fintech-freundliche Region im Kanton Zug, hat sich auf andere Teile der Schweiz und das benachbarte Liechtenstein ausgedehnt. Trotz aller Herausforderungen, denen sich die Blockchainbranche gegenübersieht, ziehen günstige Regulatorien und ein verbesserter Zugang zu Banken- und Rechtsdienstleistungen immer mehr Krypto-Unternehmen an. Ihre Zahl ist das dritte Jahr in Folge gestiegen und viele neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.

Mehr als 800 Kryptofirmen mit Sitz in der Schweiz und Liechtenstein

Fast 100 neue Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr im Schweizer Crypto Valley niedergelassen, wie eine neue Studie zeigt. Ihre Ergebnisse wurden während des CV-Gipfels in Davos am Donnerstag veröffentlicht.

 

Was ist der CV-Gipfel?

Eine Blockchain Veranstaltung, die während der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums stattfindet. Die Gesamtzahl der Unternehmen, die im Crypto-Valley mit digitalen Assets und Blockchaintechnologien arbeiten, hat laut der Studie 842 erreicht, gegenüber 750 in der letztjährigen Ausgabe. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Sektor ist erheblich gestiegen – von 3.300 im Jahr 2018 auf 4.400 bis Ende 2019, berichtete das Nachrichtenportal Swissinfo.

Die Nachrichten kommen trotz einer sich verlangsamenden Wachstumsrate in der gesamten Branche, ein Trend, der nach dem Boom von 2017 begann und sich bis in die erste Hälfte des Jahres 2018 fortsetzte. Ein gutes Zeichen.

Einige StartUps bereits pleite

Aber auch die Zahl der „Startup-Pleiten“, steigt. Überall da wo es Erfolg gibt, muss es auch Misserfolg geben.

Zu den gescheiterten Projekten gehören das Krypto-Unternehmen Alethena, die Tokenisierungsplattform Tend, das Immobilien-Startup Swiss Real Coin, das alternative Bankprojekt Oyoba und der digitale Zahlungsanbieter Monetas. Einige dieser Unternehmen konnten Investoren einfach nicht von der Tragfähigkeit ihrer Geschäftspläne überzeugen.

Der Crypto-Valley blüht auf

Gleichzeitig erreichte die Finanzierung für die 50 wichtigsten Unternehmen des Berichts 4 Milliarden Dollar, und diese werden auf insgesamt 25,3 Milliarden Dollar geschätzt. Zu den neu gegründeten oder umziehenden Mitgliedern der Branche, die der Liste für 2019 hinzugefügt wurden, gehören:

  • Facebook’s Libra
  • der Blockchain-Entwickler Casper Labs, der in die Schweiz umgezogen ist
  • die Krypto-Börse Bittrex Global, die ein Büro in Liechtenstein eingerichtet hat
  • die digitale Börseninitiative SDX von Six Group,
  • die lizenzierten Krypto-Banken SEBA und Sygnum

Die beiden letztgenannten Unternehmen sind neben Bitcoin Suisse, die ebenfalls eine Zulassung als Bank erwartet, ebenfalls führende Arbeitgeber.


Wir haben dir das Libra-Whitepaper des Facebook Coins zusammengefasst und erklärt.


Etablierte Startups ziehen mehr Risikokapitalfinanzierung an

Das Crypto-Valley beherbergt fünf Unicorns oder Projekte im Wert von mehr als 1 Milliarde Dollar. Es handelt sich um Ethereum (14,4 Milliarden Dollar), Dfinity (2 Milliarden Dollar), Polkadot (1,2 Milliarden Dollar), Bitmain (1 Milliarde Dollar) und Libra (1 Milliarde Dollar).

Eine weitere Liste nennt potentielle Unicorns wie Tezos ($924M), Cardano ($869M) und Cosmos ($818M), diese Unternehmen stehen kurz vor der eine Milliarde Dollar Marke.

Reife StartUps HABEN ES LEICHTER

Reife Startups, die sich in späteren, fortgeschritteneren Phasen ihrer Lebensdauer befinden, ziehen in der Regel mehr Risikokapitalmittel an, die in den letzten Jahren allgemein zugenommen haben.

Bankensektor öffnet sich für Unternehmen im Crypto-Valley 

Eine positive Entwicklung in dieser Hinsicht ist die allmähliche Öffnung des Bankensektors, die mit zunehmender Regulierungssicherheit einhergeht. Während Großbanken und Zentralbanken das Potenzial kryptorelevanter Technologien erkennen, bereiten sie den Kryptogesellschaften oft Schwierigkeiten. Kleinere Finanzinstitute sind jedoch eher bereit, sich mit der Branche zu befassen. Zu den Schweizer Banken, die sich im Kryptobereich engagieren, gehören die Hypothekarbank Lenzburg, Maerki Baumann und die Arab Bank (Schweiz).

Mit der Regulierungssicherheit im Crypto Valley haben die Privatbanken bei der Einführung und Bereitstellung von Dienstleistungen eine führende Rolle gespielt.

Anwaltskanzleien beraten Kryptofirmen im Crypto-Valley

Crypto-ValleyAuch der Zugang zu Rechtsdienstleistungen hat sich deutlich verbessert, da eine immer grössere Zahl von Anwaltskanzleien sowohl in der Schweiz als auch in Liechtenstein Kryptofirmen beraten. Mehr als zwei Dutzend von ihnen wurden in dem Bericht aufgeführt.

Chinesische Banken zeigen Interesse an Schweizer Blockchain-Know-How

Während des Gipfeltreffens stellte CVVC-CEO Mathias Ruch fest, dass große chinesische Banken, Regierungsstellen und Investoren verstärktes Interesse an Schweizer Blockchain-Know-how zeigen.

Gesetzliche Änderungen für Kryptowährungen

Im vergangenen Jahr führte die Schweiz weitreichende Änderungen an ihren bestehenden Gesetzen ein, um Regeln für den Krypto-Raum aufzunehmen, während Liechtenstein ein neues Blockchain-Gesetz verabschiedete, das durch mehr Klarheit bei den Vorschriften für Krypto-Unternehmen attraktiv sein soll. Dieser Fortschritt hat zur Bildung mehrerer Krypto-Hotspots geführt – nicht nur in Zug, wo mehr als die Hälfte aller im Krypto-Tal ansässigen Unternehmen (425) angesiedelt ist, sondern auch in Zürich, Genf, Tessin, Waadt, Luzern und Bern. Liechtenstein hat 80 registrierte Blockchain-Unternehmen in seiner Gerichtsbarkeit.