Das Vertrauen in Kryptobörsen ist laut einer aktuellen Umfrage auf einem historischen Tiefstand. Eine Studie von Cointelegraph Research in Zusammenarbeit mit dem Hardware-Wallet-Hersteller Trezor zeigt, dass eine klare Mehrheit zentralen Plattformen weniger vertraut als noch vor vier Jahren.
65 Prozent der Nutzer vertrauen Kryptobörsen weniger als vor vier Jahren
Die Ergebnisse der Studie „The Future of Self-Custody: Turning Ownership Into Security” sind eindeutig. 65 Prozent der befragten Nutzer geben an, zentralen Börsen weniger zu vertrauen als 2022. Davon melden 45 Prozent einen erheblichen Rückgang, weitere 20 Prozent einen leichten.
Nur 16 Prozent sehen eine Verbesserung, 19 Prozent keine Veränderung. Das berichtet Cointelegraph Research in einer am 24. März 2026 veröffentlichten Pressemitteilung.
Gleichzeitig nannten 57 Prozent der Befragten den direkten Besitz privater Schlüssel als Hauptgrund für den Wechsel zur Selbstverwahrung. Das Vertrauen in Kryptobörsen hat sich damit messbar und strukturell verschoben.
FTX, Mt. Gox und QuadrigaCX als Auslöser des Vertrauensbruchs
Die Studie benennt konkrete Ereignisse als Ursachen für den Vertrauensverlust. Mt. Gox verlor rund 850.000 BTC, bei QuadrigaCX fehlten 169 Mio. US-Dollar an Kundengeldern, und FTX hinterließ ein Defizit von 8 Mrd. US-Dollar. In allen drei Fällen vertrauten Nutzer einer zentralen Instanz ihre Vermögenswerte an, und diese Instanz versagte.
Der FTX-Zusammenbruch im November 2022 gilt als psychologischer Wendepunkt. Erst als Auszahlungen gestoppt wurden, erkannten viele Nutzer, dass Gegenparteirisiko kein theoretisches Konzept ist, sondern realer Vermögensverlust. Das sinkende Vertrauen in Kryptobörsen ist damit keine kurzfristige Reaktion, sondern das Resultat wiederholter systemischer Ausfälle.
Eigene Schlüssel statt Plattformvertrauen: Der Trend zur Eigenverantwortung
Die Abkehr von zentralen Börsen folgt einer strukturellen Logik. Wer Bitcoin auf einer eigenen Wallet mit privatem Schlüssel verwahrt, eliminiert das Gegenparteirisiko vollständig. Kein Unternehmen kann den Zugang sperren, keine Insolvenz die Bestände erfassen, kein Hack auf Börsenserver das eigene Vermögen betreffen.
Bitcoin ermöglicht dieses Modell nativ, ohne Mittelsmann, ohne Vertrauensvorschuss, ohne institutionelle Abhängigkeit. Die Entscheidung für Bitcoin Eigenverantwortung ist damit keine ideologische Position, sondern eine rationale Risikobewertung. Wer die Kontrolle über sein Geld an Dritte abgibt, akzeptiert ein Risiko, das bei einem Gut mit festem Angebot und programmatischer Knappheit nicht notwendig ist.
Die Studie wurde allerdings gemeinsam mit einem Hardware-Wallet-Hersteller erstellt. Stichprobengröße und Methodik bleiben unklar. Das schmälert die Aussagekraft, nicht aber die zugrunde liegende Erkenntnis: Zentrale Verwahrung bleibt ein strukturelles Risiko, das Bitcoin konstruktionsbedingt nicht kennt.
Wir berichteten über das Binance Datenleck 2026 und die Risiken zentraler Verwahrung.





