Die Knaken Insolvenz ist besiegelt: Ein Gericht in Rotterdam erklärte die niederländische Krypto-Plattform für zahlungsunfähig. Rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern gelten als verschwunden.

Rotterdamer Gericht erklärt Knaken für insolvent

Die Knaken Insolvenz ist amtlich: Ein Gericht in Rotterdam hat die niederländische Krypto-Plattform Knaken Cryptohandel Mitte Juli für zahlungsunfähig erklärt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fehlen rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern, ohne dass bislang klar ist, wie das Geld verschwinden konnte.

Den Antrag stellte die Staatsanwaltschaft bereits Ende Juni, gestützt auf Hinweise der Finanzmarktaufsicht AFM auf eine sehr besorgniserregende Lage. Das Gericht begründete den Schritt mit einem erheblichen Defizit, über das die Kunden nicht informiert worden seien. Ein gerichtlich bestellter Kurator soll die Abwicklung ordnen, weil das Unternehmen nicht genug Vermögen hat, um alle Nutzer vollständig auszuzahlen.

Betroffen sind rund 30.000 Kundinnen und Kunden, die seit Anfang Juni keinen Zugriff mehr auf Konten und Guthaben haben. Die Ermittlungsbehörde FIOD durchsuchte die Firma Ende Juni und beschlagnahmte Geräte sowie Teile des Vermögens. Für dieses Geschäft hätte Knaken eine AFM-Lizenz benötigt, die das Unternehmen nie erhielt.

Knaken Insolvenz reiht sich in eine Kette von Plattform-Pleiten

*Anzeige

Damit reiht sich die Knaken Insolvenz in eine Kette zentraler Handelsplätze ein, deren Guthaben im Kollaps verschwanden. Von Mt. Gox über QuadrigaCX bis FTX folgt das Muster demselben Ablauf: Nutzer geben die Kontrolle über ihre Bestände an einen Anbieter ab, der sie intransparent verwaltet.

Im Fall Knaken sollte eine eigene Stiftung, die Stichting Knaken Payments, die Einlagen getrennt vom Firmenvermögen sichern. Auch diese Stiftung wurde für insolvent erklärt. Damit greift genau jene Schutzkonstruktion nicht, mit der viele Plattformen um Vertrauen werben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt strafrechtlich wegen des Verdachts auf unerlaubte Geschäfte und den Umgang mit den fehlenden Kundengeldern. Die offizielle Begründung des Antrags nennt das Openbaar Ministerie. Wie hoch die tatsächliche Deckung für die Gläubiger ausfällt, ist bislang offen.

Zentrale Verwahrung als strukturelles Ausfallrisiko

Die Knaken Insolvenz zeigt ein strukturelles Problem zentraler Verwahrung: Wer Guthaben bei einem Dienstleister hält, trägt das Gegenparteirisiko in voller Höhe. Sperrt der Anbieter den Zugang oder wird er zahlungsunfähig, verlieren Anleger die Kontrolle, unabhängig davon, wie robust das Netzwerk selbst arbeitet. Anders als Bankeinlagen unterliegen Krypto-Guthaben bei Plattformen in der Regel keiner staatlichen Einlagensicherung.

Eine Plattform kann Guthaben sperren, eine Insolvenz kann sie einziehen, ein Verfahren kann sie über Jahre binden. Bitcoin ist dagegen auf Selbstverwahrung ausgelegt: Wer den privaten Schlüssel selbst hält, entzieht seine Bestände dem Zugriff Dritter.

Für Anleger bleibt die Trennung zwischen dem Vermögenswert und der Verwahrstelle entscheidend. Das feste Angebot von 21 Mio. Bitcoin sichert den Wert, nicht aber die Kontrolle, wenn ein Verwahrer ausfällt.

Wir berichteten über die wachsende Abkehr von zentraler Verwahrung.

Unser Qualitätsanspruch

Unsere Redaktionsrichtlinien bei Krypto Guru zielen darauf ab, Dir präzise, gut recherchierte und objektive Informationen im Bereich Kryptowährungen zu bieten. Jedes Stück Inhalt wird von einem Team aus erfahrenen Krypto-Experten und Redakteuren sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass Du nur die verlässlichsten und aktuellsten Informationen erhältst. So kannst Du sicher sein, dass die Inhalte, die Du bei uns findest, nicht nur relevant, sondern auch von echtem Mehrwert für Dich sind.

Telegram Channel

Komm in unseren kostenlosen Telegram Channel und erhalte die News als erster!

Aktuelle News

Weitere aktuelle News