Michael Saylor sieht in Bitcoin-Krediten von Großbanken einen möglichen Kurstreiber: Zwei bis drei US-Banken könnten binnen zwölf Monaten rund 100 Mrd. US-Dollar an bitcoinbesicherten Darlehen vergeben.

Saylor: Bitcoin-Kredite von Großbanken als Kurs-Katalysator

Michael Saylor, Chairman von Strategy, hat beim Freedom-Tech-DC-Gipfel am 22. September 2026 in Washington ein Szenario skizziert: Zwei bis drei große US-Banken könnten binnen zwölf Monaten rund 100 Mrd. US-Dollar an Bitcoin-Krediten von Großbanken vergeben. Nach seiner Rechnung entspricht diese Summe etwa zehn Jahren an neu geschürften Bitcoin.

Diese zusätzliche Nachfrage könnte laut Saylor den Bitcoin-Kurs auf das Zwei- bis Dreifache treiben und die gesamte Digital-Asset-Branche auf ein Volumen von 10 Bio. US-Dollar heben. Er betonte selbst, dass es sich um sein eigenes Szenario handelt, nicht um die Prognose einer Bank oder Aufsichtsbehörde. Als Referenzpunkt nannte er die eigene Bilanz: Strategy hält nach eigenen Angaben rund 843.775 Bitcoin im Wert von etwa 53 Mrd. US-Dollar.

Großbanken entdecken Bitcoin als Kollateral

Bewegung im Markt für Bitcoin-Kredite von Großbanken gibt es bereits: Deutsche Bank kündigte am 16. September 2026 an, bis Jahresende einen regulierten Verwahrdienst für Bitcoin, Ether und die Stablecoins USDC, EURC und EURAU aufzubauen, zunächst für institutionelle und Firmenkunden in Deutschland. Für die technische Umsetzung arbeitet das Institut mit Bitpanda Technology Solutions und dem Schweizer Anbieter Taurus zusammen.

Der Start hängt laut Deutsche Bank noch von ausstehenden regulatorischen Freigaben ab, eine Ankündigung ist damit keine Umsetzung. Saylor argumentiert zudem, dass Großbanken dafür keine neue Gesetzgebung durch den Kongress benötigen, da Bitcoin bei der Aufsichtsbehörde CFTC bereits als Rohstoff gilt und die SEC Spot-ETFs zugelassen hat. Diese Einschätzung äußerte er auf dem Freedom-Tech-DC-Gipfel, der am 22. und 23. September 2026 Politik und Industrie zusammenbrachte.

Der neue Kreditmarkt zwischen Finanzinstituten und Coins

Der neue Bitcoin-Kreditmarkt verschiebt eine zentrale Frage: Wer hält am Ende die privaten Schlüssel? Sobald eine Bank Bitcoin als Sicherheit für einen Kredit verwahrt, tauscht der Kunde Selbstverwahrung gegen Liquidität und trägt zusätzlich das Ausfallrisiko des Kreditgebers. Eingefrorene Guthaben bei insolventen Handelsplätzen der vergangenen Jahre zeigen, dass dieses Risiko real bleibt, auch wenn Großbanken strenger reguliert sind als frühere Börsen.

Saylors Rechnung bleibt ein Szenario, kein Beschluss einer Bank oder Aufsichtsbehörde. Sie hängt von noch ausstehenden Freigaben ab, etwa jener für den Verwahrdienst der Deutschen Bank.

Ob zwei oder drei US-Banken binnen eines Jahres tatsächlich im genannten Umfang Bitcoin-Kredite von Großbanken vergeben, entscheidet die Aufsicht, nicht die Kurshoffnung. Bis dahin bleibt die feste Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin die einzige Größe in diesem Markt, die nicht verhandelbar ist.

Wir berichteten über Saylors frühere Pläne, Strategy selbst zu einer Art Bitcoin-Bank zu entwickeln.

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