Bitcoin Full Nodes prüfen jede Transaktion und jeden Block nach den geltenden Konsensregeln. Sie entscheiden, welche Softwareversion gültig ist, nicht die Miner. Der Streit um die Blockgröße zeigte, dass wirtschaftliche Mehrheit allein nicht reicht.

Was Bitcoin Full Nodes wirklich tun

Bitcoin Full Nodes prüfen jeden Block und jede Transaktion eigenständig gegen die geltenden Konsensregeln. Sie speichern die komplette Blockchain und lehnen jeden Datensatz ab, der diese Regeln verletzt. Miner erzeugen neue Blöcke, doch über die Gültigkeit entscheidet allein die Software der Nodes.

Ein Miner kann enorme Rechenleistung investieren und trotzdem leer ausgehen, wenn sein Block gegen die Regeln verstößt. Full Nodes verwerfen einen ungültigen Block automatisch, selbst bei mehrheitlicher Hashrate dahinter. Die nötige Hardware für einen eigenen Full Node ist vergleichsweise günstig.

Kontrolle der Miner hat klare Grenzen

Miner kontrollieren nur die Reihenfolge der Transaktionen und die Blockbelohnung. Neue Regeln können sie nicht erzwingen, wenn die Full Nodes sie ablehnen. Wer die Funktionsweise eines Full Node nachlesen möchte, findet dort eine technische Einordnung.

Historisch versuchten große Mining-Pools mehrfach, größere Blöcke gegen den Willen der Full-Node-Betreiber durchzusetzen. Ohne deren Zustimmung blieben diese Versuche folgenlos. Diese Balance zwischen Minern und Full Nodes bildet das eigentliche Machtgleichgewicht in Bitcoin.

Die Lehre aus den Block Size Wars

Die Block Size Wars zwischen 2015 und 2017 waren der bislang deutlichste Test dieses Gleichgewichts. Ein Teil der Miner und Unternehmen unterstützte größere Blöcke, um mehr Transaktionen pro Block zu ermöglichen. Zeitweise signalisierte über 80 Prozent der Hashrate Unterstützung für den SegWit2x-Kompromiss.

Im November 2017 wurde der geplante SegWit2x-Hardfork dennoch abgesagt, weil der nötige Rückhalt unter den Full-Node-Betreibern fehlte. Die Mehrheit der Hashrate allein reichte nicht aus, um eine Regeländerung durchzusetzen.

Bitcoin Full Nodes besitzen damit die eigentliche Definitionsmacht über die Regeln des Netzwerks, nicht die Rechenleistung der Miner. Aus Sicht der Österreichischen Schule entspricht das dem Prinzip der spontanen Ordnung: Regeln setzen sich durch freiwillige Zustimmung vieler unabhängiger Akteure durch, nicht durch zentrale Anordnung. Friedrich August von Hayek beschrieb solche Ordnungen als Ergebnis dezentraler Entscheidungen, die niemand von oben plant. Bitcoin überträgt dieses Prinzip auf Geld, indem es die Regeln der Geldschöpfung von der Marktmacht einzelner Akteure trennt.

Die feste Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin und das Proof-of-Work-Verfahren bleiben deshalb nur gültig, solange die Full Nodes sie durchsetzen. Das macht Bitcoin zu einer Form von hartem Geld, dessen Angebotsregeln nicht durch die Verhandlungsmacht einzelner Gruppen verändert werden können. Wie stabil dieses Gleichgewicht bei künftigen Konflikten bleibt, ist allerdings offen und wird in der Bitcoin-Community weiterhin diskutiert. Die Block Size Wars sind daher eher ein historischer Beleg als ein endgültiger Beweis für die Widerstandsfähigkeit dieser Machtverteilung.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über UASF vs UAHF: Wie Bitcoin-Nutzer die Macht der Miner brachen.

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