Hester Peirce fordert Zero-Knowledge-Proofs für KYC-Verfahren, um Identitätsdaten im Kryptomarkt vor zentraler Speicherung zu schützen. Die scheidende SEC-Kommissarin nannte aktuelle KYC-Praktiken einen Aufbau immer größerer Datenheuhaufen.
Peirce fordert Kryptografie zum Schutz von Identitätsdaten
Die scheidende SEC-Kommissarin Hester Peirce forderte am Mittwoch, den 23. September 2026, in einer Rede vor der SIFMA-Digital-Assets-Konferenz in New York den Einsatz von Zero-Knowledge-Proofs für KYC-Verfahren im Kryptomarkt. In ihrer Rede mit dem Titel „Looking for Change in Haystacks“ kritisierte sie, dass Finanzinstitute durch wiederholte Identitätsprüfungen immer größere Datensammlungen anlegen.
Peirce bezeichnete diese Praxis als Aufbau „immer größerer Datenheuhaufen“ und warnte vor einem Überwachungssystem, das sie mit einem Panoptikum verglich. Konkret schlägt sie vor, dass Institute künftig einzelne Merkmale wie Alter, Staatsbürgerschaft, Status als akkreditierter Anleger oder das Ergebnis einer Sanktionsprüfung bestätigen können, ohne die zugrunde liegenden Dokumente selbst einzusehen oder dauerhaft zu speichern. Das würde nach ihrer Einschätzung auch das Risiko von Datenlecks bei Vermittlern und Börsen spürbar verringern.
Zero-Knowledge-Proofs schützen sensible KYC-Daten
Zero-Knowledge-Proofs für KYC-Verfahren funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Ein kryptografischer Beweis bestätigt einer Gegenpartei, dass eine Bedingung erfüllt ist, etwa Volljährigkeit oder Wohnsitz, ohne dass Name, Einkommen oder Adresse offengelegt werden.
Laut Peirces Rede vor der SEC trafen sich Mitarbeiter der Behörde bereits im Juli 2026 mit dem Kryptografie-Unternehmen Aztec Labs, um dessen Identitätslösung ZKPassport zu prüfen. Das System soll zeigen, wie sich der Ansatz praktisch in bestehende Prüfprozesse integrieren lässt.
Peirce betonte, ihre Position sei persönlich und stelle keine offizielle Haltung der SEC oder ihrer Kommissionskollegen dar. Eine förmliche Regelsetzung kündigte sie nicht an, die geltenden KYC- und Antigeldwäschevorschriften bleiben unverändert in Kraft.
Dezentralisierte Identität statt zentraler Speicherung
Der Vorstoß für Zero-Knowledge-Proofs bei KYC-Verfahren reiht sich in die laufende Debatte um Krypto Regulierung und Datenschutz ein, wenige Tage vor Peirces Ausscheiden aus der Behörde am 2. Oktober 2026. Sie leitete zuvor die Krypto-Arbeitsgruppe der SEC und gilt als eine der krypto-freundlichsten Stimmen der Behörde.
Peirces Vorschlag bleibt vorerst eine persönliche Position ohne bindende Wirkung, die bestehenden KYC- und Antigeldwäscheregeln gelten unverändert weiter. Ob ihre Nachfolge in der Kommission das Thema aufgreift, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.
Weniger zentral gespeicherte Identitätsdaten würden die Kontrolle einzelner Institute und Behörden über persönliche Informationen verringern. Ob dieser Gedanke die Aufsichtspraxis tatsächlich verändert, entscheidet sich erst mit einer möglichen künftigen Regelsetzung.
Wir berichteten über die vorangegangene Einstufung von 16 Kryptowährungen als digitale Rohstoffe durch die SEC.





