Hash Ribbons: Bitcoin-Hashrate bei 880,9 EH/s (Stand 11.08.2026)

Hash Ribbons vergleichen den 30-Tage- mit dem 60-Tage-Durchschnitt der Bitcoin-Hashrate und markieren Phasen, in denen unrentable Miner abschalten. Die Bitcoin-Hashrate liegt aktuell bei 880,9 EH/s (Stand 11.08.2026). Liegt die kürzere Linie unter der längeren, gilt die Phase als Kapitulation; der Chart oben zeigt den aktuellen Verlauf beider Linien.

Einordnung vom 11.08.2026

Die Hash Ribbons setzen die Netzwerk-Hashrate von Bitcoin in Bezug zu ihrem eigenen gleitenden Durchschnitt: Liegt die 30-Tage-Linie unter der 60-Tage-Linie, gilt die Phase als Kapitulation, weil ein Teil der Miner die Rechenleistung abschaltet. Aktuell befindet sich die Kennzahl in genau dieser Phase; die kürzere Linie notiert unterhalb der längeren. Die Hashrate selbst schwankt tagesaktuell teils deutlich, da einzelne Messwerte je nach Blockintervall stark springen können, während die geglätteten Linien die strukturelle Richtung zeigen.

Historisch folgte auf das Ende einer Kapitulationsphase, wenn die 30-Tage-Linie wieder über die 60-Tage-Linie steigt, häufig eine Erholung der Hashrate. Dieses Muster galt in vergangenen Marktzyklen als Beobachtung, nicht als Gesetzmäßigkeit — die Kennzahl beschreibt einen Zustand des Miner-Netzwerks, keine Aussage über künftige Kursentwicklung. Ob und wann die laufende Phase endet, lässt sich aus den bisherigen Werten nicht ableiten.

Automatisch generierte Dateneinordnung. Keine Anlageberatung.

Was die Hash Ribbons zeigen

Hash Ribbons sind ein von Charles Edwards entwickeltes Rahmenwerk zur Einordnung der Bitcoin-Hashrate, also der gesamten Rechenleistung, die im Netzwerk für das Mining aufgewendet wird. Die Kennzahl setzt zwei gleitende Durchschnitte der Hashrate zueinander in Beziehung und macht sichtbar, wenn sich die Rechenleistung kurzfristig gegenüber ihrem längerfristigen Trend abschwächt.

Wie die Kennzahl berechnet wird

Grundlage sind zwei einfache gleitende Durchschnitte der Hashrate: einer über 30 Tage, einer über 60 Tage. Liegt der 30-Tage-Durchschnitt über dem 60-Tage-Durchschnitt, wächst die Rechenleistung im kurzfristigen Vergleich oder bewegt sich stabil. Fällt die 30-Tage-Linie hingegen unter die 60-Tage-Linie, schrumpft die kurzfristige Hashrate gegenüber dem längeren Trend. Genau dieser Zustand wird als Kapitulation bezeichnet.

Die Ökonomie hinter der Kapitulation

Miner tragen laufende Kosten, vor allem für Strom, und erzielen ihre Einnahmen in Bitcoin über den Block-Reward und Transaktionsgebühren. Diese Anreizstruktur macht das Mining-Geschäft empfindlich gegenüber zwei Größen: dem Bitcoin-Kurs und der Difficulty, die den Rechenaufwand pro gefundenem Block bestimmt. Fällt der Kurs oder steigt die Difficulty, sinkt der Ertrag je eingesetzter Recheneinheit. Für die ineffizientesten Anlagen im Netzwerk, ältere Hardware mit hohem Stromverbrauch pro Hashrate, kippt die Rechnung dann ins Unrentable. Diese Geräte werden abgeschaltet, weil ihr Betrieb mehr Stromkosten verursacht, als sie an Bitcoin einbringen. In der Summe sinkt dadurch die Rechenleistung des Netzwerks kurzfristig, während der längerfristige 60-Tage-Durchschnitt die Abschwächung erst mit Verzögerung nachvollzieht. Das ist strukturell der Mechanismus, der die 30-Tage-Linie unter die 60-Tage-Linie drückt.

Kapitulationsphasen in der Historie

Kapitulationsphasen sind kein neues Phänomen. Ein historisch bedeutsamer Fall war der Einbruch der Hashrate im Sommer 2021, ausgelöst durch das chinesische Mining-Verbot, das große Teile der damaligen Rechenleistung binnen kurzer Zeit vom Netz nahm. Eine weitere ausgeprägte Phase folgte im Zuge des Marktabschwungs 2022, als fallende Kurse und gestiegene Energiekosten mehrere Miner gleichzeitig unter Druck setzten. Auch danach traten wiederholt kürzere und längere Kapitulationsphasen auf, dokumentiert jeweils mit Beginn- und Enddatum. Eine dieser Phasen begann am 9. Juni 2026 und dauert nach den vorliegenden Daten weiter an; ein Enddatum ist für eine noch laufende Phase naturgemäß nicht hinterlegt. Der Chart oben zeigt den aktuellen Verlauf beider Linien sowie die schattierten Zeiträume der erfassten Kapitulationen.

Wie der Wert zu lesen ist

Der Abstand zwischen den beiden Linien beschreibt ausschließlich die Rechenleistung im Netzwerk, nicht den Bitcoin-Kurs. Eine Kapitulation ist eine Beobachtung über abgeschaltete Miner, keine Aussage über die Marktentwicklung. Kreuzt die 30-Tage-Linie die 60-Tage-Linie anschließend wieder von unten nach oben, deutet das auf eine Stabilisierung oder Erholung der Rechenleistung hin, etwa weil verbliebene Miner wieder profitabler arbeiten oder neue, effizientere Hardware ans Netz geht.

Grenzen der Kennzahl

Die zugrunde liegende Hashrate lässt sich nicht direkt messen, sondern nur aus Blockzeiten und der jeweils gültigen Difficulty schätzen. Kurzfristige Schwankungen bei der Blockfindung erzeugen dadurch statistisches Rauschen in der Tagesreihe, das die gleitenden Durchschnitte glätten, aber nicht vollständig beseitigen. Die Kennzahl sagt zudem nichts über die geografische Verteilung der Miner oder über einzelne Betreiber aus: Ein globaler Rückgang der Rechenleistung kann aus vielen unabhängigen Abschaltentscheidungen entstehen oder aus einem konzentrierten Ausfall in einer einzelnen Region. Die Difficulty selbst passt sich erst nach jeweils 2.016 Blöcken an die zuletzt beobachtete Hashrate an, wodurch die Reaktion des Netzwerks auf eine Kapitulationsphase strukturell zeitversetzt erfolgt.

Typische Fehldeutungen

In der Bitcoin-Community kursiert das Narrativ, die Erholung nach einer Hashrate-Kapitulation sei ein verlässliches Kaufsignal für den Kurs. Diese Deutung ist eine verbreitete Erzählung, kein belegter Zusammenhang: Die Kennzahl misst technische Vorgänge im Mining, keine Nachfrage- oder Preisdynamik. Ein weiterer Fehlschluss besteht darin, jede kurze Kreuzung der beiden Linien als eindeutiges Signal zu werten. Kurze Kapitulationsphasen von wenigen Tagen entstehen häufig durch normale Schwankungen der gemessenen Hashrate und lassen sich nicht ohne Weiteres mit langen, strukturellen Phasen wie jener nach dem Mining-Verbot 2021 gleichsetzen. Auch die Ursache einer Abschaltung bleibt aus der Kennzahl allein nicht ablesbar; sie kann im Kurs, in der Difficulty, in regionalen Stromkosten oder in regulatorischen Eingriffen liegen.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine Kapitulation bei den Hash Ribbons?

Eine Kapitulation bezeichnet die Phase, in der der 30-Tage-Durchschnitt der Bitcoin-Hashrate unter den 60-Tage-Durchschnitt fällt, weil unrentable Miner ihre Anlagen abschalten. Sie beschreibt einen Vorgang in der Rechenleistung des Netzwerks, keine Aussage über den Bitcoin-Kurs.

Warum schalten Miner ihre Geräte ab?

Miner tragen laufende Stromkosten und erzielen ihre Erträge in Bitcoin. Fällt der Kurs oder steigt die Difficulty, wird der Betrieb ineffizienter Hardware unrentabel, sodass sie vom Netz genommen wird.

Gilt die Erholung nach einer Kapitulation als verlässliches Kaufsignal?

In der Bitcoin-Community kursiert dazu ein Narrativ, das eine Erholung der Hashrate mit steigenden Kursen verknüpft. Es handelt sich um eine verbreitete Erzählung ohne belegten Zusammenhang, nicht um eine Prognose oder Handlungsempfehlung.

Was unterscheidet Hash Ribbons von der Difficulty-Anpassung?

Die Difficulty passt sich automatisch alle 2.016 Blöcke an die zuletzt beobachtete Hashrate an. Hash Ribbons vergleichen dagegen zwei gleitende Durchschnitte der Hashrate direkt und machen eine Verschiebung sichtbar, bevor sich die Difficulty entsprechend anpasst.

Quellen: mempool.space (Hashrate), Berechnung: Krypto Guru

Keine Anlageberatung.