Langzeithalter und Volatilität: 62,5 % der Coins über 1 Jahr gehalten (Stand 10.08.2026)

Der Kombi-Chart zeigt den Anteil seit mindestens einem Jahr unbewegter Bitcoin (HODL-Wellen) gemeinsam mit der annualisierten 30-Tage-Volatilität. Der aktuelle HODL-1-Jahr-Anteil liegt bei 62,5 % (Stand 10.08.2026). Beide Reihen sind Fakt; ein ursächlicher Zusammenhang zwischen hohem Langzeithalter-Anteil und niedrigerer Schwankung ist damit nicht belegt. Beide Größen hängen zugleich vom Marktzyklus ab, ein Gleichlauf kann daher auch eine gemeinsame Ursache haben.

Quellen: bitcoin-data.com (BGeometrics), Coin Metrics Community Data (Kurs), Berechnung: Krypto Guru

Einordnung vom 11.08.2026

Der Anteil der seit mindestens einem Jahr unbewegten Bitcoin liegt aktuell bei 62,06 %, Stand 8. Juli 2026. In den vergangenen Wochen ist der Wert leicht gestiegen, von rund 61,6 % Anfang Juni auf das aktuelle Niveau.

Im längerfristigen Verlauf zeigt sich ein Rückgang von Werten um 70 % Ende 2023 auf das heutige Niveau. Strukturell wird ein sinkender Anteil häufig mit der Umschichtung älterer Bestände in jüngere Altersbänder gedeutet, etwa durch Bewegungen zwischen Wallets oder auf Börsen. Der jüngste leichte Anstieg lässt sich als Stabilisierung des Anteils langfristig gehaltener Bitcoin lesen. Ob dahinter ein verändertes Verhalten der Halter oder einzelne größere Transaktionen stehen, lässt sich aus der Kennzahl allein nicht ableiten. Sie beschreibt beobachtbares Bewegungsverhalten auf der Blockchain, keine Motive der Halter.

Automatisch generierte Dateneinordnung. Keine Anlageberatung.

Was der Kombi-Chart zeigt

Der Chart kombiniert zwei eigenständig berechnete Kennzahlen der Bitcoin-Analyse in einer gemeinsamen Darstellung: die HODL-Wellen für den Anteil seit mindestens einem Jahr unbewegter Coins und die annualisierte 30-Tage-Volatilität des Bitcoin-Kurses. Die eine Reihe stammt aus der Blockchain-Analyse, die andere aus Marktkursdaten. Beide werden hier nebeneinander gestellt, um ein mögliches Muster zwischen Haltedauer der umlaufenden Bitcoin und Schwankungsbreite des Kurses sichtbar zu machen. Die Darstellung bleibt streng beschreibend: Sie zeigt zwei parallele Zeitreihen, keine Kausalkette und keine Handlungsempfehlung.

Wie die beiden Reihen berechnet werden

Die HODL-Wellen segmentieren die umlaufende Bitcoin-Menge nach dem Zeitpunkt der letzten Bewegung auf der Blockchain. Für den hier gezeigten Anteil zählt jede Coin, deren letzte On-Chain-Transaktion mindestens ein Jahr zurückliegt. Grundlage ist die UTXO-Altersstruktur, die für jede unverbrauchte Transaktionsausgabe das Alter seit der letzten Bewegung protokolliert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität misst dagegen die Streuung der täglichen Kursrenditen über ein gleitendes 30-Tage-Fenster, hochgerechnet auf ein Jahr. Sie beruht ausschließlich auf Marktdaten, nicht auf Blockchain-Bewegungen, und bildet damit eine strukturell andere Datenquelle ab als die HODL-Wellen.

Wie der Kombi-Chart zu lesen ist

Der Chart oben zeigt den aktuellen Stand beider Reihen im Zeitverlauf. Historisch bewegte sich der HODL-1-Jahr-Anteil über mehrere Marktzyklen hinweg meist zwischen einem niedrigeren Bereich um die späten 50 Prozent und einem hohen Bereich um die späten 60 Prozent, mit einem Höchststand im Jahr 2023. Die Volatilität durchlief in derselben Zeit wiederkehrende Phasen niedriger und erhöhter Schwankung, meist im Umfeld größerer Kursbewegungen. Ein Blick auf beide Linien zeigt, ob sich Phasen mit besonders hohem Langzeithalter-Anteil mit Phasen niedrigerer Volatilität überschneiden oder ob sie zeitlich auseinanderfallen. Die Volatilität misst dabei ausschließlich die Stärke der Kursbewegung, nicht deren Richtung; ein ruhiger Chartverlauf kann ebenso in einer Aufwärts- wie in einer Abwärtsphase auftreten. Der HODL-1-Jahr-Anteil wiederum bewegt sich naturgemäß träge, da er kumulativ über zwölf Monate gebildet wird und einzelne Tage kaum Einfluss auf den Gesamtwert nehmen.

Typische Fehldeutungen

Die naheliegende Erzählung lautet, ein hoher Anteil ruhender Coins verkleinere den frei handelbaren Bestand und dämpfe dadurch die Schwankungsbreite. Das ist ein Narrativ, keine belegte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Die HODL-Wellen beschreiben ausschließlich beobachtbares Bewegungsverhalten auf der Blockchain; weshalb Coins ruhen, bleibt offen. Ebenso offen bleibt, weshalb die Volatilität in bestimmten Phasen sinkt oder steigt. Beide Größen hängen zugleich vom übergeordneten Marktzyklus ab: In ausgedehnten Seitwärts- oder Akkumulationsphasen steigt häufig sowohl der Anteil ruhender Coins als auch die Marktruhe, ohne dass eine Reihe die andere verursacht. Eine beobachtete Gleichläufigkeit kann daher eine Scheinkorrelation sein, die auf eine gemeinsame, dritte Ursache zurückgeht statt auf einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Reihen. Der Kombi-Chart erlaubt keine Prognose und kein Kursziel; er dokumentiert ausschließlich die gemeinsame historische Entwicklung zweier unabhängig berechneter Kennzahlen.

Grenzen der Kombination

Die gemeinsame Darstellung ersetzt keine tiefere Analyse. Sie zeigt zwei Linien im selben Zeitraster, ordnet aber keine Gewichtung oder Rangfolge zwischen ihnen an. Kurzfristige Ausschläge der Volatilität lassen sich in der trägen HODL-Kurve gar nicht wiederfinden, da beide Reihen unterschiedliche Zeitkonstanten haben. Zudem berücksichtigt die annualisierte 30-Tage-Volatilität keine Optionsmarkt-Erwartungen und keine Liquiditätsbedingungen einzelner Börsenplätze; sie ist eine rein retrospektive Kennzahl auf Basis realisierter Kursbewegungen. Wer aus dem Kombi-Chart eine Regel ableiten möchte, verwechselt eine visuelle Beobachtung über einen begrenzten Zeitraum mit einem belastbaren statistischen Zusammenhang.

Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen

Die HODL-Wellen sind Teil einer breiteren Altersband-Analyse, die den umlaufenden Bestand in mehrere Zeitfenster unterteilt, etwa unter drei Monaten, zwischen einem und zwei Jahren oder über fünf Jahre. Der hier verwendete Ein-Jahres-Schwellenwert ist eine gängige Vereinfachung, um langfristig ruhende Bestände von kurzfristig aktivem Bestand abzugrenzen. Die annualisierte Volatilität unterscheidet sich zudem von impliziter Volatilität aus Optionsmärkten, da sie ausschließlich auf realisierten, vergangenen Kursbewegungen beruht und keine Markterwartung abbildet. Beide Kennzahlen sind damit rückblickende Größen: Sie beschreiben, was geschehen ist, nicht, was folgt. Eine Einordnung der Marktphase insgesamt verlangt daher zusätzliche Kennzahlen, die Bewertung oder Zyklusposition getrennt abbilden.

Häufige Fragen

Was zeigt der Kombi-Chart aus HODL-Wellen und Volatilität?

Er stellt den Anteil seit mindestens einem Jahr unbewegter Bitcoin neben die annualisierte 30-Tage-Volatilität des Kurses. Beide Reihen stammen aus unterschiedlichen Datenquellen und werden rein deskriptiv nebeneinander dargestellt.

Bedeutet ein hoher Langzeithalter-Anteil automatisch eine niedrigere Volatilität?

Nein. Ein solcher Zusammenhang ist ein Narrativ, keine belegte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Beide Größen können auch deshalb gemeinsam schwanken, weil sie gleichzeitig vom übergeordneten Marktzyklus abhängen.

Wie wird die annualisierte 30-Tage-Volatilität berechnet?

Sie misst die Streuung der täglichen Kursrenditen über ein gleitendes 30-Tage-Fenster und rechnet diesen Wert auf ein Jahr hoch. Sie beruht ausschließlich auf realisierten Marktdaten, nicht auf Blockchain-Bewegungen.

Was ist eine Scheinkorrelation im Zusammenhang mit diesen beiden Reihen?

Eine Scheinkorrelation liegt vor, wenn zwei Reihen gemeinsam verlaufen, weil eine dritte Ursache — etwa der Marktzyklus — beide beeinflusst, ohne dass eine Reihe die andere direkt bewirkt. Ein beobachteter Gleichlauf von HODL-Anteil und Volatilität lässt sich daher nicht ohne Weiteres als direkte Wirkung deuten.

Quellen: bitcoin-data.com (BGeometrics) (HODL-Wellen), Coin Metrics Community Data (Kurs, Volatilität)

Keine Anlageberatung.