Verlorene Bitcoins: geschätzt 3.572.180 BTC für immer unzugänglich (Stand 10.08.2026)
Aktuell gelten schätzungsweise 3.572.180 BTC als seit mindestens zehn Jahren unbewegt (Stand 10.08.2026). Fakt ist ausschließlich die Bewegungslosigkeit über diesen Zeitraum; ob diese Coins tatsächlich unwiderruflich verloren sind, bleibt eine Deutung, die sich aus der Blockchain allein nicht ableiten lässt. Die Schätzung ist eine Obergrenze der Unbeweglichkeit.
Einordnung vom 11.08.2026
Die Schätzung verlorener Bitcoin liegt aktuell bei 3.572.180 BTC und damit bei 17,8 % der umlaufenden Menge (Stand 10. August 2026). Als verloren gelten Coins, die seit mindestens zehn Jahren nicht mehr bewegt wurden – eine methodische Näherung, kein exakter Nachweis über tatsächlich unwiederbringliche Bestände. Seit August 2022, als der Wert bei rund 2,5 Mio. BTC lag, ist die Zahl kontinuierlich gestiegen, zuletzt bei nahezu unverändertem prozentualem Tempo. Strukturell wächst diese Kategorie mit jedem Tag, an dem ältere Bestände die Zehn-Jahres-Schwelle überschreiten, unabhängig von Marktphasen.
Ob hinter den erfassten Adressen tatsächlich verlorene Schlüssel, institutionelle Kaltlagerung oder bewusst gehaltene Langfristbestände stehen, lässt sich aus der reinen Bewegungsstatistik nicht unterscheiden. Der Anteil wird häufig als Argument für ein geringeres effektives Angebot angeführt – dies bleibt eine Interpretation der Rohdaten, kein gesicherter Fakt über die Gesamtmenge nutzbarer Bitcoin.
Automatisch generierte Dateneinordnung. Keine Anlageberatung.
Was die Kennzahl beschreibt
Die Kennzahl „verlorene Bitcoins“ bezeichnet die Menge an BTC, deren letzte Bewegung auf der Blockchain mindestens zehn Jahre zurückliegt. Zum Stand 8. Juli 2026 betrifft dies 3.573.123 BTC, umgerechnet 17,82 % der umlaufenden Menge. Die Bezeichnung ist ein Kürzel für eine Deutung, nicht der beobachtete Fakt selbst. Beobachtbar ist einzig die Bewegungslosigkeit über den festgelegten Zeitraum. Ob die zugrunde liegenden Schlüssel tatsächlich unzugänglich sind, etwa weil sie verlegt wurden, weil Halter ohne Zugriffsübergabe verstorben sind oder aus anderen Gründen, lässt sich aus dem Datensatz nicht ableiten. Fakt und Deutung sind damit zwei getrennte Ebenen: Die Zahl misst Stillstand, nicht Verlust.
Wie der Wert berechnet wird
Grundlage ist die Altersstruktur der einzelnen Coin-Einheiten auf Basis des UTXO-Modells. Für jede Einheit wird das Datum der letzten Transaktion erfasst. Alle Einheiten, deren letzte Bewegung mindestens zehn Jahre zurückliegt, werden aufsummiert und der Umlaufmenge gegenübergestellt, woraus sich der Prozentwert ergibt. Datenquelle für die Altersbänder ist bitcoin-data.com (BGeometrics), die Umlaufmenge stammt von Coin Metrics. Die Berechnung ist rein mechanisch und unabhängig von Annahmen über Motive der Halter.
Wie der aktuelle Wert einzuordnen ist
Der Wert ist in den vergangenen Jahren strukturell gestiegen: Vor einem Monat lag er bei 3.543.559 BTC, vor drei Monaten bei 3.495.303 BTC, vor sechs Monaten bei 3.375.115 BTC, vor einem Jahr bei 3.311.589 BTC und vor zwei Jahren bei 3.280.525 BTC. Zu Beginn der verfügbaren Historie, am 9. Juli 2022, lag der Wert bei 2.467.475 BTC, nahe dem historischen Minimum von 2.462.762 BTC am 11. Juli 2022. Der bisherige Höchststand der Reihe wurde am 20. Dezember 2025 mit 3.762.746 BTC erreicht. Danach fiel der Wert bis zum 7. Januar 2026 auf 3.375.115 BTC zurück, bevor er bis Juli 2026 wieder auf 3.573.123 BTC anstieg. Ein solcher Rückgang zeigt strukturell, dass einzelne alte Bestände reaktiviert werden können und damit aus dem Zehn-Jahres-Fenster herausfallen. Der langfristige Anstieg insgesamt ist vor allem damit zu erklären, dass laufend neue Bestände in die Zehn-Jahres-Marke hineinaltern, während nur ein Teil der älteren Bestände in derselben Zeit bewegt wird.
Fakt, Deutung und Gegenbeispiele
Die Schätzung ist eine Obergrenze der Unbeweglichkeit, keine Untergrenze des Verlusts. Zwei Gegenbeispiele verdeutlichen den Unterschied zwischen beobachteter Bewegungslosigkeit und der Deutung als Verlust. Bestände, die frühen Adressen im Umfeld von Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden, liegen seit Jahren unbewegt, ohne dass ihr tatsächlicher Status bekannt wäre; Bewegungslosigkeit sagt hier nichts darüber aus, ob Zugriff besteht oder nicht. Umgekehrt zeigen wiederholt beobachtete Fälle, dass einzelne alte Wallets nach mehr als zehn Jahren Stillstand erneut aktiv wurden und Guthaben bewegten. Beide Fälle belegen, dass aus der reinen Bewegungslosigkeit weder auf dauerhaften Verlust noch auf dessen Ausschluss geschlossen werden kann. Die Kennzahl fasst damit eine strukturelle Obergrenze: Sie kann nicht mehr Coins als „potenziell unzugänglich“ ausweisen, als tatsächlich unbewegt sind, sagt aber nichts darüber, welcher Anteil davon dauerhaft verloren bleibt.
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
Von Kennzahlen wie dem Ein-, Zwei-, Drei- oder Fünf-Jahres-HODL-Anteil unterscheidet sich diese Kennzahl methodisch kaum, da beide auf derselben Altersbandlogik beruhen. Der Unterschied liegt in der Einordnung: HODL-Kennzahlen werden üblicherweise als Ausdruck von Halteverhalten gelesen, während die Zehn-Jahres-Schwelle traditionell mit der Verlust-Erzählung verknüpft wird. Diese Verknüpfung ist ein Narrativ, keine notwendige Folge der Daten. Strukturell beschreiben beide Kennzahlen dieselbe Art von Information: den Anteil einer Coin-Menge, der über einen bestimmten Zeitraum keine on-chain-Bewegung aufweist.
Typische Fehldeutungen
Eine verbreitete Fehldeutung besteht darin, den Wert als feststehende, bekannte Anzahl tatsächlich verlorener Coins zu behandeln. Tatsächlich handelt es sich um eine Schätzung der Bewegungslosigkeit, nicht um eine Messung des Verlusts. Ebenso verkürzt ist die Lesart, ein Rückgang des Werts signalisiere automatisch, dass „verlorene“ Coins auf den Markt zurückkehren; ein Rückgang zeigt lediglich, dass zuvor lange unbewegte Bestände wieder eine Transaktion aufweisen, unabhängig vom weiteren Verbleib. Auch der langfristige Anstieg des Anteils lässt sich nicht ohne Weiteres als wachsender Verlust deuten, da er strukturell auch durch langfristiges Halteverhalten ohne Verlust erklärbar ist.
Häufige Fragen
Was misst die Kennzahl „verlorene Bitcoins“ tatsächlich?
Sie misst ausschließlich, welcher Anteil der umlaufenden Bitcoin seit mindestens zehn Jahren keine on-chain-Bewegung aufweist. Ob die betroffenen Bestände tatsächlich unzugänglich sind, ist eine zusätzliche Deutung und keine direkte Messgröße.
Warum gilt die Zahl als Obergrenze und nicht als exakter Verlustwert?
Weil Bewegungslosigkeit auch andere Ursachen als Verlust haben kann, etwa bewusst langfristiges Halten. Der ausgewiesene Wert umfasst daher potenziell mehr Coins, als tatsächlich verloren sind; der wirkliche Verlust liegt höchstens bei diesem Wert, nicht darüber. Zusätzlich kann er sinken, wenn scheinbar unbewegte Bestände später wieder aktiv werden.
Was zeigen die Satoshi zugeschriebenen Bestände in diesem Zusammenhang?
Diese Bestände liegen seit Jahren unbewegt, ohne dass ihr tatsächlicher Status bekannt wäre. Sie zeigen, dass Bewegungslosigkeit allein keine Aussage über Zugriff oder Verlust erlaubt.
Wie ist ein Rückgang des Werts einzuordnen, etwa nach dem Stand vom 20. Dezember 2025?
Ein Rückgang bedeutet, dass zuvor über zehn Jahre unbewegte Bestände wieder eine Transaktion aufweisen und damit aus dem Zehn-Jahres-Fenster herausfallen. Das belegt, dass auch alte Wallets reaktiviert werden können, unabhängig vom weiteren Verbleib der Coins.
Quellen: bitcoin-data.com (BGeometrics), Umlaufmenge: Coin Metrics
Keine Anlageberatung.