Bitcoin Governance beschreibt, wie Änderungen am Protokoll ohne zentrale Instanz zustande kommen. Der Artikel stellt zwei Ansichten zum Zweck der Vertrauenslosigkeit gegenüber und ordnet sie ein.

Bitcoin Governance ohne zentrale Instanz

Bitcoin Governance beschreibt, wie Änderungen am Bitcoin-Protokoll zustande kommen. Es gibt keine Firma, keinen Vorstand und keine Abstimmung mit festen Regeln. Entwickler schlagen Änderungen vor, Miner signalisieren Zustimmung, und Nutzer setzen mit ihren Full Nodes die Regeln durch. Dieser Artikel ordnet zwei Sichtweisen auf den Zweck der Vertrauenslosigkeit von Bitcoin ein.

Der Prozess beginnt meist mit einem Bitcoin Improvement Proposal. Entwickler prüfen den Vorschlag, und Bitcoin Core übernimmt ihn gegebenenfalls in die Referenzsoftware. Ob eine Änderung wirkt, hängt aber davon ab, ob Miner und Nodes sie annehmen. Keine Instanz kann Updates verbindlich anordnen.

Vertrauenslosigkeit gegen Wertmaximierung

Vertrauenslosigkeit bedeutet, dass sich Bitcoin nutzen lässt, ohne jemandem vertrauen zu müssen, außer der Software, die man selbst ausführt. Über den Zweck dieser Eigenschaft gibt es unterschiedliche Ansichten. Die eine stellt sie als Ziel an sich in den Mittelpunkt. Die andere sieht in ihr ein Mittel, um den Wert von Bitcoin zu steigern.

Daniel Krawisz vertritt die zweite Position. Demnach wird der Wert von Bitcoin durch Upgrades optimiert, die den Wert erhöhen, sonst würden sie nicht umgesetzt. Ein Essay des Nakamoto Institute ordnet die Gegensätze zwei ethischen Ansätzen zu: der deontologischen Ethik, die auf moralischer Pflicht beruht, und der konsequentialistischen Ethik, die Folgen bewertet. Der Essay warnt, Kompromisse bei der Vertrauenslosigkeit könnten ein lokales Maximum erreichen und ein höheres globales Maximum verfehlen.

Fazit: Bitcoin Governance bleibt subjektiv

Bitcoin Governance ist subjektiv, weil kein objektiver Maßstab festlegt, welches Ziel gilt. Vertrauenslosigkeit als Pflicht und Wert als Ergebnis sind zwei Bewertungen derselben Technik. Welche überzeugt, entscheidet jeder Teilnehmer selbst, indem er Software wählt und Regeln durchsetzt.

Die Österreichische Schule liefert dafür den Rahmen. Ludwig von Mises beschrieb Wert als subjektiv, also als Urteil handelnder Menschen. Friedrich August von Hayek beschrieb spontane Ordnung, die ohne zentralen Plan aus vielen Einzelentscheidungen entsteht. Beides passt zur Steuerung von Bitcoin.

Bitcoin ist darin die logische Konsequenz. Als Hard Money mit fixem Angebot und einer Obergrenze von 21 Mio. BTC beruht es auf Proof-of-Work. Wer diese Obergrenze ändern wollte, bräuchte die Zustimmung der Nodes, und dagegen sprechen starke Anreize.

Einschränkend gilt: Dass nur wertsteigernde Upgrades umgesetzt werden, ist eine Theorie, kein Naturgesetz. Streit um Blockgrößen zeigt, dass die Praxis konfliktreicher verläuft. Auch Entwickler haben faktisch großen Einfluss. Die ethische Zuordnung ist eine Deutung, kein Beweis. Außerdem ist Bitcoin nicht gleich Krypto, denn Projekte mit formaler Governance folgen anderen Regeln.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir ueber Bitcoin Mining Anforderungen: Mining und Node im Vergleich.

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