Die Bitcoin Haltefrist Abschaffung ist beschlossen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am 29. April 2026 auf der Bundespressekonferenz bestätigt, dass die einjährige steuerfreie Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowerte gekippt wird. Damit verliert Deutschland einen seiner letzten Standortvorteile für langfristige Bitcoin-Halter.
Klingbeil bestätigt Bitcoin Haltefrist Abschaffung auf Bundespressekonferenz
Klingbeil sagte wörtlich: „Wir wollen die Kryptowährungen anders besteuern.” Die Aussage fiel nach dem Kabinettsbeschluss zu den Eckwerten des Bundeshaushalts 2027. Auf Nachfrage zu Details verwies der Minister auf den finalen Regierungsentwurf, den das Kabinett am 6. Juli vorlegen wird.
Der Schritt kommt nicht überraschend, sondern als Bestätigung einer Entwicklung, die sich seit Monaten abzeichnete. Bereits im März 2025 wollte die SPD die Haltefrist in den Koalitionsverhandlungen abschaffen, scheiterte damals aber an der CDU/CSU. Im Oktober 2025 forderte der Seeheimer Kreis, dem Klingbeil angehört, die Aufhebung.
Bei der Koalitionsklausur am 12. April 2026 wurde laut Berichten die Einigung intern erzielt. Mit dem gestrigen Kabinettsbeschluss ist sie nun politisch festgeschrieben.
Bitcoin Haltefrist Abschaffung als Teil der neuen Einnahmepläne
Die Reform ist eingebettet in ein größeres Einnahmepaket. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht 110,8 Mrd. Euro neue Schulden vor, hinzu kommen Sondervermögen für Bundeswehr und Infrastruktur. Bis 2030 klafft trotz aller Maßnahmen eine Lücke von rund 140 Mrd. Euro. Die Zinsausgaben verdoppeln sich von 42,7 Mrd. Euro 2027 auf 78,7 Mrd. Euro 2030. Jeder fünfte Steuer-Euro fließt 2030 in Zinszahlungen.
Aus diesem Druck heraus entsteht das neue Steuerpaket: Plastikabgabe, Zuckerabgabe, Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer und eben die Bitcoin Haltefrist Abschaffung. Die offizielle Pressemitteilung der Bundesregierung ist hier zu finden.
Die Krypto-Steuerreform soll allein 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Hintergrund: 2024 wurden in Deutschland laut Blockpit-Studie 47,3 Mrd. Euro Krypto-Gewinne erzielt, davon waren wegen der Haltefrist nur 17 Mrd. Euro steuerpflichtig.
CDU/CSU gibt Widerstand gegen Bitcoin Haltefrist Abschaffung auf
Bemerkenswert ist die Wende der CDU/CSU. Die Union hatte sich öffentlich monatelang für die Beibehaltung der Haltefrist ausgesprochen. Olav Gutting argumentierte im März 2026 noch, es gebe keinen „überzeugenden steuerpolitischen Grund” für eine Änderung. Mit dem Kabinettsbeschluss vom 29. April hat die Union diese Position fallen gelassen.
Klingbeil dazu wörtlich:
An diesen Leitplanken kommt keiner mehr vorbei.
Offen bleiben zentrale Punkte. Weder ist klar, ob die neue Regelung wie bei Aktien als Abgeltungsteuer mit 25 Prozent ausgestaltet wird oder mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz greift. Auch der Stichtag und die Behandlung von Altbeständen sind unklar.
In Österreich wurde 2022 ein Vertrauensschutz für vor dem Stichtag gekaufte Coins eingeführt, sodass Altbestände steuerfrei bleiben. Strukturell zeigt die Reform ein klares Anreizsystem. Ein Staat, der jedes Jahr neue Schulden in dreistelliger Milliardenhöhe aufnimmt und dessen Bonität strukturell vom Vertrauen in die eigene Geldordnung abhängt, muss am Ende auf jene zugreifen, die ihre Kaufkraft in härteres Geld verschoben haben.
Bitcoin mit seinem fixen Angebot von 21 Mio. Einheiten ist genau das. Die Bitcoin Haltefrist Abschaffung ist damit keine Steuergerechtigkeitsmaßnahme, sondern Symptom eines Fiat-Systems, das seine eigenen Verbindlichkeiten nicht mehr aus laufenden Einnahmen bedienen kann. Wer in einem unbegrenzt vermehrbaren Geld Schulden anhäuft, greift früher oder später auf jene zu, die ihr Kapital in das einzige programmatisch endliche Geld verschoben haben.
Die Logik dahinter ist nüchtern: Echte Vermögenswerte werden zur Reserve eines Schuldenstaats.
Wir berichteten noch im März über das vermeintliche Aus der Reformpläne.





