Die Bitcoin-Halter Index-Exklusion rückt erneut auf die Agenda: MSCI hat laut einem Bericht vom 13. August 2026 neue Regeln vorgeschlagen, um Strategy und Metaplanet aus seinen Standardindizes zu entfernen.

MSCI gegen Bitcoin-Halter in Standardindizes

Nach einem Bericht von Blocktrainer vom 13. August 2026 unternimmt MSCI einen neuen Versuch, mit dem die Bitcoin-Halter Index-Exklusion für Strategy und Metaplanet Realität werden könnte. Die vorgeschlagenen Regeln sollen Firmen aus den globalen Standardindizes entfernen, deren digitale Vermögenswerte 50 Prozent oder mehr der Bilanzsumme ausmachen. Damit greift MSCI einen Plan wieder auf, den der Indexanbieter im Januar 2026 nach Widerstand der Branche zurückgestellt hatte.

Im ersten Anlauf hatte MSCI im Oktober 2025 eine Konsultation zu Digital Asset Treasury Companies gestartet und dabei rund 39 Firmen als potenziell betroffen gelistet. Im Januar 2026 entschied MSCI, diese Firmen vorerst nicht auszuschließen, kündigte aber eine breitere Prüfung nicht-operativer Unternehmen an. Die neue Bitcoin-Halter Index-Exklusion ist laut Blocktrainer Teil dieser Prüfung und könnte zum kommenden Index Review wirksam werden.

Strategy und Metaplanet im Visier der Indexmethoden

Im Fokus stehen erneut Strategy unter Michael Saylor und das japanische Unternehmen Metaplanet unter Simon Gerovich. Beide Firmen richten ihr Geschäft weitgehend auf den Aufbau von Bitcoin-Bilanzen aus, Strategy hält nach eigenen Angaben mehr als 550.000 BTC, Metaplanet mehr als 40.000 BTC. Beide Bestände liegen deutlich über der von MSCI diskutierten 50-Prozent-Schwelle.

Details zu Kriterien und Zeitplan hat MSCI in seinem offiziellen Konsultationsdokument veröffentlicht. Eine Exklusion würde bedeuten, dass Indexfonds, die MSCI-Benchmarks nachbilden, Anteile an Strategy und Metaplanet automatisch verkaufen müssten, unabhängig von der Einschätzung der Fondsmanager. Für Anleger mit Bitcoin-Exposure über passive Aktienindizes entsteht so ein Bitcoin Adoption Gegenparteirisiko: Der Zugang hängt dann nicht von der Nachfrage nach Bitcoin ab, sondern von einer geänderten Indexmethode.

Gegenparteirisiko: Indexlogik statt Dezentralität

Die erneute Bitcoin-Halter Index-Exklusion zeigt, wie stark der Zugang zu Bitcoin über Aktienmärkte von der Methodik einzelner Indexanbieter abhängt. Anders als beim direkten Bitcoin-Kauf entscheidet hier nicht das dezentrale Netzwerk über Teilhabe, sondern eine zentrale Indexkommission.

Für Sparer, die über Aktienfonds Zugang zu Bitcoin suchen, entsteht so ein Gegenparteirisiko, das mit der Knappheit von Bitcoin selbst nichts zu tun hat. Nicht die Nachfrage nach dem Netzwerk entscheidet über den Zugang, sondern eine Indexregel, die MSCI jederzeit anpassen kann.

Solange MSCI keine endgültige Entscheidung getroffen hat, bleiben Strategy und Metaplanet vorerst gelistet. Eine Neubewertung ist frühestens zum nächsten Index Review möglich, das Bitcoin-Angebot selbst bleibt davon unabhängig auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Wir berichteten über die Kritik von Bitwise am ersten MSCI-Vorschlag.

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