Die Langzeitbestände an Bitcoin haben ein Allzeithoch erreicht, obwohl der Kurs am Boden notiert. Das Bitcoin Halteverhalten zeigt eine klare Divergenz.
Das Bitcoin Halteverhalten hat ein Allzeithoch erreicht, während der Kurs nahe seinen Tiefs notiert. Anfang Juni hielten Langzeitadressen rund 16,44 Mio. BTC. Gleichzeitig fiel der Preis zeitweise unter 70.000 US-Dollar.
Bitcoin Halteverhalten erreicht 16,44 Mio. BTC im Langzeitbestand
Als Langzeithalter gilt, wer seine Bitcoin seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt hat. Diese Gruppe hält nun rund 16,44 Mio. BTC, etwa 82 Prozent des Umlaufs. Das ist ein absoluter Höchststand, der den bisherigen Wert vom Januar 2024 übertrifft. Der aktuelle Bitcoin-Kurs lässt sich über die institutionelle Datenreihe der Federal Reserve Bank of St. Louis nachvollziehen (https://fred.stlouisfed.org/series/CBBTCUSD).
Der Anstieg vollzog sich über Monate, parallel zu fallenden Kursen. Auslöser des Rückgangs war eine breite Risikoscheu an den Märkten, verstärkt durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die Langzeitbestände wuchsen in genau dieser Schwächephase weiter.
Langzeithalter und kurzfristige Halter: Das Bitcoin Halteverhalten teilt den Markt
Das Bitcoin Halteverhalten trennt zwei Gruppen mit gegenläufigem Muster. Langzeithalter kaufen in der Schwäche und halten, kurzfristige Halter verkaufen in fallende Kurse hinein. Im Bitcoin Halteverhalten wurde diese Trennung zuletzt durch Abflüsse aus den US-Spot-ETFs sichtbar, aus denen über 2 Mrd. US-Dollar abgezogen wurden.
Eine Einschränkung ist wichtig. Ein Teil des Anstiegs entsteht mechanisch, weil im Herbst gekaufte Coins jetzt die 155-Tage-Schwelle überschreiten und damit altern, nicht durch frische Käufe. Altern ist nicht dasselbe wie Kaufen. Belastbar bleibt allein, dass altes Angebot zunehmend in feste Hände wandert. Ob daraus steigende Kurse folgen, sagt die Kennzahl nicht.
Bitcoin Halteverhalten zeigt Akkumulation trotz fallender Kurse
Mancher liest darin die Wiederholung früherer Bärenmarktböden, bei denen Langzeithalter den ganzen Weg nach unten akkumulierten. Dieses Muster ist beschreibbar, ein konkreter Boden ist daraus aber nicht ableitbar.
Der eigentliche Befund liegt tiefer und ist kein Kursziel. Wer Bitcoin über Monate nicht bewegt, verzichtet bewusst auf den schnellen Verkauf zugunsten langfristiger Sicherheit. Diese niedrige Zeitpräferenz verknappt das frei handelbare Angebot. Das schrumpfende Angebot trifft auf eine fest programmierte Obergrenze von 21 Mio. Einheiten. In einem Geld, das niemand beliebig vermehren kann, ist diese feste Knappheit der Grund, warum geduldiges Halten überhaupt rational ist. Die Divergenz zwischen Preis und Bestand ist damit weniger ein Signal für morgen als ein Ausdruck einer strukturellen Geldwahlentscheidung.
Wir berichteten über den Bruch des 2,5-jährigen Abwärtstrends, kurz bevor das Allzeithoch erreicht war.




