Ein von Analyst Willy Woo am 16. Februar 2026 veröffentlichter Chart zeigt das Verhältnis von Bitcoin zu Gold seit 2010. Über zwölf Jahre hinweg bewegte sich die Linie in eine Richtung: aufwärts. Bitcoin gewann gegenüber Gold kontinuierlich an Wert, Zyklus für Zyklus. Dieser Trend ist seit 2024 unterbrochen. Der Bruch fällt zeitlich mit zwei Ereignissen zusammen: der ersten ernsthaften Diskussion über Quantum Computing als Bedrohung auf der Bitcoin Core Developer Mailing List und dem Quantum Bitcoin Summit, auf dem Entwickler das Thema strukturiert behandelten. Seitdem verläuft die Kurve abwärts.

In Kürze

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  • Zwölf Jahre Aufwärtstrend: Was der Chart historisch zeigte
  • Warum 4 Millionen verlorene Bitcoin plötzlich als Risiko gelten
  • Polymarket zeigt 28 Prozent Wahrscheinlichkeit für Bitcoin-Outperformance 2026

Zwölf Jahre Aufwärtstrend: Was der Chart historisch zeigte

Von 2010 bis 2024 stieg Bitcoin gegenüber Gold nahezu durchgehend. Zwischenzeitliche Rücksetzer gab es, aber die grundlegende Richtung blieb erhalten. Wer Bitcoin in Gold maß, sah eine konstante Wertsteigerung.

Das war die empirische Grundlage der Digital-Gold-These: Bitcoin als überlegenes Wertaufbewahrungsmittel mit härterer Knappheit, besserer Übertragbarkeit und programmierbarer Endlichkeit. Gold steigerte sich 2025 um 65 Prozent.

Bitcoin vs. Gold Chart

Bitcoin fiel im selben Zeitraum um 6 Prozent. Das Verhältnis kippte erstmals seit Beginn der Aufzeichnung strukturell. Der Bruch ist nicht durch regulatorische Eingriffe oder technische Ausfälle verursacht, sondern durch eine Neubewertung der Knappheitsannahme. Dieser aktuell in der Krypto-Szene auftretende Hype hat einen Namen: Quantum Computing.

Warum 4 Millionen verlorene Bitcoin plötzlich als Risiko gelten

Etwa 4 Millionen Bitcoin gelten als dauerhaft verloren. Private Keys sind verschwunden, Besitzer verstorben oder Festplatten zerstört. Diese Coins wurden bisher als permanent aus dem Umlauf entfernt betrachtet, was die effektive Knappheit von Bitcoin erhöhte. Das ändert sich mit der Quantum-Computing-Diskussion. Ein erheblicher Teil dieser verlorenen Coins liegt in Adressen, deren Public Keys on-chain sichtbar sind.

Quantencomputer könnten theoretisch mit Shor’s Algorithm aus diesen Public Keys die zugehörigen Private Keys ableiten. Ob das technisch umsetzbar ist, bleibt offen. Die besten verfügbaren Quantencomputer haben heute rund 1.500 fehlerfreie Qubits. Für einen erfolgreichen Angriff wären Millionen nötig. Experten schätzen den sogenannten Q-Day auf 5 bis 15 Jahre entfernt, manche auf 20 bis 40 Jahre.

Der Markt wartet jedoch nicht auf technische Durchbrüche. Er preist Risiken Jahre im Voraus ein. 4 Millionen Bitcoin entsprechen mehr als acht Jahren institutioneller Akkumulation seit 2020. Wenn diese Coins nicht dauerhaft verloren sind, verändert sich die Scarcity-These fundamental.

Willy Woo schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hard Fork diese Coins präventiv einfriert, auf 25 Prozent. Das bedeutet: 75 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass sie potentiell verfügbar werden.

Polymarket zeigt 28 Prozent Wahrscheinlichkeit für Bitcoin-Outperformance 2026

Polymarket-Wetten zeigen eine Wahrscheinlichkeit von nur 28 Prozent, dass Bitcoin Gold im Jahr 2026 übertrifft. Das ist bemerkenswert. Über ein Jahrzehnt lang galt diese Outperformance als selbstverständlich.

Jefferies hat Bitcoin aus dem Portfolio gestrichen und Quantum Computing als offiziellen Grund genannt. Strategy hat ein Bitcoin Security Program angekündigt, ohne Details zu nennen. CoinShares argumentiert, dass nur 10.200 Bitcoin konzentriert genug seien, um bei einem Diebstahl marktbewegende Wirkung zu haben. Adam Back schätzt die echte Bedrohung auf Jahrzehnte.

Die Gegenposition existiert, wird aber vom Markt ignoriert. Der Grund ist einfach: Märkte handeln nicht auf Basis technischer Realität, sondern auf Basis von Narrativen. Das Quantum-Narrativ ist aktiv, und es verändert die Bewertung. Bitcoin handelt aktuell bei rund 68.500 Dollar. Das klingt stabil, bis man es in Gold misst. Dann zeigt sich: Die Digital-Gold-These funktioniert nur, solange der Markt nicht an der Dauerhaftigkeit der Knappheit zweifelt. Dieser Zweifel ist eingepreist.

Die Frage ist nicht, ob Quantencomputer heute eine Bedrohung darstellen. Die Frage ist, ob der Markt glaubt, dass sie es irgendwann tun werden. Die Antwort zeigt sich laut vielen Betrachtern aktuell im Gold-Bitcoin-Chart.

Zum ersten Mal seit 2010 verliert Bitcoin systematisch gegen ein Asset, das keine Programmierbarkeit, keine Teilbarkeit und keine digitale Übertragbarkeit hat. Aber eines, das keine öffentlichen Schlüssel auf einer Blockchain hinterlässt. 

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