BlackRock prognostiziert, dass KI-Agenten Stablecoins künftig nutzen, um eigenständig Rechenleistung und Daten einzukaufen. Das zeigt ein am 23. September 2026 veröffentlichtes Papier des Vermögensverwalters.

KI-Agenten als eigenständige Marktteilnehmer

BlackRock hat am Mittwoch, 23. September 2026, ein Papier veröffentlicht, wonach KI-Agenten Stablecoins künftig eigenständig für den Einkauf von Rechenleistung und Daten nutzen sollen. In „The Machine-Native Economy“ beschreibt der Vermögensverwalter ein Szenario, in dem Software-Agenten ohne menschliches Zutun eigene Verträge abschließen und bezahlen, Job für Job, rund um die Uhr.

Als Beispiel nennt das Papier den Cloud-Markt: Die Rechenzentrums-Umsätze von Amazon, Microsoft und Google sollen bis 2030 auf rund 1,1 Billionen US-Dollar steigen. Ein Teil dieser Nachfrage soll künftig direkt von Algorithmen ausgehandelt werden, Auftrag für Auftrag, ohne dass ein Mensch am Verhandlungstisch sitzt.

Dafür soll Rechenleistung als eigene Anlageklasse gehandelt werden: standardisierte, tokenisierte Ansprüche auf Serverkapazität, vergleichbar mit Öl- oder Weizen-Futures. Ein Agent könnte so laufend den günstigsten verfügbaren Anbieter suchen und direkt bezahlen.

Stablecoins zwischen Mensch und Maschine

Nach Einschätzung von BlackRock eignen sich Stablecoins für diese Maschinenökonomie besser als Banküberweisungen oder Kartennetzwerke, die auf menschliche Zahlungen zugeschnitten sind und für Beträge im Bruchteil eines Cents rund um die Uhr kaum taugen.

Stablecoins laufen dagegen dauerhaft über offene Netzwerke und lassen sich beliebig klein stückeln. Als Beispiel nennt das Papier x402 von Coinbase, ein Protokoll, über das Agenten bereits heute automatisiert für Online-Dienste bezahlen.

Wie verbreitet das bereits ist, zeigen Daten der Analysefirma TRM Labs: Vom bisherigen x402-Zahlungsvolumen entfielen bislang nur 0,6 bis 7,5 Prozent auf tatsächlich autonome KI-Agenten. Der überwiegende Rest stammt nach dieser Auswertung von gewöhnlichen automatisierten Skripten, nicht von eigenständig handelnden Systemen.

BlackRocks Machine-Economy-Szenarien

BlackRock ordnet die eigene Prognose als Frühphase ein: Die genannten Zahlen sind Marktschätzungen, kein bereits etabliertes Zahlungssystem. Der Anteil echter Agenten am x402-Verkehr liegt laut TRM Labs bislang im einstelligen Prozentbereich.

Wer die Zahlungsschiene für künftige Maschinen-Transaktionen kontrolliert, entscheidet über die Machtverteilung im entstehenden Rechenleistungs-Markt mit. Stablecoins hängen dabei am US-Dollar und damit an dessen Geldmengenpolitik, ein Punkt, den das Papier selbst ausspart.

Offen bleibt, ob Maschinen bald im großen Stil selbst einkaufen oder es bei einzelnen Pilotprojekten bleibt. Für ein handelbares Rechenleistungs-Asset fehlen bislang Regulierung und liquider Markt, der Vorschlag bleibt vorerst ein Szenario für die kommenden Jahre.

Wir berichteten über automatisierte KI-Zahlungen mit Stablecoins.

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