Die CFTC Krypto Derivate betreffende Vorlage ging am 17. September 2026 als Vorregelwerk ans Weiße Haus, nur zwei Tage nachdem der CLARITY Act im Senat an der 60-Stimmen-Huerde gescheitert war. Die Behoerde baut damit einen eigenen Rahmen fuer Krypto-Derivate auf eigene Faust auf.

CFTC beschließt eigenständiges Regelwerk für Krypto-Derivate

Die US-Terminmarktaufsicht CFTC hat am Donnerstag, 17. September 2026, ein Vorregelwerk für den Handel mit Krypto-Derivaten beim Weißen Haus zur Prüfung eingereicht. Das Dokument trägt den Titel Regulation Crypto Asset Transactions and Regulation Crypto Asset Markets und liegt unter der Kennung RIN 3038-AF80 vor. Der eigentliche Text bleibt während der Prüfung durch das Office of Information and Regulatory Affairs unter Verschluss.

Die CFTC Krypto Derivate betreffende Vorlage soll erstmals einen eigenständigen Rahmen für Transaktionen und Märkte mit digitalen Vermögenswerten schaffen, den die Behörde aus eigener Aufsichtsbefugnis ableitet. Ein Vorregelwerk dieser Art durchläuft in der Regel zwei öffentliche Kommentierungsrunden und zwei weitere Prüfungen, bevor eine bindende Regel entsteht. Finanzminister Scott Bessent hatte ein solches Vorgehen der Aufsichtsbehörden bereits im Sommer als Rückfalloption genannt, falls der Kongress keine Einigung erzielt.

CFTC setzt Autorität ohne Kongress durch

Der Vorstoß fällt in eine angespannte Woche für die Kryptoregulierung im US-Kongress. Am Dienstag, 15. September 2026, scheiterte der CLARITY Act im Senat an der für das Ende der Debatte nötigen 60-Stimmen-Hürde. Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis, eine der Verhandlungsführerinnen des Gesetzes, bezeichnete dessen Chancen für dieses Jahr laut Berichten als so gut wie erledigt.

Mit dem Eintrag in der Unified Agenda übernimmt die CFTC nun jene Zuständigkeitsklärung, die eigentlich ein Gesetz hätte liefern sollen. Parallel hatte die Behörde bereits zuvor eine Nichtanwendungserklärung veröffentlicht, die Krypto-Apps den Zugang zu regulierten Derivaten erleichtert. Auch die Börsenaufsicht SEC bewegte sich zuletzt eigenständig und erteilte eine Ausnahmegenehmigung für tokenisierte Aktien.

Dezentralität unter Druck der Regulierungsmacht

Für den Kryptomarkt bedeutet der Weg über eine Verwaltungsbehörde vor allem Tempo statt eines demokratischen Verfahrens. Anders als ein Gesetz durchläuft ein Regelwerk der CFTC keine Abstimmung im Repräsentantenhaus oder Senat, sondern nur interne Prüfungen und öffentliche Kommentarfristen. Bei der Dezentralität Machtverteilung zeigt sich hier die Kehrseite: Ein dezentral gedachter Markt bekäme seinen verbindlichen Rahmen von einer einzelnen Bundesbehörde vorgegeben statt von gewählten Vertretern.

Bis eine verbindliche Regel vorliegt, bleibt der rechtliche Rahmen für Krypto-Derivate in den USA vorläufig. Anleger und Anbieter müssen sich in der Zwischenzeit an Nichtanwendungserklärungen und Verwaltungsverfahren statt an ein Gesetz halten.

Wer Entscheidungen über Geld und Märkte einzelnen Behörden statt einem offenen Gesetzgebungsverfahren überlässt, verlagert Macht dorthin, wo Rechenschaft am schwersten einzufordern ist. Ob der Kongress das Regelwerk der CFTC nachträglich noch einhegt, bleibt offen.

Wir berichteten über die zähe Blockade des CLARITY Act im Senat.

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