Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin bezeichnete die für 2027 geplante Hardfork Hegotá als möglichen Ethereum Architekturwechsel und damit als letzte normale Netzwerk-Aktualisierung. Als Ausgangspunkt dieser Entwicklung nannte er PeerDAS.
Hegotá als Wendepunkt: Das Ende der normalen Hardfork-Ära
Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin erklärte am Wochenende, die für 2027 geplante Hardfork Hegotá könnte die letzte sein, die sich für Entwickler noch wie eine gewöhnliche Netzwerk-Aktualisierung anfühlt. Nach Cointelegraph-Berichten vom 28. September 2026 bezeichnete Buterin diesen bevorstehenden Ethereum Architekturwechsel als Übergang von einer klassischen Blockchain zu etwas deutlich Mächtigerem.
Als Ausgangspunkt dieser Entwicklung nannte Buterin PeerDAS, das Sampling-Verfahren zur Datenverfügbarkeitsprüfung, das im Netzwerk bereits produktiv läuft. Statt vollständige Datenblöcke herunterzuladen, prüfen Nodes bei PeerDAS nur Stichproben und stellen so mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher, dass alle Daten tatsächlich verfügbar sind.
Nach Hegotá soll sich die Entwicklung auf rekursive STARKs, automatisierte formale Verifikation, einen optimierten Konsensmechanismus und quantensichere Kryptografie verlagern. Diese Bausteine unterscheiden sich laut Buterin grundlegend von bisherigen Ethereum-Hardforks, die meist einzelne Parameter oder Funktionen anpassten.
Mega-Skalierung mit dezentraler Struktur: Das zentrale Versprechen
Buterin rahmte den geplanten Ethereum Architekturwechsel als Bewegung hin zu einem kryptografischen Weltcomputer. Das Netzwerk soll kryptografische Beweise nutzen, um Berechnungen zu verifizieren, die außerhalb der Chain stattfinden, ohne die Überprüfbarkeit durch einzelne Nodes aufzugeben.
Dezentralität und Skalierung gelten bei Ethereum traditionell als Zielkonflikt. PeerDAS und die für Hegotá vorgesehenen Techniken sollen genau diesen Konflikt entschärfen, indem Datenprüfung auch bei wachsender Last auf viele Nodes verteilt bleibt statt auf wenige leistungsstarke Betreiber.
Offiziell dokumentiert ist PeerDAS als EIP-7594. Der Standard legt fest, wie Nodes Datenstichproben ziehen und damit auch bei wachsender Datenlast dezentral betrieben werden können.
Zwischen zwei Ären: Was nach Hegotá kommt
Bis Hegotá 2027 live geht, bleibt offen, wie viele der skizzierten Bausteine tatsächlich in dieser Form umgesetzt werden. Rekursive STARKs und automatisierte formale Verifikation befinden sich noch in der Forschungsphase, nicht im produktiven Einsatz.
Der Ethereum Architekturwechsel zeigt schon jetzt eine klare Richtung: Kontrolle über Validierung und Datenprüfung soll auch bei wachsender Netzwerkkapazität nicht auf wenige zentrale Betreiber übergehen. Wer Prüfprozesse dezentral verteilt, verhindert, dass Ausfallsicherheit und Zensurresistenz von der Verlässlichkeit einzelner großer Akteure abhängen.
Offen bleibt, ob der Zeitplan bis 2027 hält und wie viele der angekündigten Einzeländerungen tatsächlich in einer einzigen Hardfork gebündelt werden.
Wir berichteten über die Fusaka-Hardfork und die erste produktive Einführung von PeerDAS im Ethereum-Netzwerk.





