Die EZB Zahlungsverkehr Automatisierung nimmt mit einem neuen Aufruf vom 28. September 2026 Formen an: Bis zum 9. November 2026 können sich Fintechs und Zahlungsdienstleister für die Erprobung von KI-Agenten im digitalen Euro bewerben. Ausgewählte Teams testen ab Januar 2027 autonome Zahlungen und Workshops zu Machine-to-Machine-Transaktionen.
EZB erforscht KI-Agenten für automatisierte Zahlungen
Die Europäische Zentralbank hat am 28. September 2026 einen neuen Aufruf für ihre Digitaler-Euro-Innovationsplattform veröffentlicht und rückt damit die EZB-Zahlungsverkehr-Automatisierung ins Zentrum des Projekts. Fintechs, Zahlungsdienstleister, Händler und Forschungseinrichtungen können sich bis zum 9. November 2026, 17 Uhr MEZ, für zwei neue Programmlinien bewerben. Im Mittelpunkt steht erstmals der Einsatz von KI-Agenten, die Zahlungen eigenständig anstoßen und koordinieren.
Die EZB definiert KI-Agenten in der Ausschreibung als Software-Werkzeuge, die Zahlungsaufgaben automatisieren und mit Nutzern oder anderen Systemen interagieren, um Transaktionen auszuführen oder zu koordinieren. Die Erprobungsschiene läuft von Januar bis Juni 2027, ausgewählte Teams entwickeln dort Prototypen für elektronische Quittungen, Zahlungen mit mehreren Zahlern oder Empfängern sowie bedingte Zahlungen.
Digitaler Euro: Pilotprojekt mit autonomen Zahlungssystemen 2027
Parallel zur Erprobungsschiene plant die EZB im ersten und zweiten Quartal 2027 eine Reihe von Workshops zu KI-gestützten Zahlungen, Mikrozahlungen und maschinellen Interaktionen zwischen Geräten. Die EZB-Zahlungsverkehr-Automatisierung ist damit kein isoliertes Experiment, sondern Teil eines zweigleisigen Fahrplans aus praktischer Erprobung und konzeptioneller Weiterentwicklung.
Die Ausschreibung richtet sich laut Mitteilung der EZB an Fintechs, Zahlungsdienstleister, Technologieunternehmen, öffentliche Institutionen und Forschungszentren und wird nach Motivation, Innovationspotenzial sowie geografischer und branchenbezogener Vielfalt bewertet. Bewerbungen gehen per Formular an eine eigens eingerichtete Adresse der EZB.
Die neue Ausschreibung ergänzt ein bereits laufendes, separates Pilotprojekt: 36 Banken und Zahlungsdienstleister, darunter Revolut, Stripe und die Deutsche Bank, wurden für ein zwölfmonatiges Programm ausgewählt, das in der zweiten Jahreshälfte 2027 startet.
Zentralbankgeld trifft Machine-to-Machine-Transaktionen
Autonome Software-Agenten, die im Namen von Nutzern Zahlungen auslösen, werfen zugleich Fragen zur Kontrolle über Zentralbankgeld auf: Wer haftet, wenn ein Agent fehlerhaft zahlt, und welche Grenzen oder Freigaben legt die Zentralbank im Hintergrund fest. Anders als ein nachträglich steuerbares Zentralbankgeld bleibt das Bitcoin-Protokoll mit seiner festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten von solchen Eingriffen unberührt.
Die EZB-Zahlungsverkehr-Automatisierung bleibt bis zur Bewerbungsfrist am 9. November 2026 ein Forschungsvorhaben, keine beschlossene Funktion des digitalen Euro.
Ob KI-Agenten später tatsächlich Teil der Zahlungsinfrastruktur werden oder Workshop-Stoff bleiben, entscheidet sich erst nach den Prototypen im Jahr 2027.
Wir berichteten über die politischen Weichenstellungen rund um den digitalen Euro.





