Fed-Gouverneur Stephen Miran fordert im Dezember eine Zinssenkung um 50 Basispunkte – Märkte erwarten Signalwirkung für Bitcoin und Risikoassets.

In Kürze

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  • Miran will entschlossene Lockerung der Geldpolitik

  • Datenlage stützt dovishe Position

  • Uneinigkeit im FOMC – Daly und Waller mahnen zur Vorsicht

Miran will entschlossene Lockerung der Geldpolitik

Der US-Notenbankgouverneur Stephen Miran hat erneut seine Unterstützung für eine deutliche Zinssenkung im Dezember signalisiert. In einem Interview erklärte er, eine Senkung um 50 Basispunkte sei „angemessen“, mindestens jedoch 25 Basispunkte sollten umgesetzt werden. Damit bleibt Miran seiner bisherigen Linie treu: Bereits bei den FOMC-Sitzungen im September und Oktober hatte er sich für einen stärkeren Zinsschritt ausgesprochen als seine Kollegen – und in beiden Fällen als einziger für eine 50-Basispunkte-Senkung gestimmt. Seine Äußerungen kommen nur wenige Wochen nach der letzten Reduktion um 25 Basispunkte, die die Fed im Oktober beschlossen hatte.

Datenlage stützt dovishe Position

Miran argumentiert, die derzeitigen Wirtschaftsdaten sprächen für eine fortgesetzte Lockerung. Sowohl die Inflation als auch der Arbeitsmarkt zeigten laut ihm klare Anzeichen einer Abkühlung. Das rechtfertige eine stärker „dovishe“ Haltung, also eine Ausrichtung auf Wachstum und Liquidität. Dabei kritisierte Miran, dass geldpolitische Entscheidungen zu sehr auf kurzfristige Daten reagieren würden. Stattdessen müsse die Fed „vorausschauend handeln“ und ihre Politik an den erwarteten Zustand der Wirtschaft in den kommenden 12 bis 18 Monaten anpassen.

Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, wäre ein größerer Zinsschritt aus seiner Sicht der logische Schritt, um das Wirtschaftswachstum zu stabilisieren und einer Rezession vorzubeugen. Der CME FedWatch Index beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte beim FOMC-Treffen am 10. Dezember derzeit auf 62,6 %, während 37,4 % der Marktteilnehmer mit einer unveränderten Haltung rechnen.

fordert kräftige Zinssenkung

Uneinigkeit im FOMC – Daly und Waller mahnen zur Vorsicht

Innerhalb des geldpolitischen Komitees herrscht weiterhin Uneinigkeit. Die Präsidentin der San Francisco Fed, Mary Daly, plädiert für eine offene Haltung, bevor im Dezember eine Entscheidung getroffen wird. In einem Essay betonte sie, dass die Risiken zwischen Inflation und Arbeitsmarkt mittlerweile ausgeglichener seien. Zwar habe sich der Preisdruck – abgesehen von den Auswirkungen neuer Zölle – abgeschwächt, doch die Inflation bleibe insgesamt erhöht. Gleichzeitig zeige der Arbeitsmarkt deutliche Anzeichen der Abkühlung. Daly äußerte sich jedoch nicht konkret dazu, ob sie eine Zinssenkung unterstützen werde. Auch Fed-Chef Jerome Powell warnte zuletzt vor übermäßiger Zuversicht: Eine Dezember-Senkung sei „noch keineswegs sicher“. Gouverneur Chris Waller wiederum sprach sich für weitere Zinssenkungen aus, hält jedoch den bisherigen Rhythmus von 25 Basispunkten pro Schritt für ausreichend.

Unabhängig vom endgültigen Beschluss deutet die Debatte auf eine geldpolitische Weichenstellung hin, die auch Krypto-Anleger aufmerksam verfolgen. Eine stärkere Zinssenkung könnte Risikoassets wie Bitcoin und Ethereum Auftrieb geben – ähnlich wie nach den vorherigen Lockerungen im Frühjahr.

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