Goldman-Sachs-Chef David Solomon hat sich am Mittwoch, 22. Juli 2026, hinter den CLARITY Act zur Stablecoin-Regulierung gestellt, obwohl er das Gesetz selbst als nicht perfekt bezeichnete. Ein Senatsvotum wird bereits für die kommende Woche erwartet.
CLARITY Act klassifiziert digitale Assets neu
Goldman-Sachs-Chef David Solomon hat sich am Mittwoch, 22. Juli 2026, öffentlich hinter den CLARITY Act zur Stablecoin-Regulierung gestellt. Solomon nannte das Gesetz nicht perfekt, sprach sich aber für dessen zügige Verabschiedung aus, während ein Votum im US-Senat bereits für die kommende Woche erwartet wird.
Der CLARITY Act ordnet die Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC neu. Die meisten digitalen Assets sollen künftig als digitale Rohstoffe unter CFTC-Aufsicht gelten statt als Wertpapiere unter SEC-Regeln. Das Repräsentantenhaus hatte die Vorlage bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, der Bankenausschuss des Senats folgte im Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen. Bis zu einem finalen Senatsvotum bleibt der CLARITY Act angekündigtes, aber noch nicht verabschiedetes Recht.
Stablecoin-Regulierung spaltet Finanzsektor
Solomons Unterstützung bricht mit der Linie großer Wall-Street-Banken. JPMorgan-Chef Jamie Dimon und mehrere Bankenverbände kritisieren vor allem die Stablecoin-Klauseln des CLARITY Act, die Krypto-Unternehmen künftig verzinste Stablecoins anbieten lassen. Banken befürchten Abflüsse aus klassischen Einlagen, sobald Stablecoin-Anbieter Sparern direkte Rendite auf ihre Bestände zahlen dürfen, ohne den strengen Eigenkapitalregeln klassischer Kreditinstitute zu unterliegen.
Die US-Senatsrepublikaner legten am Dienstag einen aktualisierten Gesetzestext vor, der neue Ethik-Vorschriften für Amtsträger einführt, den Kern des Rahmenwerks für Kryptomärkte, Stablecoins und Blockchain-Infrastruktur aber unverändert lässt. Der vollständige Gesetzestext ist beim US-Kongress einsehbar.
CLARITY Act-Klauseln spalten Bankenlobby
Für deutsche Beobachter zeigt der Streit um die CLARITY Act-Klauseln ein grundsätzliches Muster: Etablierte Banken verteidigen ihr Einlagengeschäft gegen Stablecoin-Anbieter, die Sparern direkte Rendite auf digitale Dollar-Bestände zahlen wollen. Solomons Kurswechsel zeigt, dass die Bankenbranche dieses Wettbewerbsrisiko keineswegs einheitlich bewertet.
Wer Zeitpräferenz und Anreize betrachtet, erkennt im Streit um verzinste Stablecoins einen Verteilungskampf um Sparerrenditen, nicht nur eine technische Regulierungsfrage. Der CLARITY Act selbst regelt Stablecoins, nicht Bitcoin.
Bitcoins Angebot bleibt unabhängig vom Ausgang der Senatsabstimmung auf 21 Mio. Einheiten begrenzt. Offen ist, ob der Senat die Vorlage in der kommenden Woche verabschiedet oder die Stablecoin-Klauseln zuvor noch ändert.
Wir berichteten über die Ethik-Bestimmung, die den CLARITY Act zuvor im Senat blockiert hatte.




