Der Krypto-Marktdruck hat die Halbjahresbilanz des Zürcher ETP-Emittenten 21Shares getroffen: Der Bruttogewinn fiel im ersten Halbjahr 2026 auf 26,27 Mio. US-Dollar, nach 50,71 Mio. US-Dollar ein Jahr zuvor.
ETP-Kapitalabflüsse im Krypto-Marktdruck
Der Schweizer ETP-Emittent 21Shares hat seinen Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt: Der Bruttogewinn sank zum Stichtag 30. Juni 2026 auf 26,27 Mio. US-Dollar, nach 50,71 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der anhaltende Krypto-Marktdruck hat den Ertrag des Anbieters börsengehandelter Krypto-Produkte binnen eines Jahres damit nahezu halbiert. Die Erlöse des Hauses stammen fast vollständig aus Verwaltungsgebühren auf das verwaltete Vermögen.
Als Ursache nennt der Bericht das schwache Kursumfeld. Der Bitcoin-Kurs bewegte sich über weite Strecken des Halbjahres in einer Abwärtsphase. Das global in Krypto-ETPs verwaltete Vermögen fiel nach Branchendaten auf rund 140 Mrd. US-Dollar und lag damit etwa 15 Prozent unter dem Jahresanfang, überwiegend preisbedingt.
Operativ baute 21Shares das Geschäft dennoch aus. Die Zahl der aktiven ETPs stieg von 57 Ende 2025 auf 60 zum Ende des zweiten Quartals, das in den Bitcoin-Produkten des Hauses verwaltete Vermögen lag im Mai bei rund 7,2 Mrd. US-Dollar. Trotz des Ausbaus konnte die höhere Produktzahl die unter Krypto-Marktdruck rückläufigen Gebühreneinnahmen nicht ausgleichen.
Verwahrrisiko statt Kurszuwachs: Strukturabhängigkeit offenbart sich
Die Zahlen zeigen, wie eng die Erlöse eines ETP-Emittenten an den Kurs gekoppelt sind. Die Verwaltungsgebühr wird als Prozentsatz auf das verwaltete Vermögen berechnet. Fällt der Bitcoin-Kurs, sinkt dieses Vermögen und mit ihm die Gebühreneinnahme, auch wenn die Zahl der hinterlegten Coins stabil bleibt.
Hinter den Produkten liegen nach Unternehmensangaben rund 1,25 Mio. Bitcoin, die über externe Verwahrstellen gehalten werden. Die Coin-Zahl liegt weniger als 8 Prozent unter ihrem bisherigen Höchststand. Wer ein ETP kauft, hält einen Anteil an dieser Struktur, nicht die Coins selbst. Die Verwahrung und die Kontrolle über die privaten Schlüssel liegen bei zentralisierten Anlage-Intermediären und deren Depotpartnern. Der Emittent legt seine Zu- und Abflüsse monatlich im Monatsbericht zu den Kapitalflüssen offen. Der Krypto-Marktdruck trifft damit nicht den Bestand, sondern das Geschäftsmodell, das auf diesem Bestand aufsetzt.
Bitcoin-Zyklen und Anleger-Flucht aus zentralisierten Strukturen
Die Halbjahresbilanz macht den Unterschied zwischen dem Vermögenswert und seiner Verpackung sichtbar. Der Bitcoin-Bestand ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und verändert sich nicht mit dem Zyklus. Die Ertragslage eines Intermediärs, der Gebühren auf schwankende Kurswerte erhebt, verändert sich sehr wohl.
Anleger tragen bei einem ETP das Kursrisiko des Bitcoin und zusätzlich das Gegenpartei- und Verwahrrisiko der Fondshülle, deren Anbieter unter Krypto-Marktdruck den Ertrag halbiert sieht. Selbstverwahrte Bestände sind von der Bilanz eines Emittenten unabhängig.
Offen bleibt, ob sich die Kapitalflüsse im zweiten Halbjahr drehen oder ob der Gebührendruck auf zentralisierte Anlage-Intermediäre anhält. Am fixen Angebot von 21 Mio. Bitcoin ändert der Ausgang nichts.
Wir berichteten über die Abflusswelle aus börsengehandelten Krypto-Produkten.





