Mit dem jüngsten Nostr VPN Release hat Martti Malmi eine neue Version seines dezentralen Mesh-Netzwerks veröffentlicht. Das Werkzeug ersetzt die zentralen Server klassischer VPN-Dienste durch ein selbstorganisiertes Netz aus gleichberechtigten Knoten. Malmi gehörte zu den ersten Entwicklern, die in der Anfangszeit direkt mit Satoshi Nakamoto an Bitcoin arbeiteten.
Nostr VPN Release: Martti Malmi war einer der ersten Mitstreiter von Satoshi
Martti Malmi, in der frühen Bitcoin-Geschichte unter dem Namen Sirius bekannt, war zwischen 2009 und 2011 einer der wichtigsten Mitarbeiter von Satoshi Nakamoto. Er gestaltete die erste grafische Benutzeroberfläche von Bitcoin mit, verwaltete die Seite bitcoin.org und gründete das spätere Bitcoin-Forum Bitcointalk.
Außerdem empfing er eine der ersten Bitcoin-Transaktionen überhaupt. Der quelloffene Code des aktuellen Projekts liegt auf GitHub und ist in der Sprache Rust geschrieben. Das Nostr VPN Release bringt native Anwendungen für macOS, Linux, Windows und Android sowie ein erweitertes Routing innerhalb des Mesh-Netzwerks.
Nostr VPN Release: Das dezentrale VPN verzichtet auf jeden zentralen Server
Klassische VPN-Dienste leiten den gesamten Datenverkehr über einen zentralen Server, den ein Unternehmen betreibt. Dieser Server sieht die Daten, verlangt eine Registrierung und kann zur Herausgabe von Protokollen gezwungen werden. Das dezentrale VPN von Malmi entfernt diesen zentralen Punkt vollständig.
Die Identität eines Nutzers besteht aus einem selbst erzeugten Nostr-Schlüsselpaar ohne E-Mail und ohne Drittanbieter-Konto. Der öffentliche Schlüssel dient zugleich als Netzwerkadresse. Als Transportschicht dient ein selbstorganisiertes, verschlüsseltes Mesh namens FIPS, in dem sich die Knoten gegenseitig authentifizieren und den Datenverkehr füreinander weiterleiten.
Den vollständigen Quellcode stellt Malmi öffentlich bereit.
Wie das dezentrale VPN die Kontrolle vom Anbieter zum Nutzer verschiebt
Der entscheidende Unterschied liegt in der Frage, wer die Kontrolle hält. Bei einem kommerziellen Anbieter ist der Nutzer auf dessen Vertrauenswürdigkeit angewiesen, denn der Betreiber kann Daten einsehen, speichern oder weitergeben.
Beim Nostr VPN Release ist der Nutzer selbst der Betreiber, weshalb kein Dritter Protokolle führen kann, die er gar nicht besitzt. Technisch wird die Verbindung durch zwei voneinander unabhängige Verschlüsselungsebenen abgesichert, und bei Verbindungsproblemen greift ein Routing über mehrere Knoten als Rückfallebene.
Diese Architektur überträgt ein Prinzip, das Bitcoin auf den Zahlungsverkehr angewandt hat, auf die Netzwerk-Infrastruktur: die Eliminierung vertrauenswürdiger Dritter, deren Vertrauen zugleich einen einzelnen Angriffs- und Kontrollpunkt darstellt. Einzuordnen bleibt, dass es sich um ein Nischenwerkzeug in aktiver Entwicklung handelt, nicht um ein fertiges Massenprodukt.
Vorhandene Infrastruktur ist nicht dasselbe wie verbreitete Nutzung. Der strukturelle Gedanke dahinter ist jedoch konsistent: Ein System mit festen Regeln, das ohne zentrale Instanz auskommt, ist nicht auf die Zustimmung eines Betreibers angewiesen, der es einschränken, überwachen oder abschalten könnte.
Wer einmal verstanden hat, warum ein Geld ohne vertrauenswürdige Dritte robuster ist, erkennt dasselbe Muster in der Kommunikation wieder.
Wir berichteten über das strukturelle Risiko zentraler Systeme in der Verwahrung.




