Die Schweizer Handelsplattform BX Digital tritt seit dieser Woche als SeturionX auf und vernetzt ihren Bitcoin-Handelsplatz mit der neuen paneuropäischen Infrastruktur der Börse Stuttgart Group. Die Umbenennung markiert einen Schritt der Expansion in den europäischen Zahlungsverkehr für tokenisierte Vermögenswerte.

SeturionX markiert neue Expansionsstufe

Die Schweizer BX Digital AG tritt seit dieser Woche unter dem Namen SeturionX auf, die Betreibergesellschaft firmiert künftig als Seturion AG. Der Bitcoin-Handelsplatz bleibt in der Schweiz FINMA-lizenziert und betreibt ein DLT-Handelssystem, das Handel und Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte direkt auf einer Distributed-Ledger-Technologie erlaubt, ohne klassische Zwischenverwahrer. Zu den gehandelten Werten zählen auch Bitcoin-Anlageprodukte. Mit dem neuen Namen soll die Zugehörigkeit zur paneuropäischen Plattform Seturion der Börse Stuttgart Group sichtbarer werden.

Die Börse Stuttgart Group zählt nach eigenen Angaben zu den sechs größten Börsengruppen Europas. Gemeinsam mit der US-Börse Nasdaq baut sie derzeit eine paneuropäische Infrastruktur für Handel und Abwicklung tokenisierter Wertpapiere auf. Die neue Post-Trade-Infrastruktur soll Abwicklungsprozesse für tokenisierte Wertpapiere über nationale Grenzen hinweg vereinheitlichen. SeturionX fungiert dabei als erster Kunde dieser neuen Architektur und zugleich als Testfeld für deren Abwicklungsstandard.

Börse Stuttgart Integration in Europa

Die Abwicklung am Schweizer Bitcoin-Handelsplatz läuft künftig über den technischen Standard der neuen Seturion-Settlement-Plattform. Damit verbindet die Börse Stuttgart Group ihren Schweizer Standort direkt mit der geplanten europäischen Marktinfrastruktur und treibt die Erweiterung des europäischen Zahlungsverkehrs für digitale Wertpapiere voran.

Nach eigenen Angaben verfolgt die Gruppe das Ziel, Handel und Abwicklung digitaler Vermögenswerte über Ländergrenzen hinweg zu standardisieren. Details zu Zeitplan und technischer Umsetzung der Integration hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht. Börse Stuttgart Group bezeichnet das Vorhaben als Beitrag zu einer einheitlichen Kapitalmarktinfrastruktur für tokenisierte Assets.

Handelsvolumen durch Infrastruktur-Synergien

Ob die Umbenennung tatsächlich zu höherem Handelsvolumen am Bitcoin-Handelsplatz führt, lässt sich derzeit nicht belegen. Konkrete Zahlen zu Nutzern oder gehandelten Volumina hat SeturionX bislang nicht genannt. Die Plattform richtet sich in der Schweiz vor allem an institutionelle und professionelle Marktteilnehmer, private Kleinanleger erhalten keinen direkten Zugang zum Handelssystem.

Für Anleger bleibt zentral, dass Handel und Verwahrung tokenisierter Vermögenswerte über eine regulierte, zentrale Infrastruktur laufen und nicht über die eigene Verwahrung der Coins. Wer Bitcoin-Produkte über einen solchen Handelsplatz hält, überträgt damit auch das Gegenparteirisiko an Börse und Verwahrstelle.

Eine engere europäische Vernetzung kann Reibungskosten im grenzüberschreitenden Handel senken, ändert an dieser Grundkonstellation aber nichts. Wie schnell andere europäische Handelsplätze den neuen Standard übernehmen, ist bislang offen.

Wir berichteten über die wachsende institutionelle Tokenisierung von Vermögenswerten.

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