Tokenisierte Aktien stoßen laut IWF-Analyse von Anfang Oktober 2026 auf Nachfrage, bleiben aber illiquide und schwanken stärker als klassische Aktien.

IWF: Nachfrage nach tokenisierten Aktien steigt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in einer Analyse von Anfang Oktober 2026 Nachfrage nach tokenisierten Aktien festgestellt. Dabei handelt es sich um digitale Wertmarken auf einer Blockchain, die den Kurs einer börsennotierten Aktie abbilden. Nach Medienberichten fand mehr als die Hälfte des Handels außerhalb der regulären US-Börsenzeiten statt.

Rund 80 % der Transaktionen betrafen weniger als eine ganze Aktie. Nutzer kaufen also Bruchteile und handeln nachts oder am Wochenende.

Der Markt bleibt klein. Tokenisierte Aktien kamen auf etwa 2,3 Mrd. US-Dollar, rund 0,0029 % eines globalen Aktienmarkts von 151,9 Billionen US-Dollar. Kursbewegungen über Nacht zeigten sich kurz nach Börsenöffnung auch bei den klassischen Aktien.

Illiquidität als Kernrisiko für Halter

Die tokenisierten Papiere waren nach diesen Angaben deutlich weniger liquide als ihre klassischen Gegenstücke. Liquidität bedeutet, dass sich ein Papier jederzeit ohne großen Preisabschlag verkaufen lässt. Die realisierte Schwankung lag etwa das 1,5-Fache über jener der Original-Aktien.

Ein Grund ist die Zersplitterung des Handels auf mehrere Netzwerke und Plattformen. Das erschwert die Preisbildung und führt zu Abweichungen zwischen Token und Aktie. Der IWF ordnet das in seinen Veröffentlichungen zur Finanzstabilität als Risiko ein.

Hinzu kommt das Gegenparteirisiko. Wer einen Token hält, besitzt meist nicht die Aktie selbst, sondern einen Anspruch gegen den Emittenten. Fällt dieser aus, schützt die Blockchain den Halter nicht.

Internationale Finanzbehörden prüfen Tokenisierung

Der IWF-Bericht ist eine Analyse, keine Regel. Verbindliche Vorgaben speziell für tokenisierte Aktien gehen aus den Berichten nicht hervor. Die Zahlen stammen aus Medienberichten über die Studie, das Originaldokument konnte nicht eingesehen werden.

Für die Aufsicht stellt sich die Frage, ob bestehende Wertpapierregeln auch dann greifen, wenn der Handel rund um die Uhr über mehrere Netzwerke läuft. Wer von Verlusten durch dünne Märkte betroffen wäre, zeigt die Zahl: Kleinanleger handeln überwiegend Bruchteile.

Tokenisierte Aktien bleiben ein Randmarkt mit hohen Schwankungen und dünnem Handel. Die Nachfrage richtet sich auf Handelszeiten und Bruchteile, das Emittentenrisiko trägt der Halter zusätzlich.

Offen bleibt, ob Aufseher eigene Vorgaben erlassen. Bitcoin kommt ohne Emittenten aus und bleibt auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Wir berichteten über die Tokenisierung von Wertpapieren.

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