Harvard hat im vierten Quartal 2025 erstmals eine Ethereum-Position aufgebaut und gleichzeitig seine Bitcoin-Bestände reduziert. Das Endowment kaufte 87 Millionen Dollar in ETHA, dem BlackRock iShares Ethereum Trust, während es etwa 1,46 Millionen IBIT-Shares im Wert von rund 72 Millionen Dollar verkaufte. Das entspricht einer Reduktion der Bitcoin-Position um 21 Prozent. Das Filing wurde am 14. Februar 2026 bei der SEC eingereicht und zeigt ein Gesamt-Krypto-Exposure von 352,6 Millionen Dollar bei einem Endowment-Volumen von 56,9 Milliarden Dollar.

In Kürze

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  • Q4 2025 Filing zeigt erstmals Ethereum im Harvard Endowment
  • 87 Millionen Dollar ETHA gekauft, 72 Millionen Dollar IBIT verkauft: Das Rebalancing
  • Bitcoin bleibt größte öffentlich gemeldete Equity-Position trotz Teilverkauf

Q4 2025 Filing zeigt erstmals Ethereum im Harvard Endowment

Harvard hielt zuvor ausschließlich Bitcoin über den BlackRock IBIT ETF. Das Filing für Q4 2025 dokumentiert nun erstmals eine Ethereum-Position. Der Kauf erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Ethereum etwa 58 Prozent unter seinem Allzeithoch von 4.878 Dollar handelte.

Harvard kauft BTC verkauft ETH

Bitcoin lag etwa 47 Prozent unter seinem Peak von 108.353 Dollar. Harvard kaufte also nicht im Boom, sondern während einer ausgeprägten Korrekturphase.

Das ist bemerkenswert, weil institutionelle Investoren typischerweise risikoavers agieren und volatile Assets in schwachen Märkten meiden. Die Entscheidung zeigt einen längeren Zeithorizont als die meisten Retail-Investoren ihn haben. Das Endowment operiert nicht mit Quartalsergebnissen, sondern mit Dekaden-Perspektive.

87 Millionen Dollar ETHA gekauft, 72 Millionen Dollar IBIT verkauft: Das Rebalancing

Der Ethereum-Kauf wurde teilweise durch den Bitcoin-Verkauf finanziert. Harvard reduzierte seine IBIT-Position von etwa 6,81 Millionen Shares auf 5,35 Millionen Shares, was einem Verkauf von rund 1,46 Millionen Shares entspricht.

Bei einem durchschnittlichen Preis von etwa 49 Dollar pro Share ergibt das circa 72 Millionen Dollar. Gleichzeitig wurden 87 Millionen Dollar in ETHA investiert. Das bedeutet: Harvard hat nicht einfach Krypto-Exposure erhöht, sondern umgeschichtet und leicht aufgestockt.

Die verbleibende Bitcoin-Position liegt bei etwa 266 Millionen Dollar, die neue Ethereum-Position bei 87 Millionen Dollar. Das Verhältnis beträgt damit etwa 75 Prozent Bitcoin, 25 Prozent Ethereum innerhalb des Krypto-Portfolios. Bitcoin bleibt dominant, aber Ethereum ist nicht marginal.

Bitcoin bleibt größte öffentlich gemeldete Equity-Position trotz Teilverkauf

Trotz der Reduktion ist Bitcoin weiterhin die größte öffentlich gemeldete Equity-Position im Harvard Endowment. Das ist bemerkenswert, weil Harvard über ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien, Anleihen, Private Equity, Immobilien und alternativen Assets verfügt. Dass Bitcoin diese Position hält, signalisiert strategische Bedeutung.

Der Teilverkauf ist kein Exit, sondern Risikomanagement. Ethereum ergänzt Bitcoin, ersetzt es aber nicht. Das Filing zeigt auch, dass andere Elite-Universitäten ähnlich agieren.

Dartmouth, Brown und Emory haben ebenfalls Krypto-Positionen aufgebaut. Der Trend ist nicht isoliert, sondern systemisch. Institutionelle Investoren mit langem Zeithorizont akkumulieren während Retail-Investoren aus Angst verkaufen.

Endowments agieren nach anderen Prinzipien als kurzfristige Trader. Sie bewerten Assets nicht nach quartalsweiser Performance, sondern nach struktureller Position in einem sich verändernden System.

Bitcoin bietet absolute Knappheit und Dezentralität. Ethereum bietet programmierbare Infrastruktur und institutionelle Einbindung über tokenisierte Assets. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen in einem Portfolio, das über Jahrzehnte operiert.

Harvards Entscheidung zeigt keine Präferenz für Ethereum über Bitcoin, sondern Diversifikation innerhalb digitaler Assets. Die Frage ist nicht, welches Protokoll gewinnt, sondern welche Kombination langfristig Wert erhält in einem System steigender Geldmengen und sinkender Zeitpräferenz bei informierten Akteuren.

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