Wallets, die mehr als 1.000 Bitcoin halten, sogenannte Whale-Wallets, haben in den vergangenen 90 Tagen den größten Netto-Kaufblock seit Beginn der Aufzeichnungen aufgebaut. Gleichzeitig fällt die Stimmung unter Privatanlegern auf extreme Angstwerte. On-Chain-Daten, also direkt aus der Bitcoin-Blockchain auslesbare Transaktionsdaten, zeigen eine historisch beispiellose Divergenz: Die Großen kaufen, die Kleinen verkaufen.

Warum Wallets mit 1.000 bis 10.000 BTC in 90 Tagen rund 800.000 BTC akkumuliert haben

Der Chart von On-Chain-Analyst James Easton via Checkonchain zeigt die 90-Tage-Balance-Veränderung aller Wallets mit mehr als 1.000 BTC, aufgeteilt in zwei Gruppen: Wallets mit 1.000 bis 10.000 BTC (hellblau) und sogenannte MegaWhales mit über 10.000 BTC inklusive Börsen-Wallets (lila).

Whale 1.000 BTC Chart

Quelle: Checkonchain

Die Balance-Veränderung misst, wie viele Bitcoin in diesen Wallets über 90 Tage netto hinzugekommen oder abgeflossen sind. Der aktuelle Wert liegt bei rund +800.000 BTC für die Kohorte 1.000 bis 10.000 BTC, der mit Abstand höchste Wert seit 2012.

Zum Vergleich: Vor dem Bullrun 2020, als Bitcoin bei 4.000 US-Dollar stand und anschließend auf 69.000 stieg, lag der Spike deutlich niedriger. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die Kohorte über 1.000 BTC heute nicht nur klassische Großinvestoren umfasst, sondern auch Spot-ETFs, Corporate Treasuries wie Strategy mit 762.099 BTC und Custody-Lösungen institutioneller Anbieter.

Strategy allein hat in den vergangenen Monaten Zehntausende BTC gekauft, was einen Teil des Spikes erklärt. Der Bitcoin Großkäufer Rekord ist also nicht ausschließlich das Werk anonymer Wale, sondern die Summe aus institutionellem Kapital, ETF-Zuflüssen und langfristigen Haltern, die bei fallenden Preisen akkumulieren.

Wie der aktuelle Spike jeden bisherigen Akkumulationsblock seit 2012 übertrifft

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Der Chart zeigt jeden bedeutenden Akkumulationsspike der letzten 14 Jahre. 2013 akkumulierten MegaWhales bei Preisen unter 10 US-Dollar, als das Netzwerk wenige Tausend Nutzer hatte. 2015 und 2018 zeigten moderate Akkumulation an den jeweiligen Bärenmarkt-Böden, gefolgt von mehrjährigen Bullruns.

2020 war der bis dahin stärkste Spike: Großkäufer akkumulierten massiv bei 4.000 bis 10.000 US-Dollar, und Bitcoin stieg in 18 Monaten um über 1.500 %. 2024 folgte ein weiterer Spike nach dem ETF-Launch. Keiner dieser Spikes erreicht die Höhe des aktuellen Blocks von 2026.

Das Muster ist in jedem Zyklus identisch: Großkäufer akkumulieren bei maximaler Angst und niedrigen Preisen, während Kleinanleger verkaufen. Diese Divergenz, also das Auseinanderlaufen zwischen dem Verhalten großer und kleiner Marktteilnehmer, hat historisch in jedem Fall den Boden markiert.

Der Fear and Greed Index, ein Stimmungsbarometer das von 0 (extreme Angst) bis 100 (extreme Gier) reicht, fiel im März 2026 auf 11 und steht aktuell bei 37. Gleichzeitig kaufen Wallets über 1.000 BTC in einem Tempo, das alles Bisherige übertrifft. 2017 dagegen, kurz vor dem damaligen Allzeithoch, zeigte der Chart kaum Whale-Akkumulation, sondern Distribution, also Verteilung von großen an kleine Halter.

Der Bitcoin Käufer Rekord fällt also nicht in eine Euphoriephase, sondern in eine Angstphase, genau wie bei jedem bisherigen Zyklusboden.

Wie ETFs, Strategy und klassische Wale den Spike gemeinsam erklären

Drei Kräfte treiben den Bitcoin Großkäufer Rekord gleichzeitig. Erstens: Spot-ETFs in den USA haben nach wochenlangen Abflüssen im März mit rund 1 Mrd. US-Dollar Zuflüssen zu BlackRocks IBIT zurückgekehrt. ETF-Bestände werden in Custody-Wallets gehalten, die über 1.000 BTC enthalten und damit in der Whale-Kohorte erscheinen.

Zweitens: Strategy kauft weiter aggressiv, zuletzt 1.031 BTC am 23. März, und hält insgesamt 762.099 BTC mit dem erklärten Ziel von einer Million bis Ende 2026. Drittens: Die Exchange-Reserven, also die auf Börsen verfügbaren Bitcoin-Bestände, sind auf 2,31 Mio. BTC gefallen, den niedrigsten Stand seit April 2018.

Das bedeutet, dass Bitcoin von Börsen abgezogen und in langfristige Verwahrung überführt werden, was das sofort handelbare Angebot reduziert. Gleichzeitig liegt die neue Issuance, also die Menge neu geschürfter Bitcoin pro Block, nach dem Halving bei nur noch 3,125 BTC, dem niedrigsten Wert der Geschichte.

Weniger neues Angebot plus die höchste Nachfrage der Geschichte ergibt mathematisch einen Supply Squeeze, also eine Angebotsverknappung. Wer versteht, dass ein Asset mit einer festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bei steigender Nachfrage und sinkendem verfügbarem Angebot nicht fallen kann, ohne dass jemand zu einem niedrigeren Preis verkauft, erkennt in den aktuellen On-Chain-Daten kein Warnsignal, sondern die Logik eines Systems, das seine Knappheit in jedem Zyklus neu beweist.

Wir berichteten über den Supply Squeeze und die auf Rekordtief gefallenen Börsenreserven.

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