Der Bitcoin Supply Squeeze hat ein historisches Ausmaß erreicht. Daten des Analyseanbieters Coinglass zeigen, dass die aggregierten Bitcoin-Bestände auf zentralen Börsen seit März 2025 von rund 3,4 Mio. BTC auf etwa 2,4 Mio. BTC gefallen sind. Das entspricht einem Rückgang von knapp einer Million Bitcoin innerhalb von zwölf Monaten und markiert den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Weniger als 12 % aller jemals geminten Bitcoin liegen damit noch auf Handelsplattformen.

In Kürze

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  • Bitcoin Supply Squeeze beschleunigt sich trotz Kurskorrektur von 120.000 auf 70.000 USD
  • Sinkende Börsenreserven bei fallendem Kurs widersprechen dem klassischen Bärenmarkt-Muster
  • Bitcoin Supply Shock entsteht, wenn schrumpfendes Angebot auf stabile oder steigende Nachfrage trifft

Bitcoin Supply Squeeze beschleunigt sich trotz Kurskorrektur von 120.000 auf 70.000 USD

Besonders auffällig ist, dass sich der Abfluss von den Börsen nicht verlangsamt hat, obwohl der Bitcoin-Kurs seit dem Allzeithoch bei über 120.000 US-Dollar im Oktober 2025 auf aktuell rund 70.000 US-Dollar korrigiert hat.

In früheren Zyklen war das Gegenteil der Fall: Fallende Kurse führten typischerweise dazu, dass Anleger ihre Bestände zurück auf Börsen transferierten, um Verluste zu begrenzen oder Positionen aufzulösen. Diesmal ziehen Investoren ihre Bitcoin stattdessen weiter ab.

Einzelne Tage im März verzeichneten Netto-Abflüsse von über 30.000 BTC. Drei Kräfte treiben diese Entwicklung: Die Spot-Bitcoin-ETFs in den USA haben seit ihrer Einführung Ende 2023 Hunderttausende BTC absorbiert und halten diese in regulierten Custody-Strukturen außerhalb der Börsen.

Gleichzeitig akkumulieren börsennotierte Unternehmen wie Strategy weiter in großem Umfang. Dazu kommt ein wachsender Trend zur Self-Custody, bei dem Privatanleger ihre Bestände auf eigene Hardware-Wallets übertragen.

Sinkende Börsenreserven bei fallendem Kurs widersprechen dem klassischen Bärenmarkt-Muster

Die Kombination aus fallendem Kurs und sinkenden Börsenreserven ist historisch ungewöhnlich. In einem klassischen Bärenmarkt steigen die Börsenbestände, weil Anleger verkaufen oder sich auf Verkäufe vorbereiten. Dass das Gegenteil geschieht, deutet auf eine strukturelle Veränderung im Halterverhalten hin.

Long-Term-Holder, also Adressen, die Bitcoin länger als 155 Tage halten, kontrollieren derzeit rund 14,5 Mio. BTC. Dieser Wert liegt nahe an den Zyklusspitzen früherer Bullenmärkte und signalisiert Überzeugung statt Verteilung.

Gleichzeitig werden aktuell 40 bis 45 % des zirkulierenden Angebots mit Verlust gehalten, ein Niveau, das typisch für frühe Bärenmarkt-Phasen ist und kurzfristig zu Vorsicht mahnt. Der Bitcoin Supply Squeeze allein garantiert also keine unmittelbare Kursrally.

OTC-Handel bleibt aktiv und kann Verkaufsdruck erzeugen, der in den Börsenreserven nicht sichtbar ist. Auch liegt der Miner-Breakeven bei 64.000 bis 65.000 US-Dollar, was bei weiteren Kursrückgängen Zwangsverkäufe auslösen könnte.

Bitcoin Supply Shock entsteht, wenn schrumpfendes Angebot auf stabile oder steigende Nachfrage trifft

Dennoch erzählen die On-Chain-Daten eine klare Geschichte: Das sofort verfügbare Angebot auf Handelsplattformen schrumpft schneller als in jedem früheren Zyklus. Über 20 Mio. BTC sind bereits gemined, weniger als eine Million verbleiben zum Mining.

Die Emission neuer Coins nach dem Halving im April 2024 liegt bei nur noch 3,125 BTC pro Block. Wenn institutionelle Nachfrage über ETFs und Corporate Treasuries weiter auf dieses schrumpfende Angebot trifft, entsteht ein Bitcoin Supply Shock.

In vergangenen Zyklen folgten auf vergleichbare Tiefs bei den Börsenreserven starke Kursbewegungen nach oben. Ob sich dieses Muster wiederholt, hängt davon ab, ob die Nachfrageseite die aktuelle Konsolidierung zwischen 67.000 und 71.000 US-Dollar nach oben auflöst.

Die Angebotsseite jedenfalls wird mit jedem Tag enger. Wir berichteten bereits über die institutionelle Akkumulation und Fidelitys Schätzung, dass bis 2032 rund 8,3 Mio. BTC als illiquid gelten könnten.

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