Der BIP 110 Bitcoin Streit erreicht seine entscheidende Phase. Michael Saylor und Adam Back erklären, warum der Filter selbst das größere Risiko ist.
BIP 110 Bitcoin Vorschlag: Was der Reduced Data Temporary Softfork ändern würde
Der BIP 110 Bitcoin Vorschlag würde für ein Jahr die Konsensregeln des Netzwerks verschärfen. Outputs über 34 Byte wären ungültig, OP_RETURN bliebe auf 83 Byte begrenzt, Datenpakete über 256 Byte und bestimmte Taproot-Funktionen wären blockiert. Ziel ist es, das Einbetten beliebiger Daten wie Bilder einzudämmen.
Eingereicht wurde der Entwurf im Dezember 2025 vom pseudonymen Entwickler Dathon Ohm, der Erstentwurf stammt laut Spezifikation von Luke Dashjr. Zur Einordnung: BIP 110 ist ein Vorschlag, kein aktiviertes Protokoll-Update.
Präzedenzfall statt Spam: Saylors Kernargument und die Warnung vor ungültigen Pre-signed Transactions
Michael Saylor reagierte am 11. Juli auf X auf einen Grundsatz-Thread von Adam Back. Es gebe 110 Dinge, die für Bitcoin gefährlicher seien als Spam. Der Vorschlag mache aus einem Spam-Streit eine Konsensänderung, die heute gültige, gebührenzahlende Transaktionen ungültig machen würde. Genau dieser Präzedenzfall sei die eigentliche Gefahr.
Die technische Kritik stützt das. Laut der offiziellen Spezifikation könnten in seltenen Fällen Gelder eingefroren werden oder verloren gehen. Greg Maxwell warnte vor ungültig werdenden Pre-signed und Time-locked Transactions, Peter Todd kritisierte den UASF-Aktivierungspfad ohne Miner-Mehrheit. Back nannte den Vorschlag im Kern eine Quest, andere Menschen zu kontrollieren.
Dezentralität als Immunsystem: Warum Bitcoin umstrittene Regeländerungen abwehrt
Die Aktivierungsmathematik zeigt die Lage. BIP 110 braucht 55 % Miner-Signaling, also 1.109 von 2.016 Blöcken, aktuell signalisiert rund 1 %. Die Spezifikation erzwingt Signaling zwischen Block 961.632 und 963.647, das ist etwa im August, mit Aktivierung bei Block 965.664 um den 1. September. Ohne breite Unterstützung entstünde keine Netzwerkänderung, sondern eine wirtschaftlich isolierte Minderheiten-Chain.
Der BIP 110 Bitcoin Konflikt zeigt damit ein Anreizsystem, das keine zentrale Autorität kennt. Jeder kann seine eigene Software ändern, niemand die der anderen. Wer eine Regel ohne Konsens durchsetzen will, verlässt faktisch das Netzwerk, unabhängig von Reichweite oder Kapital. Diese Änderungsresistenz ist kein Mangel, sondern der Mechanismus, der neutrale Regeln gegen jede Interessengruppe schützt.
Ein Soft Fork gegen unerwünschte Nutzung würde etablieren, dass gültige Transaktionen nachträglich per Mehrheitsentscheid entwertet werden können. Ein Geldsystem ist nur so hart wie die Unantastbarkeit seiner Regeln, und genau diese Eigenschaft verteidigen Saylor und Back gegen einen Filter, der Spam ohnehin nicht zuverlässig stoppen würde.
Wir berichteten über Adam Backs Warnung vor einem Minderheiten-Fork.





