Fidelity forderte den US-Senat am Freitag, 24. Juli 2026, öffentlich zur Verabschiedung des CLARITY Act auf und drängt damit auf eine verbindliche CLARITY Act Klassifizierung für digitale Vermögenswerte. Der Vermögensverwalter mit 7,1 Billionen US-Dollar verwaltetem Kapital schließt sich einer wachsenden Koalition aus Finanzfirmen und Krypto-Unternehmen an.

Fidelity fordert gesetzliche Klarheit beim CLARITY Act

Fidelity Investments forderte den US-Senat am Freitag, 24. Juli 2026, über den eigenen Public-Policy-Kanal öffentlich zur Verabschiedung des CLARITY Act auf. Der Vermögensverwalter mit 7,1 Billionen US-Dollar verwaltetem Kapital begründete den Vorstoß mit fehlender Rechtssicherheit für digitale Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten.

Der CLARITY Act, offiziell Digital Asset Market Clarity Act, soll erstmals gesetzlich regeln, welche digitalen Vermögenswerte als Rohstoff und welche als Wertpapier gelten. Genau diese CLARITY Act Klassifizierung entscheidet, ob die Börsenaufsicht SEC oder die Terminmarktaufsicht CFTC zuständig ist. Das Repräsentantenhaus hat eine Fassung des Gesetzes als H.R. 3633 bereits verabschiedet, seit Anfang Juni liegt sie dem Bankenausschuss des Senats vor.

Institutional Player schließen sich der Lobbyarbeit an

Fidelity reiht sich mit dem Aufruf in eine wachsende Gruppe von Finanzfirmen und Krypto-Unternehmen ein, die seit Monaten für eine Marktstruktur-Gesetzgebung werben. Auch Bankenverbände wie die American Bankers Association hatten den Senat zuvor in einem gemeinsamen Schreiben zur zügigen Verabschiedung aufgefordert. Nach eigenen Angaben soll die neue Regelung Investoren-Vertrauen stärken und US-Anbietern gegenüber Konkurrenz aus anderen Rechtsräumen Planungssicherheit verschaffen.

Der Gesetzestext liegt seit Wochen unverändert im Ausschuss, ein Abstimmungstermin im Plenum steht weiterhin nicht fest. Berichten zufolge verzögert ein separater Streit um Ethikregeln im Senat den Zeitplan zusätzlich. Ohne Verabschiedung bleibt die Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC bei digitalen Vermögenswerten in Teilen ungeklärt.

Warum Vermögensverwalter auf klare Regeln drängen

Für etablierte Vermögensverwalter wie Fidelity zählt regulatorische Berechenbarkeit mehr als eine bestimmte inhaltliche Ausgestaltung. Eine verbindliche CLARITY Act Klassifizierung würde festlegen, unter welchen Auflagen Krypto-Produkte für institutionelle Kunden angeboten werden dürfen, und würde damit Haftungsrisiken reduzieren.

Aus österreichischer Sicht zeigt der Vorstoß, wie sehr die Zuständigkeitsfrage zwischen SEC und CFTC über Zugang und Kosten für Bitcoin-nahe Produkte in den Vereinigten Staaten entscheidet, unabhängig vom Netzwerk selbst. Am festen Angebot von 21 Mio. Bitcoin ändert die CLARITY Act Klassifizierung nichts, sie betrifft allein den Marktzugang für Drittprodukte.

Ob der Senat noch 2026 abstimmt, bleibt offen, der Ethik-Streit gilt als größere Hürde als inhaltliche Differenzen. Bis zur Verabschiedung bleibt die CLARITY Act Klassifizierung für Marktteilnehmer ein Ankündigungsstatus ohne bindende Wirkung.

Wir berichteten über die vorangegangene SEC-Klassifizierung digitaler Rohstoffe.

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