Eine BitMEX Liquidation Klage fordert seit dem 23. Juli 2026 die Rückgabe von 622,66 BTC, eingereicht von BKX Services und David Namdar am Tag der angekündigten BitMEX-Schließung. Die Kläger werfen der Börse vor, mit privilegiertem Handelszugang von Zwangsliquidationen profitiert zu haben.
623 BTC Klage: BitMEX Liquidationen mit privilegiertem Zugang
Am 23. Juli 2026 reichten BKX Services Inc. und David Namdar am US-Bezirksgericht für den Südbezirk von New York eine BitMEX Liquidation Klage ein, am selben Tag, an dem BitMEX seine Schließung ankündigte. Die Kläger fordern die Rückgabe von zusammen 622,66 BTC, die sie durch Zwangsliquidationen verloren haben wollen.
BKX beziffert den Schaden auf mindestens 305,81 BTC, Namdar auf über 316,85 BTC. Die Sammelklage richtet sich gegen ein internes Handelsdesk, das nach Darstellung der Kläger privilegierten Zugriff auf Kundendaten hatte und während Server-Sperren weiterhandeln konnte, während gewöhnliche Nutzer ihre Positionen weder einsehen noch schließen konnten. Die Klasse soll US-Kunden umfassen, die seit dem 23. Juli 2018 BTC-Swap-Produkte gehandelt haben.
Server-Abschaltung und Liquidierungen: Das Gegenpartei-Risiko
BitMEX bot Kunden eine Hebelwirkung von bis zu 100-fachem Einsatz. Laut Klageschrift liquidierte die Börse Positionen, bevor die hinterlegte Sicherheit aufgebraucht war, sodass Kunden ihre Position verloren, während das verbleibende Bitcoin-Collateral noch deutlich mehr wert war als der Handelsverlust.
BitMEX hatte die Schließung in einer eigenen Ankündigung für den 23. September 2026, 04:00 UTC, terminiert. Ab dem 26. August 2026 dürfen Nutzer demnach nur noch bestehende Positionen reduzieren.
Die Muttergesellschaft HDR Global Trading begründete den Schritt mit einer strategischen Überprüfung des Geschäfts. Nach eigenen Angaben verlor BitMEX in elf Jahren kein Kundenguthaben durch Hacks, was den Vorwurf der BitMEX Liquidation Klage brisant macht: Der behauptete Schaden entstand demnach durch die eigene Handelsinfrastruktur, nicht durch einen externen Angriff.
Selbstverwahrung gegen Börsen-Risiko: Die BitMEX-Lektion
Der Fall zeigt das Börsen Verwahrungsrisiko zentraler Handelsplätze: Wer BTC einer Börse für den Margin-Handel überlässt, gibt die Kontrolle über die privaten Schlüssel ab. Die Kläger der BitMEX Liquidation Klage fordern deshalb nicht nur Schadenersatz, sondern die Rückgabe der einbehaltenen Bitcoin.
Server-Sperren, aus denen ein internes Desk angeblich weiterhandeln konnte, während Kunden ausgesperrt blieben, offenbaren ein Anreizproblem: Wer gleichzeitig Marktteilnehmer und Infrastrukturbetreiber ist, stellt eigene Interessen über die der Kunden.
Ob das Gericht die Vorwürfe bestätigt, ist offen, das Verfahren steht am Anfang. Für Bitcoin selbst ändert der Rechtsstreit nichts an der Deckelung auf 21 Mio. Einheiten, wohl aber daran, wo Anleger ihre Coins künftig halten.
Wir berichteten über die Insolvenz der Kryptoplattform Knaken, bei der rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern verschwanden.




