Eine neue Auswertung zeigt: Der IOTA Systemverkehr macht 99,5 Prozent aller Netzwerktransaktionen aus, nur rund 300.000 von 57 Millionen Vorgängen im Monat stammen von zahlenden Nutzern. Die Analyse der Gruppe IOTAPUNKS wurde am Donnerstag veröffentlicht.
IOTA: 99,5 Prozent Systemverkehr ohne Nutzer
Der IOTA Systemverkehr dominiert das Netzwerk fast vollständig, wie eine am Donnerstag über X veröffentlichte Auswertung der Analysegruppe IOTAPUNKS zeigt. In den vergangenen 30 Tagen zählte das Netzwerk rund 57 Millionen Transaktionen, doch nur etwa 300.000 davon waren gebührenpflichtig. Das entspricht 99,5 Prozent automatischem Systemverkehr gegenüber lediglich 0,5 Prozent zahlender Nutzeraktivität.
IOTAPUNKS erklärt den Unterschied mit dem technischen Aufbau des Netzwerks: Jeder Bestätigungsblock enthält automatisch anfallende Systemvorgänge, darunter die Konsens-Aktualisierung (Consensus Prologue) und Updates der Zufallsquelle. Diese Vorgänge zählen in der Transaktionssumme mit, obwohl kein Nutzer dahinter steht und keine Gebühr anfällt.
57 Millionen monatliche Transaktionen sind Systemrauschen
Um echte von automatischer Aktivität zu trennen, hat die Analyseplattform IOTA Pulse ein neues Feld namens „Real Activity“ eingeführt, das stündlich aktualisiert wird und zahlende Nutzeraktivität den kostenlosen Systemoperationen gegenüberstellt. Damit lässt sich der IOTA Systemverkehr erstmals von echter Netzwerknutzung unterscheiden, statt sich auf die reine Transaktionszahl zu verlassen.
Der Befund reiht sich in die laufende Debatte um die Ausrichtung des Netzwerks ein. Mit dem Umbau zu IOTA Rebased führte die Foundation ein Staking-Modell mit rund 6 Prozent jährlicher Inflation und regulären Transaktionsgebühren ein, ein Bruch mit dem ursprünglichen Versprechen eines gebührenfreien Systems für Mikrotransaktionen. Wie weit Adoption und Infrastruktur des Netzwerks tatsächlich tragen, war aus der reinen Transaktionszahl bislang kaum ablesbar.
Skalierbarkeit ohne Skalierungseffekt
Die Zahlen zeigen den Unterschied zwischen technischer Kapazität und tatsächlicher Nutzung: Ein Netzwerk kann Millionen Transaktionen verarbeiten und trotzdem kaum von echten Anwendern getragen werden, wenn der Großteil aus protokollinternen Vorgängen besteht. Aus österreichischer Perspektive zählt dabei, wer über die Regeln entscheidet: Bei IOTA legt die Foundation zentral Änderungen wie das Gebühren- und Inflationsmodell fest, Nutzer nehmen sie lediglich hin.
Vorerst bleibt der IOTA Systemverkehr ein technisches Phänomen ohne belegte Nutzerbasis. Die neue „Real Activity“-Kennzahl macht diesen Unterschied erstmals sichtbar, statt ihn hinter einer hohen Gesamttransaktionszahl zu verstecken.
Offen bleibt, ob sich das Verhältnis zu zahlender Aktivität in den kommenden Monaten verschiebt. Bis dahin taugt die reine Transaktionszahl bei IOTA nicht als Beleg für tatsächliche Adoption und Infrastruktur-Nutzung.
Wir berichteten über die Einführung von Testnet und DevNet im Zuge des Umbaus zu IOTA Rebased.





