Zentralbanken Blockchain wird konkret: Die EZB startet ihr DLT-Projekt Pontes im dritten Quartal 2026, Japan plant laut Berichten vom 26. August 2026 eine rund um die Uhr laufende Blockchain-Wertpapierabwicklung. Beide Initiativen zielen auf die Verzahnung von Zentralbankgeld mit digitalen Marktplattformen.

Zentralbanken Blockchain: EZB und Japan treiben Finanzabwicklung voran

Zentralbanken Blockchain ist seit dieser Woche kein Zukunftsthema mehr, sondern trägt konkrete Starttermine. Die Europäische Zentralbank hat für ihr Projekt Pontes den Beginn der Pilotphase auf das dritte Quartal 2026 terminiert. Parallel meldeten japanische Medien am 26. August 2026, dass die Finanzaufsicht FSA, das Finanzministerium und die Bank of Japan an einer durchgehenden, 24 Stunden laufenden Abwicklung für Staatsanleihen und Aktien auf Blockchain-Basis arbeiten.

Pontes soll Großhandelstransaktionen auf Markt-DLT-Plattformen gegen Zentralbankgeld abwickeln und bündelt drei zuvor getestete Interoperabilitätslösungen des Eurosystems in einem Angebot. Teilnehmer sollen wahlweise über eine Eurosystem-DLT-Plattform mit Cash-Token oder weiterhin über das bestehende Echtzeit-Bruttosystem T2 abrechnen können.

Japan plant Blockchain-Wertpapierabwicklung rund um die Uhr

In Japan haben laut Berichten vom 26. August 2026 bereits vier der größten Kreditinstitute seit April 2026 einen Blockchain-Test für die Besicherung japanischer Staatsanleihen laufen. Die Arbeitsgruppe aus FSA, Finanzministerium und Bank of Japan soll im Sommer 2026 starten, ein Entwicklungsplan wird für Anfang 2027 erwartet.

Damit rückt Zentralbanken Blockchain auch in Asien von der Testphase zur konkreten Marktinfrastruktur: Staatsanleihen und Aktien sollen nicht mehr an feste Handelszeiten und tägliche Abrechnungszyklen gebunden sein, sondern durchgehend abgewickelt werden. Ein produktiver Betrieb wird laut den Berichten frühestens in den frühen 2030er-Jahren angepeilt, was den langen Vorlauf gegenüber der EZB-Pilotphase unterstreicht.

Dezentrale Finanzabwicklung: EZB startet Blockchain-Projekt

Neben Pontes verfolgt die EZB mit Appia einen langfristigen Ansatz für ein integriertes europäisches Ökosystem aus Tokenisierung und DLT, das laufend mit öffentlichen und privaten Marktteilnehmern abgestimmt wird. Die EZB betont dabei die Anbindung an T2, damit die finale Abwicklung weiterhin in Zentralbankgeld erfolgt und rechtlich abgesichert bleibt.

Beide Projekte laufen auf denselben Punkt hinaus: Wer die Abwicklungsschicht kontrolliert, entscheidet über Zugang, Ausfallsicherheit und letztlich darüber, wessen Bilanz im Ernstfall haftet. Zentralbanken bauen diese Schicht bewusst selbst, statt sie privaten DLT-Betreibern zu überlassen, und sichern sich damit die Kontrolle über die Geldordnung im digitalen Zeitalter.

Für Sparer bleibt entscheidend, dass beide Systeme auf Zentralbankgeld als Ankerpunkt setzen, nicht auf ein wertneutrales, mengenmäßig begrenztes Gut. Ob die schnellere Abwicklung auch die zugrunde liegende Geldmenge diszipliniert, ist damit noch nicht entschieden.

Wir berichteten über einen vergleichbaren Test der Bank of England zur Kopplung von Zentralbankgeld und externen Ledgern.

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