Mit dem SHRINCS Post-Quantum Verfahren liegt seit dem 27. August 2026 erstmals ein konkreter BIP-Entwurf für ein quantencomputer-resistentes Bitcoin-Signaturschema vor. Blockstream-Forscher haben den Ansatz bereits auf der Liquid-Sidechain getestet.

SHRINCS bietet Schutz gegen Quantencomputer-Angriffe

Am 27. August 2026 veröffentlichten die Bitcoin-Forscher Jonas Nick und Mikhail Kudinov von Blockstream mit dem SHRINCS Post-Quantum Verfahren den ersten konkreten BIP-Entwurf für ein speziell auf Bitcoin zugeschnittenes Signaturschema gegen Quantencomputer-Angriffe. Der Entwurf enthält exakte Algorithmen und eine Referenzimplementierung.

SHRINCS kombiniert kompakte zustandsbehaftete Signaturen mit einem zustandslosen Fallback für die Wallet-Wiederherstellung. Die Signaturgröße beginnt bei rund 324 Byte und wächst mit jeder Verwendung eines Schlüssels um etwa 16 Byte, minimal 548 Byte plus einen 48 Byte großen öffentlichen Schlüssel, maximal bis zu 4.619 Byte. Zum Vergleich: Eine heutige Schnorr-Signatur benötigt 64 Byte.

Bitcoin erhält erste Post-Quantum-Lösung

Das SHRINCS Post-Quantum Verfahren baut vollständig auf SHA-256 auf, jener Hashfunktion, die Bitcoin bereits beim Mining verwendet. Damit hängt die Sicherheit nicht von einer neuen mathematischen Annahme ab, sondern von einem bewährten Baustein.

Der zentrale Vorteil gegenüber anderen Ansätzen liegt beim Durchsatz. Mit den heutigen Schnorr-Signaturen verarbeitet Bitcoin rund 6,5 Transaktionen pro Sekunde, mit SLH-DSA, dem von NIST standardisierten hashbasierten Verfahren, sänke dieser Wert auf etwa 0,36 Transaktionen pro Sekunde. SHRINCS bringt den Durchsatz auf rund drei Transaktionen pro Sekunde zurück. Die vollständige technische Spezifikation ist in der offiziellen BIP-Dokumentation einsehbar. Blockstream hat den Ansatz bereits auf der eigenen Liquid-Sidechain getestet.

Private-Key-Sicherheit in der Quantum-Ära

Für Bitcoin-Nutzer bleibt entscheidend, wie die eigenen Schlüssel verwahrt werden. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte aus einem offengelegten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel ableiten, ein Risiko, das vor allem wiederverwendete Adressen betrifft. Die Quantencomputer-Bedrohung für Bitcoin gilt nach Expertenmeinung als real, aber nicht akut. SHRINCS würde ein solches Angriffsszenario durch ein neues Signaturformat schließen, sofern das Verfahren als Soft Fork aktiviert wird. Bislang fehlt dem Entwurf jedoch ein abgeschlossener Sicherheitsbeweis.

Wer auf ein Geldsystem mit fixer, überprüfbarer Obergrenze setzt, für den ist die Absicherung der Schlüsselinfrastruktur keine Nebensache: 21 Mio. Bitcoin nützen wenig, wenn die Verwahrung angreifbar bleibt. Das SHRINCS Post-Quantum Verfahren zeigt, dass an einer Lösung gearbeitet wird, bevor die Bedrohung praktisch wird.

Ob SHRINCS oder ein alternativer Vorschlag den Weg in ein künftiges Bitcoin-Upgrade findet, ist offen. Ein Soft Fork setzt einen breiten Konsens der Entwickler-Community voraus, den es für dieses Verfahren noch nicht gibt.

Wir berichteten über StarkWares quantenresistente Bitcoin-Transaktion im Mainnet.

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