Die CDU-Landtagsabgeordnete Marie Wasem lehnt eine Abschaffung der Krypto Haltefrist Steuer ab und nennt die einjährige Frist kein Sonderprivileg für Kryptowerte. Die Position reiht sich in wachsende Unions-Kritik an Klingbeils Steuerplänen für 2027 ein.

Haltefrist unter Beschuss

Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Marie Wasem hat sich am Montag, 21. September 2026, gegen eine Abschaffung der Krypto Haltefrist Steuer ausgesprochen. Auf der Plattform Abgeordnetenwatch reagierte die seit 2025 im Landtag sitzende Politikerin auf eine Bürgerfrage zu den Steuerplänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.

Nach geltendem Recht bleiben private Veräußerungsgewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten nach § 23 Einkommensteuergesetz nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei, ebenso wie bei Gold oder Fremdwährungen. Klingbeils Finanzbericht 2027, veröffentlicht am 14. August 2026, sieht stattdessen eine pauschale Kapitalertragsteuer von 25 Prozent auf Krypto-Gewinne vor, unabhängig von der Haltedauer.

CDU gegen Sonderbehandlung

Wasem stellte klar, dass die einjährige Frist bei der Krypto Haltefrist Steuer kein Sonderprivileg für Kryptowerte sei, sondern Teil des allgemeinen Steuerrechts. Die Regel gelte seit Jahrzehnten gleichermaßen für Edelmetalle und Devisen, eine steuerliche Gleichstellung, die aus ihrer Sicht erhalten bleiben müsse.

Mit dieser Position reiht sich Wasem in eine wachsende Gruppe von CDU-Stimmen ein. Bereits im Sommer hatte der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting Klingbeils Pläne kritisiert. Die Unionsfraktion stellte im Finanzausschuss zudem klar, dass eine Abschaffung der Frist nicht im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei.

Der genaue Gesetzestext findet sich in § 23 Einkommensteuergesetz. Ob Klingbeils Entwurf in dieser Form in den Bundestag eingebracht wird, ist offen, solange der Koalitionspartner nicht zustimmt.

Sparanreize in der Kritik

Die Debatte um die Krypto Haltefrist Steuer berührt eine grundsätzliche Frage: Wie behandelt der Staat langfristiges Sparen gegenüber kurzfristigem Handel? Klingbeils Plan würde kurzfristige Trader begünstigen, deren Steuersatz von bis zu 45 Prozent auf pauschal 25 Prozent sinkt, während Langfristanleger den bisherigen Vorteil verlieren. Kritiker wie Wasem sehen darin eine Umkehr der bisherigen Anreize.

Wer Bitcoin über Jahre hält statt zu handeln, verliert damit einen Anreiz, der bislang das Halten gegenüber häufigem Handel belohnte. Eine Angleichung beider Fälle verschiebt diesen Anreiz zugunsten kurzfristiger Transaktionen.

Ob Klingbeils Entwurf den Bundestag in dieser Form erreicht, entscheidet die Unionsfraktion, die sich bislang nicht bewegt hat. Bleibt die Frist bestehen, bleibt auch der Anreiz erhalten, Bitcoin als Ersparnis statt als Handelsware zu behandeln.

Wir berichteten über die Kritik von CDU-Abgeordnetem Olav Gutting an Klingbeils Steuerplänen.

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