Beschlagnahmte Bitcoin im Wert von rund 770 Mio. US-Dollar hat die US-Regierung zu Coinbase Prime verschoben. Darunter sind 2.456 BTC, die erstmals Strafverfolgungsbehörden zugeordnet werden.
Beschlagnahmte Bitcoin wechseln den Verwahrer
Beschlagnahmte Bitcoin im Wert von rund 770 Mio. US-Dollar hat die US-Regierung nach Angaben von Cointelegraph zu Coinbase Prime bewegt. Es handelt sich um 9.261 BTC, die am 9. Oktober 2026 gemeldet wurden. Rechnerisch entspricht das gut 83.000 US-Dollar je Bitcoin.
Coinbase Prime ist die Handels- und Verwahrplattform des Börsenbetreibers Coinbase für institutionelle Kunden. Eine Übertragung dorthin bedeutet nicht automatisch einen Verkauf. Ob die Bestände nur umgelagert oder später veräußert werden, geht aus den bisher bekannten Daten nicht hervor.
9.261 BTC auf dem Weg zu Coinbase Prime
Von den verschobenen Coins stammen 2.456 BTC aus Adressen, die bislang nicht als Regierungsbestand erkannt waren. Sie deuten laut Cointelegraph auf Beschlagnahmungen durch Bundesbehörden hin. Die übrigen 6.805 BTC lagen offenbar in bereits bekannten Regierungs-Wallets.
Auf Bundesebene verwaltet in der Regel der US Marshals Service eingezogene Vermögenswerte. Eine offizielle Bestätigung, welche Behörde die Transaktion veranlasst hat, liegt nach den vorliegenden Angaben nicht vor. Die Zuordnung der 2.456 BTC beruht auf der Analyse von Blockchain-Daten und bleibt damit unbestätigt.
Beschlagnahmte Bitcoin entstehen meist aus Strafverfahren, etwa gegen Betreiber illegaler Marktplätze oder bei Betrugsfällen. Erst ein rechtskräftiges Einziehungsverfahren entscheidet, ob die Coins dem Staat zufallen oder an Geschädigte zurückgehen.
Was die Verlagerung für die Verwahrung bedeutet
Die Verwahrung der Bitcoin der US-Regierung liegt damit zunehmend bei einem privaten Dienstleister, nicht in staatlich kontrollierten Wallets. Das bündelt Bestände bei einem einzigen Gegenpartei-Risiko: Zugriff, Sicherheit und Haftung hängen vom Verwahrer ab. Die Selbstverwahrung mit eigenen Schlüsseln, wie sie das Bitcoin-Protokoll vorsieht, wird dabei bewusst aufgegeben.
Offen ist, ob die Coins in die vielfach diskutierte strategische Reserve fließen oder zum Verkauf stehen. Ein Verkauf würde das frei handelbare Angebot erhöhen, eine Reserve würde es dauerhaft dem Markt entziehen. Beides ist bislang weder angekündigt noch umgesetzt.
Der Vorgang zeigt, dass Bitcoin-Bestände des Staates von der Entscheidung weniger Stellen abhängen. Die Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt, offen ist allein, wer die Coins künftig hält.
Wir berichteten über die Bitcoin-Bestände der US-Regierung.





