Der Darknet Drogenmarkt Empire Market kostet seinen Mitbegründer 40 Jahre Haft und rund 1.230 Bitcoin. Das Urteil fiel am 5. Oktober 2026 in Chicago.

Darknet-Drogenmarkt: 40 Jahre Haft für Betreiber

Ein US-Bundesgericht in Chicago hat den Mitbegründer des Darknet Drogenmarkts Empire Market, Raheim Hamilton, am 5. Oktober 2026 zu 40 Jahren Haft verurteilt. Richter Steven Seeger verhängte zusätzlich eine Geldstrafe von 5 Mio. US-Dollar. Die Staatsanwaltschaft machte das Urteil am 7. Oktober öffentlich.

Der Darknet Drogenmarkt wickelte nach Angaben der Behörden mehr als vier Millionen Transaktionen zwischen Verkäufern und Käufern ab. Das Volumen lag bei über 430 Mio. US-Dollar, davon entfielen knapp 375 Mio. US-Dollar auf Drogen. Dazu zählten mindestens 13,3 Kilogramm Fentanyl, 447 Kilogramm Kokain und 103 Kilogramm Heroin.

Hamilton räumte in einer Einigung mit der Anklage ein, den Marktplatz gemeinsam mit Thomas Pavey so gebaut zu haben, dass Nutzer Ermittlern entgehen und Geld waschen konnten.

1.230 Bitcoin fallen an den Staat

Teil der Einigung ist der Verfall von rund 1.230 Bitcoin. Hinzu kommen 24,4 Ether und drei Immobilien in Virginia. Die Bitcoin Beschlagnahme gehört damit unmittelbar zum Urteil.

Bitcoin diente auf der Plattform als Zahlungsmittel. Die Ermittler konnten die Coins dennoch zuordnen und einziehen, denn die Blockchain ist öffentlich und jede Überweisung bleibt dauerhaft einsehbar. Die Verfahrensdetails beschreibt das US-Justizministerium in seiner Mitteilung zum Schuldeingeständnis.

Der zweite Mitbegründer, Thomas Pavey, sagte den Verfall von rund 1.584 Bitcoin, Goldbarren, drei Autos und zwei Immobilien in Florida zu. Sein Strafmaß steht nach Angaben des Justizministeriums noch aus.

Verfall von 101 Mio. US-Dollar in Bitcoin

Der Wert der 1.230 Bitcoin wird je nach Stichtag auf 100 bis 108 Mio. US-Dollar beziffert, CoinDesk nennt 101 Mio. US-Dollar. Der Dollarbetrag schwankt mit dem Kurs, die Stückzahl bleibt fix. Nach einer Anordnung des Weißen Hauses von 2025 sollen eingezogene Bitcoin in eine strategische Reserve fließen und nicht verkauft werden. Ob das für diesen Fall gilt, ist nicht bestätigt.

Der Darknet Drogenmarkt scheiterte an der Rückverfolgbarkeit der Zahlungsströme, nicht an der Technik des Zahlungsmittels. Bitcoin garantiert keine Anonymität, und die Verwahrung durch Dritte machte die Coins greifbar.

Offen bleibt, ob die 1.230 Bitcoin in der Staatsreserve landen. Wären sie dort gesperrt, fehlten sie dauerhaft im Handel, bei einer festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten.

Wir berichteten über die Bitcoin-Reserve der USA.

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