Bitcoin Core Schwachstellen, die als leicht auffindbar gelten, werden nicht mehr lange geheim gehalten. Die Entwickler veröffentlichen Korrekturen künftig sofort.

Bitcoin Core kürzt Sperrfristen für leicht auffindbare Schwachstellen

Die Entwickler von Bitcoin Core haben ihre Sicherheitsrichtlinie geändert, wie am Freitag, 23. Oktober 2026, bekannt wurde. Bitcoin Core Schwachstellen, die als leicht auffindbar gelten, bleiben nicht mehr monatelang unter Verschluss. Den Hintergrund bildet eine KI-gestützte Prüfung im August, die fast 5.000 Befunde in Hunderten Krypto-Projekten auflistete.

Bitcoin Core ist die Referenzsoftware des Netzwerks, ein sogenannter Full Node, also ein Programm, das jede Transaktion und jeden Block selbst prüft. Die neue Regel betrifft eine bestimmte Kategorie: Fehler, die sich mit einer einzigen Anfrage an ein KI-Sprachmodell finden lassen.

Den Anstoß gab Antoine Poinsot, Entwickler bei Chaincode Labs. Er reichte die Änderung Anfang Oktober ein und verwies auf eine wachsende Zahl von Meldungen über Fehler, die mehrfach unabhängig entdeckt wurden. Die zuständigen Entwickler haben den Vorschlag inzwischen übernommen.

Sicherheitskorrekturen erscheinen künftig sofort statt nach langer Geheimhaltung

Bisher setzte das Projekt auf lange Sperrfristen. Korrekturen flossen oft still in die nächste Hauptversion ein, die Details folgten erst später. Die 2024 eingeführte Offenlegungsrichtlinie sah vor, Fehler mit mittlerem und hohem Schweregrad erst zu veröffentlichen, wenn die letzte betroffene Version keine Unterstützung mehr erhält.

Für leicht auffindbare Bitcoin Core Schwachstellen gilt nun ein anderer Ablauf, festgehalten im Änderungsantrag 1281 auf GitHub. Die Entwickler übertragen die Korrektur auf alle noch gepflegten Versionen, veröffentlichen so schnell wie möglich eine neue Version und legen zeitgleich einen Sicherheitshinweis vor.

Poinsot begründete den Schritt damit, dass Sprachmodelle die Hürde für bestimmte Fehlerklassen drastisch gesenkt hätten und auch still eingespielte Korrekturen leichter erkennbar machten. Eine verdeckte Reparatur bringe deshalb wenig.

Warum KI-Suche das Zeitfenster für Angreifer verkürzt

Lange Sperrfristen beruhen auf einer Annahme: Nur wenige kennen den Fehler, bis die Korrektur verbreitet ist. Die KI Schwachstellensuche hebelt diese Annahme bei einfachen Bitcoin Core Schwachstellen aus, weil Angreifer denselben Fehler mit geringem Aufwand selbst finden können. Jede Woche Geheimhaltung verlängert dann vor allem die Zeit, in der Knotenbetreiber ungeschützt bleiben.

Die Neuregelung verlagert damit Verantwortung auf die Betreiber, die Sicherheitsversionen künftig zügiger einspielen müssen. Kein Unternehmen kann Updates im Netzwerk erzwingen.

Bitcoin Core tauscht Geheimhaltung gegen Geschwindigkeit, zumindest bei Fehlern, die eine KI ohnehin findet. Offen bleibt, nach welchen Kriterien die Entwickler im Einzelfall festlegen, was als leicht auffindbar gilt.

Gerade weil keine zentrale Stelle Korrekturen verteilt, werden schnelle und offene Hinweise wichtiger als stille Reparaturen. Die Sicherheit des Netzwerks hängt stärker davon ab, wie rasch viele unabhängige Betreiber reagieren.

Wir berichteten über die Warnung von Justin Drake vor KI-gestützten Angriffen auf die Bitcoin-Kryptografie.

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