Drei Plattformen wollen tokenisierte Aktien in den USA handeln, darunter OKXICE von OKX und NYSE-Mutter ICE. Die SEC veröffentlichte die Anmeldungen am 21. Oktober 2026.

Drei Unternehmen melden Handel mit tokenisierten Aktien bei der SEC an

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, drei Anmeldungen von Handelsplätzen für tokenisierte Aktien veröffentlicht. Tokenisierte Aktien sind digitale Abbilder börsennotierter Anteile, die auf einer Blockchain gehandelt werden.

Gemeldet haben sich das Unternehmen Tokenized Stock Venue, die Plattform Perpetuals.com und OKX mit dem Gemeinschaftsunternehmen OKXICE. Hinter OKXICE stehen die Kryptobörse OKX und die Intercontinental Exchange, Mutterkonzern der New Yorker Börse NYSE.

Die SEC stellt klar, dass ein Eintrag auf der Liste nicht bedeutet, dass ein Unternehmen alle Anforderungen erfüllt. Einen Starttermin hat OKXICE bislang nicht genannt.

SEC nimmt Anträge für tokenisierte Aktien entgegen

Grundlage ist eine Ausnahmeregelung, die die SEC am 17. September 2026 erlassen hat. Die sogenannte Innovationsausnahme gilt fünf Jahre und befreit Handelsplätze für tokenisierte Aktien von der Pflicht, sich als Börse zu registrieren. Erfasst sind nur Token auf Aktien, die bereits an einer US-Börse notiert sind.

Die Bedingungen sind eng gefasst. Die Plattformen müssen prüfen, dass der Token dieselben Rechte verbrieft wie die Originalaktie. Smart Contracts, also automatisch ausgeführte Programme auf der Blockchain, müssen öffentlich prüfbar sein. Ruht der Handel an der Heimatbörse, ruht er auch auf der Plattform.

Emittenten erhalten mindestens 30 Tage vor Handelsstart eine Mitteilung und können binnen 30 Tagen widersprechen. Schweigen gilt als Zustimmung. OKXICE hatte am 4. Oktober 63 Aktien benannt, am 15. Oktober wurde der Widerspruch von neun Konzernen bekannt.

Börsenzulassung für tokenisierte Aktien in den USA

SEC-Chef Paul Atkins will die Kapitalmärkte nach eigenen Worten ins digitale Zeitalter bringen. Für die Krypto-Regulierung der SEC ist das ein Kurswechsel: Unter der Vorgängerführung verklagte die Behörde noch Coinbase und Kraken. Ein Gesetz ist die Ausnahme dennoch nicht, im September scheiterte der CLARITY Act im Kongress.

Dezentral ist das Modell nur auf dem Papier. Die Liquiditätspools sind zugangsbeschränkt, die Aufsicht legt die Bedingungen fest, und Emittenten behalten ein Vetorecht gegenüber fremden Anbietern. Der Token ändert die Abwicklung, nicht die Kontrolle über das Wertpapier.

Offen bleibt, ob die drei Plattformen die Bedingungen tatsächlich erfüllen und wie viele Emittenten widersprechen. Die Erlaubnis ist befristet und hängt am Kurs der jeweiligen Behördenführung.

Ein tokenisiertes Wertpapier bleibt damit ein Anspruch, dessen Bestand von Emittent, Verwahrer und Aufsicht abhängt. Bitcoin dagegen kennt keinen Emittenten, der widersprechen könnte.

Wir berichteten über den Widerstand von neun Konzernen gegen OKXICE.

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