Das Bankenrisiko im Fiat-System betrifft jeden, der Geld auf einem Bankkonto hält. Die meisten Menschen betrachten ihre Einlagen als sicheres Eigentum. Doch rechtlich und ökonomisch ist das Geld auf einem Bankkonto kein Eigentum des Kontoinhabers, sondern ein Kredit an die Bank. Wer das versteht, erkennt, warum Bankenkrisen nicht nur Banken betreffen, sondern das Vermögen aller Sparer gefährden.

Wie Banken mit dem Geld ihrer Kunden arbeiten

Geschäftsbanken arbeiten im sogenannten Teilreservesystem. Das bedeutet: Sie verleihen den Großteil der Einlagen ihrer Kunden weiter und halten nur einen Bruchteil als Reserve.

Wenn ein Sparer 10.000 Euro einzahlt, kann die Bank davon bis zu 9.000 Euro als Kredit vergeben. Der Kreditnehmer gibt dieses Geld aus, es landet auf einem anderen Konto, und die empfangende Bank verleiht erneut einen Großteil weiter.

Durch diesen Prozess entsteht ein Vielfaches der ursprünglichen Einlage als Buchgeld. Solange nicht alle Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben wollen, funktioniert das System. Doch genau darin liegt das Bankenrisiko im Fiat-System: Die Bank hat das Geld nicht mehr. Sie besitzt lediglich Forderungen gegen Kreditnehmer und andere Banken.

Das Bitcoin Wiki erklärt die Unterschiede zwischen diesem kreditbasierten System und einem System mit nachweisbaren Reserven.

Das Gegenparteirisiko hinter jedem Bankkonto

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Jede Bankeinlage ist ein Gegenparteirisiko. Der Kontoinhaber ist darauf angewiesen, dass die Bank zahlungsfähig bleibt. Gerät eine Bank in Schieflage, weil Kredite ausfallen oder Bilanzen geschönt wurden, können Einlagen eingefroren oder im Extremfall verloren gehen.

Die Finanzkrise 2008 zeigte, wie schnell dieses Risiko real wird. Die Insolvenz von Lehman Brothers löste eine globale Kettenreaktion aus, weil Banken untereinander durch Interbankenkredite und Derivate vernetzt waren.

In Europa pumpten Staaten insgesamt 5,1 Bio. Euro in die Rettung ihrer Bankensysteme. Allein in Deutschland beliefen sich die direkten Kosten auf 59 Mrd. Euro bis 2017. Die indirekten Kosten durch entgangenes Wachstum, Steuerausfälle und Niedrigzinspolitik lagen laut Hans-Böckler-Stiftung bei bis zu 2,1 Bio. Euro.

Diese Kosten trugen nicht die Banken, sondern Steuerzahler und Sparer.

Warum Einlagen rechtlich kein Eigentum sind

Juristisch betrachtet wird eine Bankeinlage im Moment der Einzahlung zum Eigentum der Bank. Der Kontoinhaber erhält im Gegenzug eine Forderung auf Rückzahlung. Er ist damit Gläubiger der Bank, nicht Eigentümer seines Geldes.

Fällt die Bank aus, steht der Einleger in der Schlange der Gläubiger. Die Einlagensicherung federt dieses Risiko bis zu einer Grenze von 100.000 Euro pro Kunde und Bank ab, doch sie deckt nur einen Bruchteil aller Einlagen im System. Im Fall einer systemischen Bankenkrise wäre der Einlagensicherungsfonds nicht in der Lage, alle Forderungen zu bedienen.

Die Österreichische Schule sieht im Teilreservesystem ein grundlegendes Problem der Geldordnung. Ludwig von Mises kritisierte die Kreditausweitung durch Geschäftsbanken als Ursache für konjunkturelle Verzerrungen und Fehlallokation von Kapital.

Saifedean Ammous beschreibt das Bankenrisiko im Fiat-System als strukturelle Eigenschaft: Solange Banken mehr Forderungen erzeugen als tatsächliche Reserven existieren, bleibt das System auf permanente staatliche Absicherung angewiesen. Die Kosten dieser Absicherung werden durch Geldmengenausweitung finanziert und über Inflation an die Allgemeinheit weitergegeben.

Bitcoin beseitigt dieses Gegenparteirisiko auf Protokollebene. Wer Bitcoin in Eigenverwahrung hält, ist nicht Gläubiger einer Institution, sondern Eigentümer eines kryptografisch gesicherten Vermögenswerts. Es gibt keine Bilanz, die manipuliert werden kann, keinen Interbankenmarkt, der kollabieren kann, und keine zentrale Instanz, die Einlagen einfrieren kann.

Ob dieses Modell das Bankensystem langfristig als Verwahrungslösung ablöst, ist offen. Was es jedoch bietet, ist eine Alternative, bei der das Bankenrisiko im Fiat-System strukturell nicht existiert.

Im vorherigen Artikel haben wir erklärt, warum Kontrolle und Zensur strukturelle Merkmale des Fiat-Geldsystems sind.

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