Die NASDAQ hat die bestehenden Positionslimits für Optionen auf Krypto-ETFs vollständig gestrichen. Betroffen sind Produkte von BlackRock, Fidelity, Grayscale, Bitwise, ARK/21Shares und VanEck, sowohl für Bitcoin als auch für Ethereum. Das bisherige Limit von 25.000 Kontrakten pro Position entfällt ersatzlos. Die Regeländerung ist seit dem 21. Januar 2026 wirksam.
In Kürze
- SEC-Verfahren ohne Wartefrist: Was das regulatorisch bedeutet
- Strukturelle Gleichstellung mit SPY und QQQ als Wendepunkt
- NASDAQ baut Bitcoin-Infrastruktur systematisch seit Monaten aus
SEC-Verfahren ohne Wartefrist: Was das regulatorisch bedeutet
Regeländerungen an US-Börsen durchlaufen in der Regel ein standardisiertes Verfahren. Nach Einreichung eines Antrags gilt eine 30-Tage-Frist, innerhalb derer die SEC Einwände erheben oder das Verfahren verzögern kann. Im vorliegenden Fall hat die SEC diese Frist nicht ausgeschöpft. Die Regeländerung wurde sofort wirksam, ohne die übliche Wartezeit.
Das ist kein technisches Detail, sondern ein regulatorisches Signal. Die SEC hätte die Möglichkeit gehabt, das Verfahren zu verlangsamen oder zu blockieren. Sie hat es nicht getan. Gleichzeitig bleibt eine 60-Tage-Frist bestehen, innerhalb derer die Behörde die Änderung noch kippen könnte.

Die Deadline liegt Ende Februar 2026. Ein Eingriff ist möglich, aber angesichts des bisherigen Verhaltens der Behörde wenig wahrscheinlich.
Strukturelle Gleichstellung mit SPY und QQQ als Wendepunkt
Das 25.000-Kontrakt-Limit war eine Sonderregelung, die ausschließlich für Krypto-ETF-Optionen galt. Traditionelle Indexprodukte wie SPY oder QQQ unterliegen keinen vergleichbaren Obergrenzen. Institutionelle Investoren, die Bitcoin-ETF-Positionen in Milliardenhöhe halten, waren dadurch gezwungen, ihre Absicherungsstrategien künstlich aufzuteilen. Das erhöhte Kosten, reduzierte Effizienz und schränkte die Flexibilität großvolumiger Portfolios strukturell ein.
Mit der Limitaufhebung entfällt diese Sonderbehandlung. Pension Funds, Hedgefonds und Family Offices können Bitcoin-ETF-Positionen jetzt nach denselben Regeln absichern wie jedes andere Finanzprodukt!
Das verändert die Anreizstruktur für institutionelle Akteure, die bislang aufgrund regulatorischer Einschränkungen nicht vollständig in den Markt einsteigen konnten. Mehr Hedging-Kapazität bedeutet engere Spreads und tiefere Liquidität im Optionsmarkt. Ob diese Kapazitäten primär für Absicherung oder Spekulation genutzt werden, bleibt offen.
NASDAQ baut Bitcoin-Infrastruktur systematisch seit Monaten aus
Die aktuelle Regeländerung ist kein isoliertes Ereignis. Im November 2025 hatte die NASDAQ beantragt, das Positionslimit für IBIT-Optionen von 250.000 auf 1 Million Kontrakte anzuheben. Drei Monate später werden die Limits vollständig gestrichen.
Der Ausbau folgt einem erkennbaren Muster: schrittweise Erweiterung bestehender Kapazitäten, gefolgt von struktureller Gleichstellung mit etablierten Produkten. Das ist keine reaktive Anpassung, sondern systematischer Infrastrukturaufbau.
Bitcoin-ETF-Optionen sind damit kein Nischenprodukt mehr, sondern werden regulatorisch wie Mainstream-Finanzinstrumente behandelt. Die Bedeutung dieser Entwicklung liegt nicht im kurzfristigen Markteffekt, sondern in der langfristigen Rahmenbedingung.
Institutionelle Investoren benötigen rechtliche Sicherheit und operationale Kapazität, bevor sie erhebliche Ressourcen einsetzen. Beides ist jetzt gegeben. Ob die Nachfrage tatsächlich vorhanden ist und in welchem Umfang die neuen Kapazitäten genutzt werden, zeigt sich erst in den kommenden Monaten.





