Die Bitcoin Futures Renditen liegen seit Februar 2026 durchgehend unter der Verzinsung zweijähriger US-Schatzanleihen. Einst über 20 Prozent im Bullenmarkt 2021, werfen die Terminkontrakte aktuell nur noch rund 3 Prozent ab.
Bitcoin Futures: Rendite-Boom endet
Die Bitcoin Futures Renditen liegen seit 157 aufeinanderfolgenden Tagen unter der Verzinsung zweijähriger US-Schatzanleihen, wie ein am Sonntag veröffentlichtes Glassnode-Diagramm zeigt. Die sogenannte Drei-Monats-Basis, also der Renditeaufschlag von Bitcoin-Terminkontrakten gegenüber dem Spotpreis am Kassamarkt, wirft aktuell nur noch rund 3 Prozent pro Jahr ab. Händler nutzen diesen Aufschlag klassisch für den sogenannten Cash-and-Carry-Trade: Kauf am Kassamarkt, gleichzeitiger Verkauf eines Terminkontrakts, Gewinn aus der Zinsdifferenz zwischen beiden Märkten.
Im Bullenmarkt 2021 hatten dieselben Terminkontrakte zeitweise mehr als 20 Prozent Rendite geboten. Damit sind die Bitcoin Futures Renditen binnen weniger Jahre von einem zweistelligen Aufschlag zu einer Unterrendite gegenüber Staatsanleihen abgesackt, ein Wechsel, der sich seit Februar 2026 verfestigt hat und Analysten seither aufmerksam verfolgen.
Schatzanleihen verdrängen Bitcoin-Futures
Nach Angaben von Glassnode gab es eine vergleichbar lange Phase nur einmal zuvor, zwischen August 2022 und Januar 2023, am Ende des damaligen Bärenmarkts. Die Rendite zweijähriger US-Schatzanleihen liegt aktuell bei rund 3,8 Prozent und damit deutlich über den Bitcoin Futures Renditen von etwa 3 Prozent. Wer heute Kapital in den Terminmarkt-Carry-Trade steckt, verdient somit weniger als mit einem einfachen Kauf von Staatspapieren, und trägt zusätzlich das Ausfallrisiko der Terminbörse.
Auch das Handelsvolumen ist eingebrochen. Nach Daten von Coinglass lag das monatliche Volumen der Bitcoin-Terminkontrakte im Juli 2026 bei nur noch rund 880 Millionen US-Dollar, deutlich unter dem Niveau vom Februar 2026. Damit schrumpft der einst lukrative Carry Trade aus Kauf am Kassamarkt und Verkauf am Terminmarkt spürbar, weniger Händler sichern sich derzeit den ohnehin kleiner gewordenen Renditeaufschlag zwischen Spot- und Terminpreis.
Geldmarktsätze drücken institutionelle Exposure
Für institutionelle Investoren sinkt mit den niedrigeren Bitcoin Futures Renditen der Anreiz, Kapital in den Terminmarkt-Carry-Trade statt in Staatspapiere zu stecken. Ein Dollar in zweijährigen Schatzanleihen bringt derzeit mehr Ertrag als derselbe Dollar in der Bitcoin-Basis, ohne das Gegenparteirisiko einer Terminbörse zu tragen. Diese institutionelle Investor-Exposition verschiebt sich bereits messbar in andere Kanäle, etwa in Bitcoin-ETFs. Wir berichteten über das Vermögenswachstum des Morgan-Stanley-Bitcoin-ETF.
Solange kurzfristige Zinsen in den USA über 3,5 Prozent liegen, bleibt der Terminmarkt-Carry-Trade strukturell im Nachteil gegenüber risikofreien Staatspapieren. Bitcoin selbst wirft keine laufende Rendite ab, sein Angebot bleibt unabhängig vom Zinsniveau auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.




