Ein viraler TradingView-Chart bringt einen alten Bitcoin Makro Indikator zurück ins Gespräch. Das Kupfer-Gold-Verhältnis dreht im Mai 2026 aus einem Mehrjahres-Tief, der MACD zeigt erstmals seit 2021 wieder einen bullischen Crossover. Drei vorherige Crossover seit 2013 lagen jeweils vor starken Bitcoin-Anstiegen.
Vier MACD-Crossover seit 2013 im Kupfer-Gold-Verhältnis
Der virale TradingView-Chart von Cantonese Cat zeigt vier markierte MACD-Crossover im Kupfer-Gold-Verhältnis seit 2013. Die ersten drei datieren aus 2013, 2017 und 2021, der vierte aus dem Mai 2026. Im selben Zeitraum lief das Kupfer-Gold-Verhältnis langfristig nach unten und befindet sich aktuell mit rund 0,00136 nahe dem Tief der letzten zwei Jahrzehnte.
Im späten 2025 lag der Wert bei 0,00116, dem niedrigsten Stand seit über 20 Jahren. Daten zur Kupfer-Preisentwicklung stellt die Federal Reserve Bank of St. Louis öffentlich zur Verfügung.

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Bitcoin handelt aktuell um 80.733 US-Dollar, rund 37 Prozent unter dem Oktober-2025-Allzeithoch von 126.198 US-Dollar. Die Markierungen im Chart suggerieren ein wiederkehrendes Muster zwischen Crossover und Bitcoin-Anstieg.
Bitcoin Makro Indikator: Was die vier markierten Bullish Crosses zeigen
Das Kupfer-Gold-Verhältnis ist als Indikator für Risikoneigung etabliert. Kupfer als Industrierohstoff steigt typischerweise in Phasen wirtschaftlicher Expansion, Gold profitiert in defensiven Phasen. Ein steigendes Verhältnis signalisiert wachsende Risikoneigung, ein fallendes Verhältnis Vorsicht. Goldman Sachs hat Bitcoin in einer 2021er Analyse als digitales Kupfer charakterisiert, das auf Wachstumserwartungen reagiert.
Macro-Investoren wie Stanley Druckenmiller und Jeffrey Gundlach nutzen das Verhältnis seit Jahren als Frühindikator für globale Wirtschaftszyklen. Eine 2025 im Journal of Alternative Investments veröffentlichte Stanford-Studie identifizierte drei Phasen, in denen Bewegungen im Kupfer-Gold-Verhältnis Bitcoin-Trends mit drei bis sechs Monaten Vorlauf vorausgingen.
Der Bitcoin Makro Indikator wirkt damit nicht über einen mechanischen Zusammenhang, sondern über die strukturelle Logik, dass beide Assets von Liquidität und Risikoneigung profitieren.
Crossover Mai 2026: Erstmals seit Jahren wieder bullish
Der aktuelle Crossover im Mai 2026 ist der erste seit dem 2021er Signal. Vier Datenpunkte über 13 Jahre sind allerdings keine statistisch belastbare Grundlage für eine Prognose. Die Schwäche des Modells zeigt das Jahr 2022: Während Bitcoin von 69.000 US-Dollar auf rund 15.500 US-Dollar einbrach, fiel auch das Kupfer-Gold-Verhältnis. Der Indikator hat den Crash also nicht antizipiert, sondern parallel mitgemacht.
Hinzu kommt eine aktuelle Verzerrungsquelle: Goldman Sachs Research erwartet für Mitte 2026 einen 15-Prozent-Zoll der USA auf raffiniertes Kupfer. Eine durch Zölle ausgelöste Kupfer-Preissteigerung hätte mit globaler Wachstumserwartung wenig zu tun, würde das Verhältnis aber dennoch nach oben treiben.
Wer den Bitcoin Makro Indikator nüchtern liest, sieht eine Trendumkehr aus dem Tief mit potenziell verzerrten Daten. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.
Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt, unabhängig vom makroökonomischen Umfeld. Was sich verändern kann, ist das Umfeld, das Bitcoin am Markt bewertet. Was sich nicht verändert, ist die programmatische Endlichkeit des Angebots.
Genau diese Unabhängigkeit von einzelnen Indikatoren ist das eigentliche Argument für hartes Geld.
Wir berichteten über das Bitcoin Makro Signal aus US- und China-Anleihen und seinen vierten Crossover.





