Der Bitcoin-Zahlungsverkehr Schweiz erhält bei Bitcoin Suisse eine neue Struktur: Der Zuger Anbieter streicht bis zu 60 der rund 120 Stellen am Hauptsitz und verlagert Backoffice-Aufgaben nach Bratislava und Vietnam. Grundlage sind neue Lizenzen in Liechtenstein, Abu Dhabi und Bermuda.

Bitcoin Suisse erweitert Zahlungsverkehr global

Bitcoin Suisse hat der Belegschaft am Freitag, 11. September 2026, ein Konsultationsverfahren zum Abbau von bis zu 60 der rund 120 Stellen am Hauptsitz in Zug angekündigt. Der Umbau soll den Bitcoin-Zahlungsverkehr Schweiz auf ein internationales Fundament stellen, während Backoffice-Aufgaben nach Bratislava und an einen neuen Standort in Vietnam wandern. Das Konsultationsverfahren mit der Belegschaft läuft nach Unternehmensangaben bis zum 20. September 2026.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit Kostenvorteilen: In Bratislava und Vietnam lassen sich Backoffice-Dienstleistungen laut Bitcoin Suisse deutlich günstiger anbieten als in der Schweiz. Betroffen sind vor allem administrative Funktionen, nicht das Kerngeschäft mit Handel und Verwahrung. Zug bleibt nach Unternehmensangaben weiterhin der zentrale Sitz der Gruppe.

Schweizer Bitcoin-Infrastruktur geht international

Parallel zum Stellenabbau baut Bitcoin Suisse seine regulatorische Basis aus. In Liechtenstein sicherte sich die Gruppe eine MiCAR-Lizenz mit Passporting-Recht für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum. Über die Tochtergesellschaft BTCS Middle East verfügt Bitcoin Suisse zudem seit Kurzem über eine Zulassung der Finanzmarktaufsicht ADGM in Abu Dhabi für Investment- und Verwahrungsdienstleistungen. Eine weitere Bewilligung für Digital-Asset-Geschäfte kommt aus Bermuda hinzu.

Die drei neuen Lizenzen heben den Bitcoin-Zahlungsverkehr und weitere Krypto Service-Angebote von Bitcoin Suisse über die Schweiz hinaus auf drei zusätzliche Rechtsräume. Aus dem einstigen Schweizer Kryptopionier soll ein international aufgestellter Vermögensverwalter werden, dessen Angebot über Bitcoin und andere Kryptowerte hinausreicht. Die Zulassungen richten sich laut Unternehmen vor allem an professionelle und institutionelle Kunden.

Bitcoin-Zahlungsverkehr verlässt Nischenstatus

Der Umbau zeigt, dass sich der Bitcoin-Zahlungsverkehr Schweiz von einem Nischenangebot zu einem global handelbaren Finanzdienstleistungssegment entwickelt. Schweizer Anbieter wie Bitcoin Suisse konkurrieren zunehmend mit international lizenzierten Wettbewerbern um institutionelle Kundschaft. Wie stark sich der Stellenabbau auf das Neugeschäft auswirkt, bleibt bis zum Abschluss des Konsultationsverfahrens am 20. September offen.

Wer Backoffice-Kosten senkt, um Kapital für internationale Lizenzen freizusetzen, verschiebt die eigene Zeitpräferenz zugunsten künftigen Wachstums statt kurzfristiger Stabilität am Heimstandort. Für die rund 60 betroffenen Beschäftigten in Zug bedeutet das zunächst eine unmittelbare Kostenlast der Umstrukturierung.

Offen bleibt, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen und wie viele Aufgaben nur verlagert werden. Bitcoin selbst bleibt von der Umstrukturierung unberührt, denn die Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ändert sich unabhängig davon, welcher Anbieter den Zugang dazu organisiert.

Wir berichteten über den Vorstoß Schweizer Krypto-Anbieter in den internationalen Zahlungsverkehr.

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